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SediLogic Technologies

Wissenschaftliche Literatur

Was die veröffentlichte Wissenschaft tatsächlich sagt.

Eine zitierte Bibliographie der Forschung im Bereich der biologischen Lagunenbehandlung – 358 Arbeiten zu Bakterien im Abwasser und zur biologischen Schlammreduzierung, von den Gründungsarbeiten bis zur aktuellen Literatur, von 1914 bis 2026. Jedes wird zusammengefasst und trägt die Herkunft, die es verdient.

Bernsteinfarbene Probenfläschchen in einem Gestell auf einem analytischen Labortisch.

Die Bioaugmentation trägt eine Glaubwürdigkeitslast, die sie sich selbst zuzuschreiben hat, und die ehrliche Antwort darauf besteht darin, die Evidenz vorzulegen, statt sie zu behaupten. Diese Seite versammelt die Primärwissenschaft, auf die sich der Rest der Website stützt: die Begründung des Belebtschlammverfahrens, die Mikrobiologie der Organismen, die die Arbeit leisten, die Ökologie der Lagune, in der sie arbeiten, sowie die spezifische Literatur zur Schlammreduzierung und zum enzymatischen Mechanismus, der den Schlamm reduziert.

Die Sammlung begann als eng gefasste kuratierte Auswahl — die Arbeiten, die eine Forschungsrichtung begründeten, eine Frage klärten oder am besten abbilden, wo die Evidenz steht, ausgewählt für Lagunenbetreiber statt für Spezialisten. Seitdem wurde sie zu einer umfassenderen Bibliographie des Fachgebiets erweitert, sodass diese wegweisenden Arbeiten nun inmitten der breiteren Primär- und Übersichtsliteratur zu Bakterien im Abwasser und zur biologischen Schlammreduzierung stehen. Sie ist noch immer kein vollständiger Index: Eine Suche nach „activated sludge bacteria“ allein liefert mehr als siebzigtausend Datensätze, und keine Leseliste kann das sein. Der letzte Abschnitt, Diese Bibliothek erweitern, zeigt genau, wie Sie nach dem Rest suchen können.

Jeder Eintrag wurde anhand eines echten Datensatzes überprüft: Autoren, Jahr und Quelle verweisen auf das genannte Werk, mit einer DOI, wo immer eine existiert. Wo Zahlen oder Befunde zitiert werden, sind es die der Autoren, als deren Angaben wiedergegeben. Die Zusammenfassungen wurden hier verfasst — es sind nicht die Abstracts der Verlage.

011914–2024

Grundlagen der biologischen Abwasserbehandlung

Das halbe Jahrhundert, in dem die Abwasserreinigung aufhörte, Rohrleitungstechnik zu sein, und zur angewandten Mikrobiologie wurde. Dies sind die Arbeiten, die belegten, dass eine lebende Bakterienpopulation und die von ihr gebildeten Enzyme die Arbeit leisten — abgeschlossen durch die zwei modernen Standardwerke, zu denen praktizierende Ingenieure noch heute greifen.

  1. 01

    Ardern, E. & Lockett, W. T. (1914). Experiments on the oxidation of sewage without the aid of filters. Journal of the Society of Chemical Industry 33(10): 523–539. DOI: 10.1002/jctb.5000331005Peer-reviewed

    Die Arbeit, die das Belebtschlammverfahren begründete: Sie berichtete, dass die Belüftung von vorgeklärtem Abwasser mit zurückgehaltenen biologischen Feststoffen dieses in Stunden statt in Tagen reinigte. Jedes heute betriebene technische biologische Behandlungssystem geht auf dieses Experiment zurück.

  2. 02

    Buswell, A. M. & Long, H. L. (1923). Microbiology and Theory of Activated Sludge. Journal of the American Water Works Association 10(2): 309–321. DOI: 10.1002/j.1551-8833.1923.tb14184.xPeer-reviewed

    Ein frühes Plädoyer dafür, dass Belebtschlamm Mikrobiologie und nicht Chemie ist — das Werk einer lebenden Bakterienpopulation. Es markiert den Punkt, an dem das Fachgebiet begann, den Schlamm als ein zu verstehendes Ökosystem zu behandeln.

  3. 03

    Wooldridge, W. R. & Standfast, A. F. B. (1936). The role of enzymes in activated sludge and sewage oxidations. Biochemical Journal 30(9): 1542–1553. DOI: 10.1042/bj0301542Peer-reviewed

    Einer der ersten Nachweise, dass die Oxidation im Belebtschlamm von bakteriellen Enzymen angetrieben wird, die auf organisches Material wirken, und nicht von den Zellen allein. Die enzymatische Sicht des Mechanismus — Grundlage aller seither entwickelten hydrolysebasierten Schlammprodukte — beginnt hier.

  4. 04

    Butterfield, C. T. (1935). Studies of Sewage Purification: II. A Zooglea-Forming Bacterium Isolated from Activated Sludge. Public Health Reports 50(20): 671. DOI: 10.2307/4581541Peer-reviewed

    Isolierte Zoogloea ramigera, das flockenbildende Bakterium, aus Belebtschlamm und zeigte, dass es organische Abfallstoffe stabilisieren und zugleich die charakteristische Flocke aufbauen kann. Damit war belegt, dass bestimmte Organismen, nicht nur die Chemie, Schlamm zum Absetzen bringen.

  5. 05

    McKinney, R. E. & Weichlein, R. G. (1953). Isolation of Floc-Producing Bacteria from Activated Sludge. Applied Microbiology 1(5): 259–261. DOI: 10.1128/am.1.5.259-261.1953Peer-reviewed

    Isolierte eine Reihe flockenbildender Bakterien aus Belebtschlamm und bestätigte, dass die Flockenbildung — und damit das Absetzen — eine Eigenschaft vieler Arten und nicht nur einer einzigen ist. Das Absetzen ist ein biologisches Merkmal; deshalb hängt es von der Gemeinschaft ab und nicht nur von der Verfahrenstechnik.

  6. 06

    Pillai, S. C. & Subrahmanyan, V. (1942). Role of Protozoa in the Activated Sludge Process. Nature 150(3809): 525. DOI: 10.1038/150525a0Peer-reviewed

    Vertrat die These, dass Protozoen für den Belebtschlamm nicht nebensächlich, sondern wesentlich sind: Sie weiden dispergierte Bakterien ab und klären so den Ablauf. Die Arbeit benannte einen Mechanismus — Prädation —, der bis heute erklärt, warum eingebrachte freie Zellen so oft verschwinden.

  7. 07

    Allen, L. A. (1944). The bacteriology of activated sludge. Journal of Hygiene 43(6): 424–431. DOI: 10.1017/s0022172400013206Peer-reviewed

    Eine sorgfältige Erhebung, die zeigte, dass die Homogenisierung der Flocke Hunderte Milliarden Bakterien pro Gramm Trockenmasse freisetzt. Ein frühes, nüchternes Maß dafür, wie dicht besiedelt der Schlamm tatsächlich ist.

  8. 08

    Wiesmann, U., Choi, I. S. & Dombrowski, E.-M. (2007). Fundamentals of Biological Wastewater Treatment. Wiley-VCH, Weinheim. DOI: 10.1002/9783527609604Peer-reviewed

    Ein Standardwerk, das Kinetik und Stöchiometrie der biologischen Behandlung — Wachstum, Zerfall, Nitrifikation, Faulung — aus den Grundprinzipien herleitet. Ein Buch, aufgenommen als moderne Grundlage für die Prozesse, die der Rest dieser Liste im Detail untersucht.

  9. 09

    Metcalf & Eddy | AECOM (Tchobanoglous, G., Stensel, H. D., Tsuchihashi, R. & Burton, F. L.) (2014). Wastewater Engineering: Treatment and Resource Recovery. McGraw-Hill Education, 5th ed..Peer-reviewed

    Das ingenieurtechnische Standardwerk der Abwasserbehandlung, inzwischen in der fünften Auflage. Ein Buch und kein Fachartikel, aufgeführt, weil der größte Teil der Verfahrensauslegung im Fachgebiet letztlich auf diesen Text zurückgeht.

  10. 10

    Anon. (1923). A Visit to Sheffield's Remarkable Sewage Works. The Hospital and health review 2(16): 76–77.Peer-reviewed

    Ein zeitgenössischer Bericht von 1923 über die Kläranlagen Sheffields, hier zitiert als historisches Dokument aus den frühen Jahrzehnten der biologischen Abwasserreinigung. Er ist als dokumentarische Momentaufnahme von Interesse, nicht als Quelle gemessener Behandlungsdaten.

  11. 11

    Pirt, S. J. (1965). The maintenance energy of bacteria in growing cultures. Proceedings of the Royal Society of London. Series B. Biological Sciences 163(991): 224–231. DOI: 10.1098/rspb.1965.0069Peer-reviewed

    Die Arbeit, die die Theorie der Erhaltungsenergie für Bakterienkulturen formalisierte und belegte, dass ein Teil des verbrauchten Substrats für den Erhaltungsstoffwechsel statt für Wachstum aufgewendet wird. Sie liefert die kinetische Grundlage, auf der praktisch alle späteren Strategien zur Verringerung des Netto-Schlammertrags beruhen.

  12. 12

    Curds, C. R. & Fey, G. J. (1969). The effect of ciliated protozoa on the fate of Escherichia coli in the activated-sludge process. Water Research 3(11): 853–867. DOI: 10.1016/0043-1354(69)90054-2Peer-reviewed

    Eine frühe Studie, die maß, wie ciliate Protozoen das Schicksal von Escherichia coli bei der Passage durch das Belebtschlammverfahren beeinflussen, und feststellte, dass der Fraß durch Protozoen mit einer Verringerung der E.-coli-Zahlen im gereinigten Ablauf einherging. Ein Klassiker dazu, wie die breitere Schlammgemeinschaft die endgültige Wasserqualität prägt.

  13. 13

    Curds, C. R. & Cockburn, A. (1970). Protozoa in biological sewage-treatment processes—I. A survey of the protozoan fauna of British percolating filters and activated-sludge plants. Water Research 4(3): 225–236. DOI: 10.1016/0043-1354(70)90069-2Peer-reviewed

    Der erste Teil einer klassischen zweiteiligen Erhebung, die die Protozoenfauna britischer Tropfkörper und Belebtschlammanlagen katalogisiert und festhält, welche Ciliaten und anderen Protozoen den Prozess tatsächlich besiedeln. Die empirische Grundlage dafür, Protozoen später als Indikatoren dafür zu lesen, wie gut eine Anlage arbeitet.

  14. 14

    Ratsak, C. H., Maarsen, K. A. & Kooijman, S. A. L. M. (1996). Effects of protozoa on carbon mineralization in activated sludge. Water Research 30(1): 1–12. DOI: 10.1016/0043-1354(95)00096-4Peer-reviewed

    Misst, wie Protozoen die Kohlenstoffmineralisierung im Belebtschlamm beeinflussen. Indem sie dispergierte Bakterien abweiden, verschieben Protozoen, wie viel organischer Kohlenstoff zu CO2 veratmet und wie viel als Biomasse zurückgehalten wird — die Arbeit quantifiziert damit einen Nahrungsnetzeffekt, der sowohl die Klarheit des Ablaufs als auch die Netto-Schlammproduktion prägt.

  15. 15

    Luxmy, B. S., Nakajima, F. & Yamamoto, K. (2000). Predator grazing effect on bacterial size distribution and floc size variation in membrane-separation activated sludge. Water Science & Technology 42(3–4): 211–217. DOI: 10.2166/wst.2000.0382Peer-reviewed

    In einem Belebtschlammsystem mit Membranabtrennung maß diese Studie, wie räuberische Protozoen die Größenverteilung der Bakterien und die Flockengröße veränderten; sessile und frei schwimmende Ciliaten gingen mit deutlich weniger sehr kleinen Zellen (~1 µm) einher. Ein Beleg für die anerkannte klärende Rolle der Bakterienfresser.

  16. 16

    Pogue, A. J. (2004). Impact of Protozoan Grazing on Nitrification and the Ammonia-And-Nitrite-Oxidizing Bacterial Communities in Activated Sludge. Toronto Metropolitan University (thesis). DOI: 10.32920/ryerson.14649873Hochschulschrift

    Eine an der Ryerson (heute Toronto Metropolitan University) entstandene Abschlussarbeit, die untersucht, wie der Fraß durch Protozoen die Nitrifikationsraten und die ammoniak- und nitritoxidierenden Bakteriengemeinschaften des Belebtschlamms prägt. Sie veranschaulicht die anerkannte Rolle der Bakterienfresser für die Struktur eines Behandlungskonsortiums und dessen gemessene Leistung.

  17. 17

    Orhon, D., Cokgor, E. U., Insel, G. & Karahan, O. et al. (2009). Validity of Monod kinetics at different sludge ages – Peptone biodegradation under aerobic conditions. Bioresource Technology 100(23): 5678–5686. DOI: 10.1016/j.biortech.2009.06.046Peer-reviewed

    Eine experimentelle Prüfung, ob die substratlimitierte Wachstumskinetik nach Monod über verschiedene Schlammalter hinweg gilt, anhand des biologischen Abbaus von Pepton unter aeroben Bedingungen. Das Monod-Modell liegt der Auslegung über die Feststoffverweilzeit zugrunde — wie lange Feststoffe zurückgehalten werden müssen, damit sich die gewünschten Organismen etablieren —, daher sind seine Grenzen für die Bemessung von Verfahren von Bedeutung.

  18. 18

    Madoni, P. (2011). Protozoa in wastewater treatment processes: A minireview. Italian Journal of Zoology 78(1): 3–11. DOI: 10.1080/11250000903373797Peer-reviewed

    Eine knappe Übersicht über die Protozoen, die die Gemeinschaften in der Abwasserbehandlung besiedeln; ihr Abweiden dispergierter Bakterien geht mit einem klareren Ablauf einher, und ihre Häufigkeit dient als anerkannter Bioindikator für den Zustand des Prozesses. Nützlicher Hintergrund zur breiteren Biologie einer arbeitenden Lagune.

  19. 19

    Garrett, R. A. (2014). A backward view from 16S rRNA to archaea to the universal tree of life to progenotes. RNA Biology 11(3): 232–235. DOI: 10.4161/rna.28228Peer-reviewed

    Ein rückblickender Essay, der den Weg von der 16S-rRNA-Sequenzierung bis zur Anerkennung der Archaea und zum universellen Stammbaum des Lebens nachzeichnet. Er dokumentiert die molekularphylogenetische Methode, die später zum Standardwerkzeug wurde, um festzustellen, welche Organismen in einem Behandlungssystem vorhanden sind.

  20. 20

    Sheik, A. R., Muller, E. E. L. & Wilmes, P. (2014). A hundred years of activated sludge: time for a rethink. Frontiers in Microbiology 5. DOI: 10.3389/fmicb.2014.00047Peer-reviewed

    Ein Rückblick zum hundertjährigen Bestehen des Belebtschlammverfahrens, der argumentiert, dass kultivierungsunabhängige molekulare Methoden bis 2014 einen Großteil des früheren Verständnisses darüber umgestoßen hatten, welche Organismen die Gemeinschaft strukturieren und tragen. Eine gut lesbare Einordnung des Wandels hin zu genombasierten Sichtweisen der Abwasserbehandlung.

  21. 21

    Switzenbaum, M. (2019). The beginning of biological phosphorus removal. Water Environment Research 91(4): 364. DOI: 10.1002/wer.1042Peer-reviewed

    Ein kurzer historischer Abriss darüber, wie die biologische Phosphorentfernung entdeckt wurde — die Beobachtung der „Luxusaufnahme“ von Phosphor durch Levin und Shapiro im Jahr 1965, die zum Phostrip-Verfahren führte. Eine Erinnerung daran, dass ein wichtiger Verfahrensfortschritt aus Feldbeobachtungen und nicht aus gezielter Planung hervorging.

  22. 22

    Yuan, Y., Yu, Y., Xi, H. & Zhou, Y. et al. (2019). Comparison of four test methods for toxicity evaluation of typical toxicants in petrochemical wastewater on activated sludge. Science of the Total Environment 685: 273–279. DOI: 10.1016/j.scitotenv.2019.05.389Peer-reviewed

    Ein Methodenvergleich, der vier Tests zur Beurteilung bewertet, wie toxisch Schadstoffe aus petrochemischem Abwasser für Belebtschlammbiomasse sind. Nützlich, wenn ein Betreiber entscheiden muss, ob eine ankommende Industriefracht die Behandlungsbiologie hemmen wird und welchem Toxizitätstest er für dieses Urteil vertrauen kann.

  23. 23

    Shao, Y., Liu, G. H., Wang, Y. & Zhang, Y. et al. (2020). Sludge characteristics, system performance and microbial kinetics of ultra-short-SRT activated sludge processes. Environment International 143: 105973. DOI: 10.1016/j.envint.2020.105973Peer-reviewed

    Eine Verfahrensstudie, die Schlammeigenschaften, Reinigungsleistung und mikrobielle Kinetik charakterisiert, wenn Belebtschlamm bei ultrakurzen Feststoffverweilzeiten betrieben wird. Die Feststoffverweilzeit ist ein zentraler Auslegungshebel, der bestimmt, welche funktionellen Gruppen zurückgehalten werden und wie sich der entstehende Schlamm absetzt.

  24. 24

    Janiak, K., Zięba, B., Szetela, R. & Muszyński-Huhajło, M. et al. (2021). Approach to modeling protozoa grazing on the basis of the current state of knowledge. Ecological Modelling 447: 109503. DOI: 10.1016/j.ecolmodel.2021.109503Peer-reviewed

    Entwickelt einen Modellierungsansatz für das Abweiden dispergierter Bakterien durch Protozoen im Belebtschlamm und fasst den aktuellen Wissensstand zusammen. Da dieses Abweiden die freie Wasserphase klärt und den Zustand des Prozesses widerspiegelt, hilft seine quantitative Abbildung, die Ablaufqualität in der biologischen Behandlung zu erklären und vorherzusagen.

  25. 25

    Wanner, J. (2021). The development in biological wastewater treatment over the last 50 years. Design, Operation and Economics of Large Wastewater Treatment Plants. DOI: 10.2166/9781789064490_ch3Peer-reviewed

    Ein Buchkapitel, das fünfzig Jahre biologischer Abwasserbehandlung zusammenfasst und den Bogen von der reinen BSB-Entfernung über die Stickstoff- und Phosphorentfernung bis zur molekularen Identifizierung der jeweils verantwortlichen Organismen spannt. Ein kompakter historischer Überblick von einer langjährigen Autorität des Fachgebiets.

  26. 26

    US EPA (2024). Septic Tank Additives Fact Sheet. US EPA, Office of Wastewater Management.Behörde

    Das aktuelle Merkblatt der EPA zu Zusatzmitteln für Klärgruben, das klar feststellt, dass solche Produkte für häusliche Kleinkläranlagen nicht empfohlen werden — die benötigten Mikroorganismen sind bereits vorhanden — und unwirksam oder sogar schädlich sein können. Der regulatorische Ankerpunkt für Skepsis gegenüber Zusatzprodukten.

  27. 27

    Wikipedia contributors (n.d.). Carl Woese. Wikipedia.Nachschlagewerk

    Der Lexikoneintrag zum Mikrobiologen Carl Woese, zitiert wegen der Arbeit von ihm und George Fox aus dem Jahr 1977, in der sie mittels Sequenzierung ribosomaler RNA die Archaea als dritte Domäne des Lebens beschrieben. Hintergrund statt Behandlungsevidenz — die für die anaerobe Faulung zentralen Methanbildner sind Archaea.

021957–2025

Lagunen und Abwasserteiche

Das System, das SediLogic tatsächlich behandelt. Eine fakultative Lagune ist ein Ökosystem: Algen versorgen die Oberfläche mit Sauerstoff, Bakterien bauen die Fracht ab, und Feststoffe setzen sich zu einer anaeroben Schlammschicht am Grund ab. Diese Arbeiten beschreiben, wie das funktioniert und woran es scheitert.

  1. 28

    Oswald, W. J. & Gotaas, H. B. (1957). Photosynthesis in Sewage Treatment. Transactions of the American Society of Civil Engineers 122(1): 73–97. DOI: 10.1061/taceat.0007483Peer-reviewed

    Die grundlegende Studie zur photosynthetischen Sauerstoffversorgung in Abwasserteichen, die die Partnerschaft von Algen und Bakterien beschreibt, die eine fakultative Lagune antreibt: Algen liefern tagsüber Sauerstoff, Bakterien bauen die organische Fracht ab. Sie ist nach wie vor die theoretische Grundlage der Teich- und Lagunenbehandlung.

  2. 29

    Holm, H. W. & Vennes, J. W. (1970). Occurrence of Purple Sulfur Bacteria in a Sewage Treatment Lagoon. Applied Microbiology 19(6): 988–996. DOI: 10.1128/am.19.6.988-996.1970Peer-reviewed

    Dokumentierte eine Massenentwicklung von Purpurschwefelbakterien in den anaeroben Tiefen einer Abwasserlagune und kartierte die Sulfid-, Sauerstoff- und Lichtgradienten, die ihr Fortbestehen ermöglichen. Ein seltener genauer Blick auf die geschichtete mikrobielle Welt am Grund einer realen Lagune.

  3. 30

    Abeliovich, A. & Azov, Y. (1976). Toxicity of ammonia to algae in sewage oxidation ponds. Applied and Environmental Microbiology 31(6): 801–806. DOI: 10.1128/aem.31.6.801-806.1976Peer-reviewed

    Zeigte, dass freies Ammoniak oberhalb von etwa 2 mM bei hohem pH-Wert die Photosynthese der Algen hemmt, die Abwasserteiche mit Sauerstoff versorgen. Das erklärt ein häufiges Versagen von Lagunen: Eine hohe Ammoniakfracht bringt die teicheigene Sauerstoffversorgung zum Erliegen.

  4. 31

    Nelson, K. L., Jiménez Cisneros, B., Tchobanoglous, G. & Darby, J. L. (2004). Sludge accumulation, characteristics, and pathogen inactivation in four primary waste stabilization ponds in central Mexico. Water Research 38(1): 111–127. DOI: 10.1016/j.watres.2003.09.013Peer-reviewed

    Maß Schlammansammlung und -zusammensetzung in vier primären Abwasserteichen — eine der wenigen Feldstudien, die die benthische Schicht direkt charakterisieren. Unmittelbar relevant dafür, wie und wie schnell sich eine Lagune mit abgesetzten Feststoffen füllt.

  5. 32

    Butler, E., Hung, Y.-T. et al. (2015). Oxidation pond for municipal wastewater treatment. Applied Water Science 7(1): 31–51. DOI: 10.1007/s13201-015-0285-zPeer-reviewed

    Eine Open-Access-Übersicht über Verfahren, Auslegung und Kosten von Oxidationsteichen, die die mikrobielle und algenbasierte Grundlage der Teichbehandlung und deren Wirtschaftlichkeit darlegt. Ein nützlicher moderner Einstieg in die Lagunenliteratur.

  6. 33

    Ho, L., Van Echelpoel, W. & Goethals, P. (2017). Design of waste stabilization pond systems: A review. Water Research 123: 236–248. DOI: 10.1016/j.watres.2017.06.071Peer-reviewed

    Eine systematische Übersicht zur Auslegung von Abwasserteichen, die die empirischen und mechanistischen Modelle abwägt, mit denen Betreiber Teiche bemessen. Sie dokumentiert auch, wie viel der Auslegungsgrundlage noch immer auf Faustregeln beruht.

  7. 34

    Mahapatra, S., Samal, K. & Dash, R. R. (2022). Waste Stabilization Pond (WSP) for wastewater treatment: A review on factors, modelling and cost analysis. Journal of Environmental Management 308: 114668. DOI: 10.1016/j.jenvman.2022.114668Peer-reviewed

    Eine neuere Übersicht über Einflussfaktoren, Modellierung und Kosten von Abwasserteichen, die die Auslegungsliteratur und deren wirtschaftliche Aspekte aktualisiert. Ein aktueller Überblick über den Wissensstand der Teichtechnik.

  8. 35

    Ruto, D. S., Jang, Z. S., Cornejo, P. K. & Leverenz, H. L. et al. (2025). Toward Sustainable Lagoon Wastewater Treatment: A Review of Nutrient Management Technologies and Their Suitability for Small Communities. ACS ES&T Water 5(11): 6200–6216. DOI: 10.1021/acsestwater.5c00757Peer-reviewed

    Eine systematische Übersicht über rund tausend Studien zur Lagunenbehandlung mit Schwerpunkt auf dem Nährstoffmanagement für die kleinen Gemeinden, die auf Teiche angewiesen sind. Eine aktuelle Bestandsaufnahme dessen, was Lagunen gut leisten und wo sie an Grenzen stoßen.

  9. 36

    Uhlmann, D. (1979). Bod removal rates of waste stabilization ponds as a function of loading, retention time, temperature and hydraulic flow pattern. Water Research 13(2): 193–200. DOI: 10.1016/0043-1354(79)90092-7Peer-reviewed

    Eine frühe Analyse, die die BSB-Entfernung in Abwasserteichen mit organischer Belastung, Aufenthaltszeit, Temperatur und hydraulischem Strömungsmuster in Beziehung setzt. Sie dokumentiert, wie stark Abbauraten erster Ordnung über Klimazonen und Konfigurationen hinweg streuen — eine Warnung davor, von irgendeinem Teich eine einzige vorhersagbare Abbaurate zu erwarten.

  10. 37

    Muirhead, T. J. (1990). Innovative management of an Aerated/Facultative Lagoon suspended—growth biological treatment system for high strength industrial waste stabilization. Environmental Progress 9(3): 174–182. DOI: 10.1002/ep.670090319Peer-reviewed

    Ein Praxisbericht über den Betrieb einer belüfteten/fakultativen Lagune, die hochbelastetes Industrieabwasser behandelt, als biologisches System mit suspendierter Biomasse. Praktische Betriebserfahrung damit, eine Teichkonfiguration so weit auszureizen, dass sie hohe organische Frachten trägt — der Kontext, in dem Feststoffansammlung und Stabilisierung am dringlichsten werden.

  11. 38

    Nameche, T. & Vasel, J. L. (1998). Hydrodynamic studies and modelization for aerated lagoons and waste stabilization ponds. Water Research 32(10): 3039–3045. DOI: 10.1016/s0043-1354(98)00091-8Peer-reviewed

    Charakterisiert die Hydrodynamik belüfteter Lagunen und Abwasserteiche und modelliert ihre Strömungsmuster, von der Pfropfenströmung bis zur vollständigen Durchmischung. Da das Mischungsregime stark bestimmt, wie gut ein Teich BSB tatsächlich entfernt, stützt diese Arbeit eine realistische Leistungsprognose statt idealisierter Auslegungsannahmen.

  12. 39

    Rockne, K. J. & Brezonik, P. L. (2006). Nutrient Removal in a Cold-Region Wastewater Stabilization Pond: Importance of Ammonia Volatilization. Journal of Environmental Engineering 132(4): 451–459. DOI: 10.1061/(ASCE)0733-9372(2006)132:4(451)Peer-reviewed

    Eine einjährige Nährstoff-Massenbilanzstudie an einer aus drei Teichen bestehenden Abwasserteichanlage in einer kalten Region in Minnesota, die rund 80 % des zulaufenden Stickstoffs verlor; der größte Teil davon wurde der Ammoniakverflüchtigung während eines algenbedingten pH-Anstiegs im Frühjahr zugeschrieben statt der biologischen Nitrifikation. Ein warnender Befund dazu, wie Lagunen in kaltem Klima tatsächlich Stickstoff verlieren.

  13. 40

    von Sperling, M. (2007). Waste Stabilisation Ponds. IWA Publishing (Biological Wastewater Treatment Series, Vol. 3).Peer-reviewed

    Ein IWA-Referenzband — ein Buch —, der Abwasserteiche umfassend darstellt: die klassische Abfolge aus Anaerob-, fakultativem und Schönungsteich, Auslegungs- und Belastungsgrundsätze, erreichbare Leistung und Entfernungsmechanismen, Nachteile und betriebliche Grenzen. Band 3 aus von Sperlings Reihe „Biological Wastewater Treatment“.

  14. 41

    BioLynceus (2020). Solids Reduction in Lagoons with BioLynceus Probiotic Dredging. BioLynceus (white paper).Vom Hersteller veröffentlicht

    Ein Whitepaper eines Herstellers mit den eigenen Lagunen-Fallstudien von BioLynceus — berichtete Verringerungen der Schlammhöhe und vermiedene Baggerkosten aus dessen Dosierprogramm. Vom Hersteller veröffentlichtes Marketing ohne unbehandelte Kontrollen, Verblindung oder unabhängige Überprüfung; die Zahlen sind die eigenen des Unternehmens und werden hier als abzuwägende Behauptung angeführt, nicht als Evidenz.

  15. 42

    Yang, C.-C., Lu, M.-S., Dao, K. C. & Lin, J.-W. et al. (2020). Comparison of the Influences of Cadmium Toxicity to Phosphate Removal in Activated Sludge Separately Fed by Glucose and Acetic Acid as Carbon Sources. Water 12(4): 1205. DOI: 10.3390/w12041205Peer-reviewed

    Eine Laborstudie, die misst, wie Cadmium die biologische Phosphatentfernung im Belebtschlamm beeinträchtigt, und dabei mit Glucose und mit Essigsäure gefütterte Kulturen vergleicht. Sie ermittelt eine Hemmschwelle für Schwermetalle bei der Phosphoraufnahme — relevant, wo industrielle Metalle in eine Lagune gelangen und die Nährstoffaufnahme durch die Behandlungsbiologie verringern.

  16. 43

    Ho, L., Jerves-Cobo, R., Morales, O. & Larriva, J. et al. (2021). Spatial and temporal variations of greenhouse gas emissions from a waste stabilization pond: Effects of sludge distribution and accumulation. Water Research 193: 116858. DOI: 10.1016/j.watres.2021.116858Peer-reviewed

    Eine Feldstudie, die räumlich und zeitlich kartiert, wie Schlammverteilung und -ansammlung die Treibhausgasemissionen eines Abwasserteichs bestimmen. Unmittelbar relevant für Lagunenbetreiber: Sie verknüpft die benthische Schlammschicht mit der Freisetzung von Methan und Lachgas — ein realer Preis dafür, Feststoffe anwachsen zu lassen.

  17. 44

    Zhang, X., Li, S., Zheng, S. & Duan, S. (2021). Impact of dissolved oxygen and loading rate on NH 3 oxidation and N 2 production mechanisms in activated sludge treatment of sewage. Microbial Biotechnology 14(2): 419–429. DOI: 10.1111/1751-7915.13599Peer-reviewed

    Eine mechanistische Studie, die zeigt, dass gelöster Sauerstoff und Belastungsrate gemeinsam bestimmen, ob Ammoniak vollständig zu Nitrat oxidiert wird oder beim Nitrit stehen bleibt und wie viel Lachgas entweicht, indem sie die Sauerstoffverfügbarkeit für ammoniak- gegenüber nitritoxidierenden Bakterien steuern. Erklärt, warum das Stickstoffverhalten in Lagunen so sauerstoffempfindlich ist.

  18. 45

    D’Aoust, P. M., Vincent, S., LeBlond, G. & Arabgol, R. et al. (2022). Upgrading municipal lagoons in temperate and cold climates: Total nitrogen removal and phosphorus assimilation at ultra‐low temperatures. Water and Environment Journal 36(2): 308–320. DOI: 10.1111/wej.12736Peer-reviewed

    Eine MBBR-Nachrüstung im Pilotmaßstab an einer kommunalen Lagune in kaltem Klima erreichte bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt eine Entfernung von rund 70 % des Gesamtstickstoffs und 75 % des Phosphors und identifizierte Sulfid aus anaeroben Bodensedimenten als wahrscheinlichen Hemmstoff der Nitrifikanten. Ein Beleg dafür, dass kalte Lagunen zur Einhaltung von Stickstoffgrenzwerten oft zusätzliche Anlagentechnik benötigen, nicht Biologie im Teich.

  19. 46

    Gerson, E., Kifanyi, G. E., Shegwando, O. R. & Ojija, F. (2025). Stage-wise performance evaluation of the Kalobe waste stabilization ponds in Mbeya, Tanzania: Efficiency in organic load and nutrient removal. Asian Journal of Water, Environment and Pollution 22(6): 198. DOI: 10.36922/ajwep025320249Peer-reviewed

    Eine Feldbewertung der Abwasserteiche von Kalobe in Tansania, die die Verringerung der organischen Fracht und der Nährstoffe Stufe für Stufe entlang der Teichkaskade misst. Praxisdaten zur Leistung des Teichtyps, den die Kunden von SediLogic betreiben, allerdings untersucht die Arbeit die Stufung der Teiche und keinen Dosiereingriff.

  20. 47

    Wang, J., Zhang, Q., Wang, M. & Li, W. et al. (2025). Integrated field-scale natural composite oxidation pond system for livestock wastewater treatment: Microbial insights and nutrient removal dynamics. Ecotoxicology and Environmental Safety 303: 119026. DOI: 10.1016/j.ecoenv.2025.119026Peer-reviewed

    Eine Studie im Feldmaßstab an einem integrierten natürlichen Verbund-Oxidationsteich, der Abwasser aus der Tierhaltung behandelt; sie berichtet die Dynamik der Nährstoffentfernung zusammen mit der mikrobiellen Gemeinschaft des Teichs. Nützlich als neuere begutachtete Evidenz zu Teichen, auch wenn sie ein ganzes integriertes System bewertet, statt einen einzelnen Bioaugmentationseffekt zu isolieren.

  21. 48

    Zheng, X., Liu, R., Li, K. & Sun, J. et al. (2025). Microalgae-bacteria symbiosis enhanced nitrogen removal from wastewater in an inversed fluidized bed bioreactor: performance and microflora. Frontiers in Microbiology 16. DOI: 10.3389/fmicb.2025.1591974Peer-reviewed

    Eine Bioreaktorstudie, die berichtet, dass eine Mikroalgen-Bakterien-Symbiose über mehr als 240 Tage ohne externe Belüftung eine hohe Gesamtstickstoffentfernung erreichte. Sie veranschaulicht den Sauerstoffaustausch zwischen Algen und Bakterien, der fakultativen Lagunen zugrunde liegt — von Interesse dafür, wie Teiche Stickstoff umsetzen.

03Flocken, EPS und Absetzen

Warum Schlamm zusammenhält und sich absetzt

Bioaugmentation wird unter anderem mit einem verbesserten Absetzverhalten verkauft. Was eine Flocke zusammenhält — und was sie zerbrechen lässt —, ist die extrazelluläre Polymermatrix. Dies ist die Wissenschaft dieser Matrix.

  1. 49

    Frølund, B., Griebe, T. & Nielsen, P. H. (1995). Enzymatic activity in the activated-sludge floc matrix. Applied Microbiology and Biotechnology 43(4): 755–761. DOI: 10.1007/bf00164784Peer-reviewed

    Fand eine beträchtliche hydrolytische Enzymaktivität, die in der Flocke selbst gebunden ist, nicht nur im Inneren der Zellen. Ein Beleg dafür, dass ein Großteil des Abbaus organischer Feststoffe tatsächlich in der Flockenmatrix stattfindet.

  2. 50

    Frølund, B., Palmgren, R., Keiding, K. & Nielsen, P. H. (1996). Extraction of extracellular polymers from activated sludge using a cation exchange resin. Water Research 30(8): 1749–1758. DOI: 10.1016/0043-1354(95)00323-1Peer-reviewed

    Führte die Kationenaustauscherharz-Methode zur Extraktion extrazellulärer polymerer Substanzen aus Schlamm ein, die heute die Standardtechnik ist. Sie machte die klebrige Matrix, die eine Flocke bindet, messbar, und ein Großteil der EPS-Literatur baut darauf auf.

  3. 51

    Liu, Y. & Fang, H. H. P. (2003). Influences of Extracellular Polymeric Substances (EPS) on Flocculation, Settling, and Dewatering of Activated Sludge. Critical Reviews in Environmental Science and Technology 33(3): 237–273. DOI: 10.1080/10643380390814479Peer-reviewed

    Eine Synthese von über 200 Studien dazu, wie extrazelluläre polymere Substanzen die Flockung, das Absetzen und die Entwässerung von Belebtschlamm bestimmen und wie der Proteingehalt die Hydrophobizität der Flocken steuert. Die maßgebliche Übersicht dazu, warum sich Schlamm gut oder schlecht absetzt.

  4. 52

    Suresh, A., Grygolowicz-Pawlak, E., Pathak, S. & Poh, L. S. et al. (2018). Understanding and optimization of the flocculation process in biological wastewater treatment processes: A review. Chemosphere 210: 401–416. DOI: 10.1016/j.chemosphere.2018.07.021Peer-reviewed

    Gibt einen Überblick darüber, was die Flockung tatsächlich bestimmt — EPS, Oberflächenladung, Hydrophobizität, Kationen und Betriebsbedingungen — und wie sie sich steuern lässt. Erklärt, warum das Absetzen eine verfahrenstechnische Größe ist und keine feste Eigenschaft des Schlamms.

  5. 53

    Huang, L., Jin, Y., Zhou, D. & Liu, L. et al. (2022). A Review of the Role of Extracellular Polymeric Substances (EPS) in Wastewater Treatment Systems. International Journal of Environmental Research and Public Health 19(19): 12191. DOI: 10.3390/ijerph191912191Peer-reviewed

    Eine aktuelle Übersicht darüber, wie extrazelluläre polymere Substanzen — der mikrobielle Klebstoff — Flockung, Absetzen und Entwässerung bestimmen. Warum dieselben Organismen Feststoffe entweder zu absetzbaren Flocken binden oder aber Wasser zurückhalten und sich dem widersetzen können.

  6. 54

    Chen, X., Kong, F., Fu, Y. & Si, C. et al. (2019). Improvements on activated sludge settling and flocculation using biomass-based fly ash as activator. Scientific Reports 9: 14590. DOI: 10.1038/s41598-019-50879-6Peer-reviewed

    Eine kontrollierte Studie, die Absetzverhalten und Flockung mit einem mineralischen Zusatzstoff verbesserte. Ein konkretes Beispiel dafür, dass sich das Absetzen beeinflussen lässt, und für die physikalische, nicht nur biologische Seite der Feststoffabtrennung.

  7. 55

    Tezuka, Y. (1969). Cation-dependent Flocculation in a Flavobacterium Species Predominant in Activated Sludge. Applied Microbiology 17(2): 222–226. DOI: 10.1128/am.17.2.222-226.1969Peer-reviewed

    Ein klassischer Nachweis von 1969, dass eine im Belebtschlamm dominierende Flavobacterium-Art bei Zugabe von Mineralsalzen erneut ausflockte — selbst nachdem die Zellen durch Hitze oder Trypsin abgetötet worden waren —, womit sich die Flockung als kationenvermittelter physikalisch-chemischer und nicht als stoffwechselbedingter Effekt erwies. Ein Maßstab, an dem jede Behauptung, „Bioaugmentation verbessert das Absetzverhalten“, gemessen werden muss.

  8. 56

    Güde, H. (1982). Interactions between floc-forming and nonfloc-forming bacterial populations from activated sludge. Current Microbiology 7(6): 347–350. DOI: 10.1007/bf01572602Peer-reviewed

    Klassische Kokulturexperimente, die spezifische, nicht zufällige Wechselwirkungen zwischen flockenbildenden und nicht flockenbildenden Bakterien zeigen, bei denen schlechte Flockenbildner dennoch von flockenbildenden Partnern in Flocken eingebunden werden, statt eigenständig zu aggregieren. Das legt nahe, dass ein eingebrachter Stamm, der sich schlecht absetzt, dennoch eingebaut werden kann — relevant für die Frage, ob eine Augmentation Bestand hat.

  9. 57

    Li, D. H. & Ganczarczyk, J. J. (1987). Stroboscopic determination of settling velocity, size and porosity of activated sludge flocs. Water Research 21(3): 257–262. DOI: 10.1016/0043-1354(87)90203-xPeer-reviewed

    Eine klassische Studie, die mittels stroboskopischer Fotografie Sinkgeschwindigkeit, Größe und Porosität einzelner Belebtschlammflocken maß und Beziehungen zwischen Flockengröße und Sinkgeschwindigkeit aufstellte, die bis heute grundlegend für Absetzmodelle sind. Sie bildet die Grundlage dafür, wie Feststoffrückhalt und Verdichtung vorhergesagt werden.

  10. 58

    Lee, D. J., Chen, G. W., Liao, Y. C. & Hsieh, C. C. (1996). On the free-settling test for estimating activated sludge floc density. Water Research 30(3): 541–550. DOI: 10.1016/0043-1354(95)00229-4Peer-reviewed

    Eine methodische Studie, die einen Test im freien Absetzen vorschlägt, um die effektive Dichte von Belebtschlammflocken abzuschätzen. Die Flockendichte bestimmt die Sinkgeschwindigkeit und damit, wie leicht sich Feststoffe abtrennen und verdichten; sie ist daher grundlegend für das Absetzverhalten, das hinter der Nachklärleistung und der Schlammansammlung steht.

  11. 59

    Zita, A. & Hermansson, M. (1997). Effects of bacterial cell surface structures and hydrophobicity on attachment to activated sludge flocs. Applied and Environmental Microbiology 63(3): 1168–1170. DOI: 10.1128/aem.63.3.1168-1170.1997Peer-reviewed

    Eine Studie, die feststellte, dass die Zelloberflächenmerkmale und die Hydrophobizität eines Bakteriums bestimmen, wie gut es an bereits gebildete Belebtschlammflocken anhaftet. Unmittelbar relevant für die Bioaugmentation: ob sich ein zugesetzter Stamm in der Flocke festsetzt und dort bleibt, statt direkt ausgewaschen zu werden.

  12. 60

    Bura, R., Cheung, M., Liao, B. & Finlayson, J. et al. (1998). Composition of extracellular polymeric substances in the activated sludge floc matrix. Water Science and Technology 37(4–5): 325–333. DOI: 10.2166/wst.1998.0657Peer-reviewed

    Eine grundlegende Charakterisierung der extrazellulären polymeren Substanzen, die die Belebtschlammflocke binden — der Proteine, Polysaccharide und begleitenden Stoffe der Flockenmatrix, aufgeteilt in gebundene und gelöste Fraktionen. Viele spätere Arbeiten zu Flocken, Absetzen und EPS stützen sich auf diese Darstellung dessen, was eine Flocke tatsächlich zusammenhält.

  13. 61

    Guellil, A., Boualam, M., Quiquampoix, H. & Ginestet, P. et al. (2001). Hydrolysis of wastewater colloidal organic matter by extracellular enzymes extracted from activated sludge flocs. Water Science and Technology 43(6): 33–40. DOI: 10.2166/wst.2001.0334Peer-reviewed

    Extrahierte extrazelluläre Enzyme direkt aus Belebtschlammflocken und zeigte, dass sie kolloidales organisches Material zu löslichen Substraten hydrolysieren; damit war belegt, dass flockengebundene enzymatische Aktivität — nicht nur die Aufnahme in die Zellen — wesentlich zum Abbau organischen Materials beiträgt. Unmittelbar relevant dafür, wie biologische Produkte Feststoffe abbauen.

  14. 62

    Kim, D. J., Lee, D. I., Cha, G. C. & Keller, J. (2008). Analysis of Free Ammonia Inhibition of Nitrite Oxidizing Bacteria Using a Dissolved Oxygen Respirometer. Environmental Engineering Research 13(3): 125–130. DOI: 10.4491/eer.2008.13.3.125Peer-reviewed

    Quantifiziert mit einem Respirometer auf Basis des gelösten Sauerstoffs, wie freies Ammoniak die nitritoxidierenden Bakterien hemmt, die den zweiten Schritt der Nitrifikation tragen. Erklärt einen Mechanismus, durch den erhöhtes Ammoniak die Stickstoffumwandlung beim Nitrit zum Stillstand bringt — ein Grund dafür, dass eine verlässliche Nitrifikation zu den schwerer zu erreichenden Ergebnissen in einer Lagune gehört.

  15. 63

    Larsen, P., Nielsen, J. L., Otzen, D. & Nielsen, P. H. (2008). Amyloid-Like Adhesins Produced by Floc-Forming and Filamentous Bacteria in Activated Sludge. Applied and Environmental Microbiology 74(5): 1517–1526. DOI: 10.1128/aem.02274-07Peer-reviewed

    Mithilfe konformationsspezifischer Antikörper fand diese Studie, dass amyloidähnliche Proteinfibrillen reichlich vorhandene, bisher unterschätzte Strukturbestandteile der Belebtschlamm-EPS sind, gebildet von einem taxonomisch breiten Spektrum flockenbildender und fadenförmiger Bakterien. Ergänzt das Inventar dessen, was Flocken physisch zusammenhält, um haftende Proteinfibrillen.

  16. 64

    Wang, B. B., Chang, Q., Peng, D. C. & Hou, Y. P. et al. (2014). A new classification paradigm of extracellular polymeric substances (EPS) in activated sludge: Separation and characterization of exopolymers between floc level and microcolony level. Water Research 64: 53–60. DOI: 10.1016/j.watres.2014.07.003Peer-reviewed

    Schlägt vor, die extrazellulären polymeren Substanzen (EPS), die Belebtschlamm binden, in getrennte Fraktionen auf Flocken- und auf Mikrokolonieebene aufzuteilen, und charakterisiert jede davon. Verfeinert das Verständnis der hydratisierten Matrix, die Flocken zusammenhält und bestimmt, wie sich Biomasse absetzt — grundlegend für die Deutung des Schlammverhaltens in Teichen.

  17. 65

    An, W., Guo, F., Song, Y. & Gao, N. et al. (2016). Comparative genomics analyses on EPS biosynthesis genes required for floc formation of Zoogloea resiniphila and other activated sludge bacteria. Water Research 102: 494–504. DOI: 10.1016/j.watres.2016.06.058Peer-reviewed

    Vergleicht die Genome von Zoogloea resiniphila, einem klassischen Flockenbildner, mit denen anderer Belebtschlammbakterien, um die für die Flockenbildung erforderlichen Gencluster der EPS-Biosynthese zu identifizieren. Liefert eine genetische, nicht bloß physikalisch-chemische Grundlage dafür, warum manche Organismen Flocken bilden und sich gut absetzen — relevant für den Feststoffrückhalt.

  18. 66

    Alves, A. P. A., Lima, P. S., Dezotti, M. & Bassin, J. P. (2017). Impact of phenol shock loads on the performance of a combined activated sludge-moving bed biofilm reactor system. International Biodeterioration & Biodegradation 123: 146–155. DOI: 10.1016/j.ibiod.2017.06.015Peer-reviewed

    Eine Reaktorstudie, die misst, wie Phenol-Stoßbelastungen einen kombinierten Belebtschlamm- und Wirbelbett-Biofilmreaktor stören und wie sich seine Leistung, einschließlich der Nitrifikation, danach erholt. Relevant für das Verständnis, wie ein biologisches Behandlungssystem einer toxischen organischen Belastung standhält und sich davon erholt.

  19. 67

    Nayyar, A., Walker, G., Wardrop, F. & Adya, A. K. (2017). Flocculation in industrial strains ofSaccharomyces cerevisiae: role of cell wall polysaccharides and lectin-like receptors. Journal of the Institute of Brewing 123(2): 211–218. DOI: 10.1002/jib.421Peer-reviewed

    Untersucht, wie die Flockung von Brauhefe von Zellwandpolysacchariden und lektinartigen Rezeptoren abhängt — eine spezifische molekulare Erkennung nach dem „Schlüssel-Schloss-Prinzip“ statt nur unspezifischer physikalisch-chemischer Anziehung. Aufgenommen als fachübergreifende Veranschaulichung dafür, dass biologische Aggregation und damit das Absetzen von einer definierten Oberflächenchemie angetrieben werden können.

  20. 68

    Han, H., Wu, X., Ge, L. & Qiao, J. (2018). A sludge volume index (SVI) model based on the multivariate local quadratic polynomial regression method. Chinese Journal of Chemical Engineering 26(5): 1071–1077. DOI: 10.1016/j.cjche.2017.08.007Peer-reviewed

    Entwickelt ein datengetriebenes Modell, das den Schlammvolumenindex — die übliche Ersatzgröße für die Absetzbarkeit — mittels multivariater lokaler quadratischer Polynomregression aus Prozessvariablen vorhersagt. Von Interesse, wo Betreiber Absetzprobleme vorhersehen wollen, auch wenn es sich um eine Modellierungsübung und nicht um eine Behandlungsstudie handelt.

  21. 69

    Ouyang, J., Li, C., Wei, L. & Wei, D. et al. (2020). Activated sludge and other aerobic suspended culture processes. Water Environment Research 92(10): 1717–1725. DOI: 10.1002/wer.1427Peer-reviewed

    Eine jährliche Literaturübersicht für Water Environment Research, die die Fortschritte eines Jahres bei Belebtschlamm- und anderen aeroben Verfahren mit suspendierter Biomasse zusammenfasst — Prozessmodellierung, Mikrobiologie, Kinetik sowie Stickstoff- und Phosphormanagement. Ein bequemer Einstieg in die Breite des Fachgebiets.

  22. 70

    Wang, J., Liu, Q., Li, X. & Ma, S. et al. (2020). In-situ monitoring AHL-mediated quorum-sensing regulation of the initial phase of wastewater biofilm formation. Environment International 135: 105326. DOI: 10.1016/j.envint.2019.105326Peer-reviewed

    Beobachtet in situ, wie AHL-basiertes Quorum Sensing — chemische Signalübertragung zwischen Zellen — die früheste Phase der Biofilmbildung im Abwasser reguliert. Ein Beleg dafür, dass Anheftung und Aggregation aktiv durch Zell-Zell-Signale koordiniert werden und nicht auf passivem Anhaften beruhen — mit Folgen dafür, wie sich eingebrachte Organismen etablieren.

  23. 71

    Buzzo, J. R., Devaraj, A., Gloag, E. S. & Jurcisek, J. A. et al. (2021). Z-form extracellular DNA is a structural component of the bacterial biofilm matrix. Cell 184(23): 5740–5758.e17. DOI: 10.1016/j.cell.2021.10.010Peer-reviewed

    Eine molekulare Studie, die belegt, dass extrazelluläre DNA in Z-Form ein echter Strukturbestandteil der Biofilmmatrix ist und nicht bloß Lysetrümmer. Sie vertieft das Verständnis dafür, wie das Polymergerüst aufgebaut ist, das mikrobielle Feststoffe bindet — dieselbe Matrixchemie, die die Integrität der Flocken bestimmt.

  24. 72

    Li, Z., Li, H., Zhao, L. & Liu, X. et al. (2021). Understanding the role of cations and hydrogen bonds on the stability of aerobic granules from the perspective of the aggregation and adhesion behavior of extracellular polymeric substances. Science of The Total Environment 795: 148659. DOI: 10.1016/j.scitotenv.2021.148659Peer-reviewed

    Untersucht, wie zweiwertige Kationen und Wasserstoffbrücken aerobe Granula stabilisieren, betrachtet anhand des Aggregations- und Adhäsionsverhaltens extrazellulärer polymerer Substanzen. Bekräftigt, dass der Zusammenhalt von Granula und Flocken — und damit die Absetzbarkeit — auf physikalisch-chemischer Vernetzung der EPS beruht, nicht allein auf biologischer Aktivität.

  25. 73

    Seviour, T., Winnerdy, F. R., Wong, L. L. & Shi, X. et al. (2021). The biofilm matrix scaffold of Pseudomonas aeruginosa contains G-quadruplex extracellular DNA structures. npj Biofilms and Microbiomes 7(1). DOI: 10.1038/s41522-021-00197-5Peer-reviewed

    Zeigt, dass extrazelluläre DNA in Biofilmen von Pseudomonas aeruginosa geordnete G-Quadruplex-Strukturen bildet, die der Matrix als Gerüst dienen, und weist eDNA damit als echtes Strukturpolymer statt als Lysetrümmer aus. Erweitert das Verständnis von Flocken und EPS über Polysaccharide und Proteine hinaus auf die DNA, die Aggregate mit zusammenhält.

  26. 74

    Asensi, E. & Alemany, E. (2022). A hindered settling velocity model related to the fractal dimension and activated sludge flocs characteristics: Application to a sludge with a previous fragmentation and flocculation process. Separation and Purification Technology 300: 121812. DOI: 10.1016/j.seppur.2022.121812Peer-reviewed

    Eine Studie zu Absetzmodellen, die die Geschwindigkeit des behinderten Absetzens nach einem Fragmentierungs- und Flockungsschritt mit der fraktalen Dimension und den Eigenschaften der Flocken in Beziehung setzt. Sie verfeinert, wie die Flockenstruktur die Absetzgeschwindigkeit vorhersagt — die Physik dahinter, ob sich Feststoffe am Grund verdichten, statt in Schwebe zu bleiben.

  27. 75

    Petrovski, S., Batinovic, S., Rose, J. J. A. & Seviour, R. J. (2022). Biological control of problematic bacterial populations causing foaming in activated sludge wastewater treatment plants—phage therapy and beyond. Letters in Applied Microbiology 75(4): 776–784. DOI: 10.1111/lam.13742Peer-reviewed

    Eine Übersicht über Ansätze der biologischen Kontrolle — allen voran Bakteriophagen —, die gegen die fadenförmigen Bakterien untersucht wurden, die hinter der Schaumbildung in Belebtschlammanlagen stehen, eingebettet in einen Überblick über das breitere Konsortium (Archaeen, Pilze, Protozoen, Metazoen, Phagen). Aufgenommen als Hintergrund zur Ökologie der Organismen, nicht als etwas, das die Produkte von SediLogic zu leisten beanspruchen.

  28. 76

    Shi, H.-X., Wang, J., Liu, S.-Y. & Guo, J.-S. et al. (2022). New insight into filamentous sludge bulking: Potential role of AHL-mediated quorum sensing in deteriorating sludge floc stability and structure. Water Research 212: 118096. DOI: 10.1016/j.watres.2022.118096Peer-reviewed

    Eine mechanistische Studie, die die Quorum-Sensing-Signalgebung über N-Acyl-Homoserinlactone (AHL) mit der Verschlechterung von Flockenstabilität und -struktur bei fädigem Blähschlamm in Verbindung bringt. Relevant für Betreiber, weil Blähschlamm das Absetzen beeinträchtigt, und die Arbeit identifiziert einen chemischen Signalfaktor, der zu schwachen, schlecht absetzenden Flocken beiträgt.

  29. 77

    Yin, Q., Sun, Y., Li, B. & Feng, Z. et al. (2022). The r/K selection theory and its application in biological wastewater treatment processes. Science of The Total Environment 824: 153836. DOI: 10.1016/j.scitotenv.2022.153836Peer-reviewed

    Eine Übersicht, die die ökologische r/K-Selektionstheorie auf die Abwasserbehandlung anwendet und schnell wachsende Organismen mit geringer Affinität, die sich für hohe Belastungen eignen, von langsam wachsenden mit hoher Affinität unterscheidet, die sich für die Nachreinigung eignen. Ein konzeptioneller Rahmen dafür, warum sich zugesetzte Organismen nur dort etablieren, wo die Bedingungen sie tatsächlich begünstigen.

  30. 78

    Daigger, G. T., Kuo, J., Derlon, N. & Houweling, D. et al. (2023). Biological and physical selectors for mobile biofilms, aerobic granules, and densified-biological flocs in continuously flowing wastewater treatment processes: A state-of-the-art review. Water Research 242: 120245. DOI: 10.1016/j.watres.2023.120245Peer-reviewed

    Eine Übersicht zum Stand der Technik, wie biologische und physikalische „Selektoren“ eingesetzt werden, um große, gut absetzbare Aggregate — mobile Biofilme, aerobe Granula und verdichtete Flocken — in kontinuierlich durchflossenen Anlagen statt in Sequencing-Batch-Reaktoren zu kultivieren. Legt die verfahrenstechnischen Hebel für ein gutes Absetzen der Feststoffe dar.

  31. 79

    Kuroda, K., Tomita, S., Kurashita, H. & Hatamoto, M. et al. (2023). Metabolic implications for predatory and parasitic bacterial lineages in activated sludge wastewater treatment systems. Water Research X 20: 100196. DOI: 10.1016/j.wroa.2023.100196Peer-reviewed

    Katalogisiert räuberische und parasitische Bakterienlinien im Belebtschlamm und die stoffwechselbezogenen Folgen ihrer Lebensweise. Kartiert eine biologische Ebene innerhalb der Flockengemeinschaften — Organismen, die sich von anderen Bakterien ernähren —, die den Umsatz der Gemeinschaft und möglicherweise die Netto-Schlammproduktion prägt.

  32. 80

    Sethi, S., Gupta, R., Bharshankh, A. & Sahu, R. et al. (2023). Celebrating 50 years of microbial granulation technologies: From canonical wastewater management to bio-product recovery. Science of the Total Environment 872: 162213. DOI: 10.1016/j.scitotenv.2023.162213Peer-reviewed

    Eine Übersicht anlässlich von fünfzig Jahren mikrobieller Granulierung, die aeroben und anaeroben Granulschlamm von der konventionellen Abwasserbehandlung bis zur Rückgewinnung von Ressourcen und Bioprodukten verfolgt. Eine breite Orientierung dazu, wie dichte, schnell absetzende Granula entstehen und warum die proteinreiche EPS-Matrix, die sie bindet, selbst zu einem Wertstoff geworden ist.

  33. 81

    Waqas, S., Harun, N. Y., Sambudi, N. S. & Abioye, K. J. et al. (2023). Effect of Operating Parameters on the Performance of Integrated Fixed-Film Activated Sludge for Wastewater Treatment. Membranes 13(8): 704. DOI: 10.3390/membranes13080704Peer-reviewed

    Eine Bewertung, wie Betriebsparameter — Belüftung, organische Belastung, Füllgrad der Aufwuchsträger und Aufenthaltszeit — die Leistung von Belebtschlammverfahren mit integrierten Aufwuchsträgern (IFAS) in der Abwasserbehandlung bestimmen. Eine praktische Orientierung zu den Hebeln, die entscheiden, wie viel Reinigungsarbeit der anhaftende Biofilm übernehmen kann.

  34. 82

    Yu, J., Xiao, K., Xu, H. & Li, Y. et al. (2023). Spectroscopic fingerprints profiling the polysaccharide/protein/humic architecture of stratified extracellular polymeric substances (EPS) in activated sludge. Water Research 235: 119866. DOI: 10.1016/j.watres.2023.119866Peer-reviewed

    Nutzt spektroskopische Fingerabdrücke, um die Zusammensetzung der geschichteten EPS-Matrix, die Belebtschlammflocken bindet, aus Polysacchariden, Proteinen und Huminstoffen zu kartieren. Die Arbeit untermauert, warum sich die Flockenarchitektur — und damit Absetzen und Entwässerbarkeit — so verhält, wie sie es tut: die stoffliche Grundlage guten oder schlechten Absetzens von Schlamm.

  35. 83

    Di Trapani, D., Bosco Mofatto, P. M., Cosenza, A. & Mannina, G. (2024). Attached and suspended biomass kinetics in an IFAS-MBR system operated under intermittent aeration: Long-term monitoring under SRT variation. Journal of Environmental Management 370: 122718. DOI: 10.1016/j.jenvman.2024.122718Peer-reviewed

    Eine Langzeit-Monitoringstudie, die in einem IFAS-MBR bei intermittierender Belüftung und wechselnder Feststoffverweilzeit die Kinetik der auf Trägern anhaftenden Biofilmbiomasse von der der suspendierten Biomasse trennt. Sie zeigt, wie der Trägerbiofilm die Nitrifikation weitgehend unabhängig vom Bestand in der freien Wasserphase aufrechterhalten kann — grundlegend für die Auslegung von Verfahren mit sessiler Biomasse.

  36. 84

    Gao, X., Zhang, L., Liu, J. & Zhang, Y. et al. (2024). First application of the novel anaerobic/aerobic/anoxic (AOA) process for advanced nutrient removal in a wastewater treatment plant. Water Research 252: 121234. DOI: 10.1016/j.watres.2024.121234Peer-reviewed

    Berichtet über die erste großtechnische Anwendung einer umgestellten anaerob/aerob/anoxischen Abfolge (AOA) zur weitergehenden Nährstoffentfernung in einer Kläranlage. Ein Beleg dafür, dass eine neue Reihenfolge der klassischen Zonen die Stickstoff- und Phosphorentfernung steigern kann — Kontext dafür, wie moderne Verfahrensketten zur Nährstoffentfernung heute angeordnet sind.

  37. 85

    Lander, S. M., Fisher, G., Everett, B. A. & Tran, P. et al. (2024). Secreted nucleases reclaim extracellular DNA during biofilm development. npj Biofilms and Microbiomes 10(1). DOI: 10.1038/s41522-024-00575-9Peer-reviewed

    Eine molekulare Studie, die zeigt, dass Bakterien während der Biofilmentwicklung Nukleasen ausscheiden, um extrazelluläre DNA zurückzugewinnen — ein Beleg dafür, dass eDNA ein gesteuertes Strukturpolymer der Matrix ist und keine Lysetrümmer. Sie betrifft die Frage, wie die bindende Matrix, die Schlammfeststoffe zusammenhält, aufgebaut und umgebaut wird.

  38. 86

    Wu, Z., Gao, H., Chen, Z. & Su, W. et al. (2024). Effect of predatory bacterial mixtures on biolysis of waste activated sludge to improve dewatering performance. Environmental Technology 45(25): 5346–5358. DOI: 10.1080/09593330.2023.2291419Peer-reviewed

    Eine kontrollierte Studie, die berichtet, dass gezielt zugesetzte Mischungen räuberischer Bakterien die Biolyse von Überschussschlamm erhöhten, gebundenes Wasser freisetzten und die Entwässerung verbesserten. Von Interesse als Weg zur Verringerung der Schlammmasse, allerdings an konzentriertem Überschussschlamm und nicht in einer Lagune gezeigt.

  39. 87

    Chen, X., Wang, Q., Xu, Q. & Wang, J. et al. (2025). Algal-bacterial granular sludge process for sustainable wastewater treatment: Technological advances and challenges. Water Research 289: 124906. DOI: 10.1016/j.watres.2025.124906Peer-reviewed

    Eine Synthese zum Verfahren mit Algen-Bakterien-Granulschlamm — wie photosynthetische Sauerstoffversorgung eine aerobe Behandlung mit weniger mechanischer Belüftung unterstützen kann —, die neuere technologische Fortschritte, die Leistung bei der Nährstoffentfernung und die praktischen Herausforderungen für die Stabilität der Granula behandelt. Nützlicher Hintergrund dazu, wohin sich die für Teiche relevante Algen-Bakterien-Biologie entwickelt.

  40. 88

    Chen, S., Wang, J., Feng, X. & Zhao, F. (2025). Algal–Bacterial Symbiotic Granular Sludge Technology in Wastewater Treatment: A Review on Advances and Future Prospects. Water 17(11): 1647. DOI: 10.3390/w17111647Peer-reviewed

    Eine Übersicht über symbiotischen Algen-Bakterien-Granulschlamm, in dem Algen und Bakterien Sauerstoff und Kohlendioxid austauschen und so die Entfernung organischer Stoffe und Nährstoffe mit wenig oder ganz ohne externe Belüftung antreiben. Gibt einen Überblick über Fortschritte und offene Fragen — nützlicher Hintergrund zu dem Mutualismus, auf dem die Behandlung in fakultativen Teichen beruht.

  41. 89

    Li, Y., Li, W., Wang, S. & Li, M. et al. (2025). Influence of polystyrene microplastics on the structural stability of activated sludge microbial flocs in sequencing batch reactors. Environmental Pollution 384: 126949. DOI: 10.1016/j.envpol.2025.126949Peer-reviewed

    Untersucht, wie Polystyrol-Mikroplastik die strukturelle Stabilität von Belebtschlammflocken in Sequencing-Batch-Reaktoren beeinflusst. Da die Integrität der Flocken Absetzen und Feststoffrückhalt bestimmt, zeigt die Arbeit, wie ein sich anreichernder, nicht abbaubarer Schadstoff die biologische Behandlung beeinträchtigen kann — und Kunststoffe sind genau die Fraktion, die Bioaugmentation nicht abbauen kann.

  42. 90

    Peng, S., Wang, Z., Ai, J. & Li, L. et al. (2025). Molecular choreography of sludge extracellular polymeric substances—From biomolecule identification to energetics and assembly dynamics. PNAS Nexus 4(5). DOI: 10.1093/pnasnexus/pgaf157Peer-reviewed

    Eine detaillierte molekulare Studie der extrazellulären polymeren Substanzen, die Schlammflocken, Biofilme und Granula binden — sie identifiziert deren Biomolekülbausteine und wie sich diese zusammenfügen. Die EPS-Struktur bestimmt, wie Feststoffe aggregieren, sich absetzen und entwässern, und liegt damit der Verdichtung des Schlamms zugrunde.

  43. 91

    Wang, R., Li, D., Lu, B. & Chai, X. (2025). Integrated fixed-film activated sludge and the derivative process: a review of carrier design, microbial regulation, and enhanced nitrogen removal in wastewater treatment. Journal of Water Process Engineering 76: 108195. DOI: 10.1016/j.jwpe.2025.108195Peer-reviewed

    Eine Übersicht über Belebtschlammverfahren mit integrierten Aufwuchsträgern (IFAS) und davon abgeleitete Verfahren, die Trägerdesign, mikrobielle Steuerung und eine verbesserte Stickstoffentfernung behandelt. Eine aktuelle Bestandsaufnahme, wie Trägermaterialien und Biofilmmanagement ausgelegt werden, um die Nitrifikations- und Denitrifikationskapazität in gemischten Systemen mit suspendierter und sessiler Biomasse zu erhöhen.

  44. 92

    Zhang, Q., Li, J., Tuo, J. & Liu, S. et al. (2025). Long-term metagenomic insights into the roles of antiviral defense systems in stabilizing activated sludge bacterial communities. The ISME Journal 19(1). DOI: 10.1093/ismejo/wraf051Peer-reviewed

    Eine metagenomische Langzeitstudie, die feststellte, dass bakterielle antivirale Abwehrsysteme dazu beitragen, Belebtschlammgemeinschaften gegenüber der Prädation durch Phagen zu stabilisieren. Legt nahe, dass die Resilienz einer Gemeinschaft — und damit eine gleichmäßige Reinigungsleistung — teilweise davon abhängt, wie gut ihre Mitglieder den Viren standhalten, die sie andernfalls umgestalten würden.

  45. 93

    Dai, K., Zhu, X. M., Hu, Y. L. & Cao, Y. E. et al. (2026). A novel approach to enhance methane production in anaerobic digestion of waste activated sludge via pre-enrichment by a microbial consortium of degrading fungi. Applied and Environmental Microbiology 92(3). DOI: 10.1128/aem.00008-26Peer-reviewed

    Eine Laborstudie, die berichtet, dass eine Voranreicherung von Überschussschlamm mit einem Konsortium abbauender Pilze den Methanertrag in der anschließenden anaeroben Faulung steigerte. Sie veranschaulicht, wie extrazelluläre Pilzenzyme wie Cellulase und Ligninase organische Feststoffe abbauen, die die meisten Bakterien weitgehend unberührt lassen.

  46. 94

    Faridizad, G., Mehrnia, M. R. & Sharghi, E. A. (2026). A Critical Review of Economic, Microbial, and Design Aspects of High-rate Activated Sludge Process: Is HRAS the Future of Sustainable Wastewater Treatment?. Water Conservation Science and Engineering 11(2). DOI: 10.1007/s41101-026-00504-1Peer-reviewed

    Eine kritische Übersicht über hochbelastete Belebtschlammverfahren — einen bewusst auf kurze Verweilzeiten ausgelegten Betrieb, der die Abschöpfung von Kohlenstoff für die Energierückgewinnung maximiert —, die Wirtschaftlichkeit, Mikrobiologie und Auslegung abwägt und fragt, ob dies eine nachhaltige Richtung für die Abwasserbehandlung ist. Nützlicher Hintergrund dazu, wie das Schlammalter die mikrobielle Gemeinschaft selektiert.

  47. 95

    Fu, Y., Liu, W. X., Liu, S. Y. & Chen, Y. P. et al. (2026). Potential role of AHL-mediated quorum sensing in filamentous bulking induced by Sphaerotilus natans in the activated sludge process with low dissolved oxygen. Journal of Environmental Chemical Engineering 14(2): 121730. DOI: 10.1016/j.jece.2026.121730Peer-reviewed

    Eine mechanistische Studie, die vorschlägt, dass Quorum Sensing über Acyl-Homoserinlactone den mit Sphaerotilus natans verbundenen fädigen Blähschlamm bei niedrigem gelöstem Sauerstoff mit antreibt. Da sich blähschlammbildende Fäden schlecht absetzen, ist das Verständnis der molekularen Signale hinter ihrer Vermehrung relevant dafür, warum sich der Schlamm in manchen Lagunen und Anlagen schlecht absetzt.

  48. 96

    Gong, L., Yao, L., Gu, L. & Qu, Y. et al. (2026). Beyond traditional biological nutrient removal limits: achieving ultra-low effluent nitrogen via an anaerobic/Oxic/Anoxic (AOA) process in a pilot-scale system treating municipal wastewater. Water Research 290: 125123. DOI: 10.1016/j.watres.2025.125123Peer-reviewed

    Eine Studie im Pilotmaßstab zu einer umgestellten anaerob/oxisch/anoxischen Abfolge (AOA), die bei der Behandlung kommunalen Abwassers sehr niedrige Stickstoffwerte im Ablauf erreichte. Sie dokumentiert, wie Zonenanordnung und Prozesssteuerung die biologische Stickstoffentfernung über herkömmliche Grenzen hinaus treiben — Kontext dafür, was strenge Nährstoffauflagen in Einleitgenehmigungen verlangen können.

  49. 97

    Zhao, L., Li, Z., Huang, M. & Gao, Z. (2026). Multimodal prediction of sludge volume index for monitoring sludge settling performance. Environmental Science: Water Research & Technology 12(7): 2170–2184. DOI: 10.1039/d5ew00470ePeer-reviewed

    Entwickelt eine multimodale Methode des maschinellen Lernens zur Vorhersage des Schlammvolumenindex, der üblichen betrieblichen Ersatzgröße dafür, wie gut sich Schlamm absetzt. Da der Schlammvolumenindex Flockenarchitektur, Fadenhäufigkeit und Kompressibilität in einer einzigen Zahl bündelt, verschafft eine bessere Vorhersage den Betreibern eine frühere Warnung vor Absetzproblemen.

04Wer tatsächlich da ist

Molekulare mikrobielle Ökologie von Abwasserbehandlungssystemen

Den größten Teil des zwanzigsten Jahrhunderts konnten wir nur die Bakterien untersuchen, die sich kultivieren ließen — einen kleinen Bruchteil der vorhandenen. Molekulare Methoden haben das geändert und damit auch unser Bild davon, was im Schlamm wirklich die Arbeit leistet.

  1. 98

    Wagner, M., Amann, R., Lemmer, H. & Schleifer, K.-H. (1993). Probing activated sludge with oligonucleotides specific for proteobacteria: inadequacy of culture-dependent methods for describing microbial community structure. Applied and Environmental Microbiology 59(5): 1520–1525. DOI: 10.1128/aem.59.5.1520-1525.1993Peer-reviewed

    Zeigte mithilfe rRNA-gerichteter Sonden, dass kultivierungsbasierte Methoden stark verzerrt wiedergeben, welche Bakterien den Belebtschlamm dominieren. Einer der ersten Nachweise, dass die meisten der Organismen, die die Arbeit leisten, nie in einer Schale kultiviert worden waren.

  2. 99

    Amann, R., Ludwig, W. & Schleifer, K.-H. (1995). Phylogenetic identification and in situ detection of individual microbial cells without cultivation. Microbiological Reviews 59(1): 143–169. DOI: 10.1128/mr.59.1.143-169.1995Peer-reviewed

    Die wegweisende Übersicht zur kultivierungsunabhängigen, rRNA-basierten Identifizierung von Mikroorganismen, über achttausendmal zitiert. Sie gab dem Fachgebiet die Werkzeuge, um die nicht kultivierte Mehrheit in Schlamm und Sediment zu sehen — den größten Teil dessen, was tatsächlich da ist.

  3. 100

    Wagner, M., Loy, A., Nogueira, R., Purkhold, U. et al. (2002). Microbial community composition and function in wastewater treatment plants. Antonie van Leeuwenhoek 81(1–4): 665–680. DOI: 10.1023/a:1020586312170Peer-reviewed

    Eine Übersicht darüber, was molekulare Werkzeuge bis dahin über Zusammensetzung und Funktion der Gemeinschaften in Kläranlagen offengelegt hatten, einschließlich der damals neuartigen Bakterien hinter Blähschlamm, Schaumbildung und Nährstoffentfernung. Eine Brücke zwischen klassischer und molekularer Schlammmikrobiologie.

  4. 101

    Ofiteru, I. D., Lunn, M., Curtis, T. P., Wells, G. F. et al. (2010). Combined niche and neutral effects in a microbial wastewater treatment community. Proceedings of the National Academy of Sciences 107(35): 15345–15350. DOI: 10.1073/pnas.1000604107Peer-reviewed

    Zeigte, dass die Gemeinschaft, die sich in einer großtechnischen Kläranlage zusammensetzt, sowohl einer Nischen- als auch einer neutralen Dynamik folgt — Zufall und Einwanderung zählen ebenso wie die Bedingungen. Eine Erinnerung daran, dass sich nur teilweise steuern lässt, welche Organismen sich in einem System etablieren, was für jeden Versuch, ein System anzuimpfen, von Bedeutung ist.

  5. 102

    Zhang, T., Shao, M.-F. & Ye, L. (2012). 454 Pyrosequencing reveals bacterial diversity of activated sludge from 14 sewage treatment plants. The ISME Journal 6(6): 1137–1147. DOI: 10.1038/ismej.2011.188Peer-reviewed

    Wendete Hochdurchsatzsequenzierung auf Belebtschlamm aus vierzehn Anlagen in Asien und Nordamerika an und fand Tausende von Taxa pro Probe sowie eine gemeinsame Kerngemeinschaft. Ein prägendes Bild davon, wie vielfältig — und wie ähnlich — Schlämme aus Kläranlagen sind.

  6. 103

    McIlroy, S. J., Saunders, A. M., Albertsen, M. & Nierychlo, M. et al. (2015). MiDAS: the field guide to the microbes of activated sludge. Database (Oxford) 2015: bav062. DOI: 10.1093/database/bav062Peer-reviewed

    Begründete MiDAS, eine ökosystemspezifische Taxonomie und einen Bestimmungsführer für die Organismen, die den Belebtschlamm tatsächlich tragen, und verknüpfte Namen mit Physiologie statt mit generischen 16S-Bezeichnungen. Das Referenzvokabular, auf dem das moderne Fachgebiet aufbaut.

  7. 104

    Nierychlo, M., Andersen, K. S., Xu, Y. & Green, N. et al. (2020). MiDAS 3: An ecosystem-specific reference database, taxonomy and knowledge platform for activated sludge and anaerobic digesters reveals species-level microbiome composition of activated sludge. Water Research 182: 115955. DOI: 10.1016/j.watres.2020.115955Peer-reviewed

    Erweiterte die MiDAS-Plattform auf eine Auflösung bis auf Artebene für Belebtschlamm und Faulbehälter. Die Brücke zwischen dem Benennen der Organismen und dem Wissen, was sie tun.

  8. 105

    Dueholm, M. K. D., Nierychlo, M., Andersen, K. S. & Rudkjøbing, V. et al. (2022). MiDAS 4: A global catalogue of full-length 16S rRNA gene sequences and taxonomy for studies of bacterial communities in wastewater treatment plants. Nature Communications 13: 1908. DOI: 10.1038/s41467-022-29438-7Peer-reviewed

    Eine globale Erhebung, die die Gattungen und Arten identifiziert, die Belebtschlamm weltweit dominieren, und zeigt, wie dieselben funktionellen Gilden in verschiedenen Regionen wiederkehren. Sie zeigt, dass ansässige Gemeinschaften vielfältig, stabil und funktionell redundant sind — die ökologische Mauer, auf die jeder zugesetzte Organismus trifft.

  9. 106

    Xie, X., Yuan, J., Huang, Y. & Zheng, H. et al. (2026). Metagenome-resolved global microbial diversity and function in activated-sludge wastewater treatment systems. Nature Water 4(2): 228–240. DOI: 10.1038/s44221-025-00576-8Peer-reviewed

    Genomaufgelöste Metagenomik über Hunderte von Anlagen hinweg, mit der Rekonstruktion von Zehntausenden Genomen und Tausenden bisher unbekannter Arten. Das aktuelle Maß dafür, wie viel funktionelle Kapazität die ansässige Gemeinschaft bereits besitzt.

  10. 107

    Harms, G., Layton, A. C., Dionisi, H. M. & Gregory, I. R. et al. (2003). Real-Time PCR Quantification of Nitrifying Bacteria in a Municipal Wastewater Treatment Plant. Environmental Science & Technology 37(2): 343–351. DOI: 10.1021/es0257164Peer-reviewed

    Eine frühe Anwendung der Echtzeit-PCR zur direkten Zählung nitrifizierender Populationen im Belebtschlamm, mit der Nitrosomonas- und Nitrospira-ähnliche Organismen ohne Kultivierung quantifiziert wurden. Eine methodische Grundlage für das molekulare Monitoring, mit dem heute geprüft wird, ob eine Nitrifikantenpopulation tatsächlich vorhanden ist und reagiert.

  11. 108

    Wilmes, P., Wexler, M. & Bond, P. L. (2008). Metaproteomics Provides Functional Insight into Activated Sludge Wastewater Treatment. PLoS ONE 3(3): e1778. DOI: 10.1371/journal.pone.0001778Peer-reviewed

    Eine frühe metaproteomische Studie an Belebtschlamm, die zeigte, dass die Profilierung der tatsächlich exprimierten Proteine eine Stoffwechselaktivität in situ offenlegt, die sich aus der Zusammensetzung der Gemeinschaft allein nicht vorhersagen lässt. Ein grundlegendes Argument dafür, zu messen, was Organismen tun, und nicht bloß, welche vorhanden sind.

  12. 109

    Shapiro, O. H., Kushmaro, A. & Brenner, A. (2010). Bacteriophage predation regulates microbial abundance and diversity in a full-scale bioreactor treating industrial wastewater. The ISME Journal 4(3): 327–336. DOI: 10.1038/ismej.2009.118Peer-reviewed

    Eine Studie an einem großtechnischen Bioreaktor, die misst, wie Bakteriophagen Häufigkeit und Diversität der ansässigen Gemeinschaft prägen — ein Beleg dafür, dass virale Prädation neben Substrat und Fraßdruck die Populationen im Belebtschlamm strukturiert. Nützlicher Hintergrund dazu, warum das Schicksal eines eingebrachten Stammes schwer vorherzusagen ist.

  13. 110

    Zhang, T., Zhang, X. X. & Ye, L. (2011). Plasmid Metagenome Reveals High Levels of Antibiotic Resistance Genes and Mobile Genetic Elements in Activated Sludge. PLoS ONE 6(10): e26041. DOI: 10.1371/journal.pone.0026041Peer-reviewed

    Eine metagenomische Erhebung der Plasmide im Belebtschlamm, die hohe Anteile an Antibiotikaresistenzgenen und mobilen genetischen Elementen fand, die für einen Transfer mit breitem Wirtsspektrum bereitstehen. Sie etablierte Belebtschlamm als Reservoir und Austauschort für Resistenzgene — Kontext für die biologische Sicherheit jeder Dosierung.

  14. 111

    Ju, F. & Zhang, T. (2015). Bacterial assembly and temporal dynamics in activated sludge of a full-scale municipal wastewater treatment plant. The ISME Journal 9(3): 683–695. DOI: 10.1038/ismej.2014.162Peer-reviewed

    Eine Zeitreihe aus einer großtechnischen kommunalen Kläranlage, die zeigt, dass sich die Bakteriengemeinschaft des Belebtschlamms weitgehend durch deterministische biologische Wechselwirkungen zusammensetzt — verwandte Taxa treten gemeinsam auf, entfernt verwandte schließen einander aus — und nicht durch die Jahreszeit. Hintergrund dazu, warum Behandlungskonsortien strukturiert und vergleichsweise stabil sind.

  15. 112

    Wilmes, P., Heintz‐Buschart, A. & Bond, P. L. (2015). A decade of metaproteomics: Where we stand and what the future holds. PROTEOMICS 15(20): 3409–3417. DOI: 10.1002/pmic.201500183Peer-reviewed

    Eine Übersicht, die Bilanz aus zehn Jahren Metaproteomik zieht — dem Auslesen der Proteine, die eine Gemeinschaft tatsächlich exprimiert, um eine Aktivität in situ offenzulegen, die Generhebungen entgeht —, und dabei offen die technischen Grenzen der Methode in komplexen Mischkulturen benennt. Nützlich, um zu beurteilen, was molekulare Methoden zeigen können und was nicht.

  16. 113

    Li, B., Qiu, Y., Zhang, J., Liang, P. et al. (2019). Conjugative potential of antibiotic resistance plasmids to activated sludge bacteria from wastewater treatment plants. International Biodeterioration & Biodegradation 138: 33–40. DOI: 10.1016/j.ibiod.2018.12.013Peer-reviewed

    Konjugationsexperimente, die zeigen, dass Antibiotikaresistenzplasmide aus klinischen und Umweltdonoren auf ansässige Belebtschlammbakterien übergehen können, und die Behandlungsbiomasse als Hotspot für horizontalen Gentransfer bestätigen. Nützlicher Hintergrund dazu, was dosierte und ansässige Gemeinschaften austauschen können, und zu den Fragen rund um Resistenzgene, die jede Bioaugmentation begleiten.

  17. 114

    Pérez, M. V., Guerrero, L. D., Orellana, E. & Figuerola, E. L. et al. (2019). Time Series Genome-Centric Analysis Unveils Bacterial Response to Operational Disturbance in Activated Sludge. mSystems 4(4). DOI: 10.1128/msystems.00169-19Peer-reviewed

    Eine genomaufgelöste Zeitreihe, die verfolgt, wie einzelne Bakterienpopulationen im Belebtschlamm auf eine betriebliche Störung reagieren und sich erholen. Zusammen mit der längeren Aufzeichnung aus dem salzhaltigen System zeigt sie, dass sich die Zusammensetzung der Gemeinschaft bei Störungen stark verschieben kann und nicht immer an ihren Ausgangspunkt zurückkehrt.

  18. 115

    Chen, H., Wang, M. & Chang, S. (2020). Disentangling Community Structure of Ecological System in Activated Sludge: Core Communities, Functionality, and Functional Redundancy. Microbial Ecology 80(2): 296–308. DOI: 10.1007/s00248-020-01492-yPeer-reviewed

    Eine gemeinschaftsökologische Analyse, die die häufigen „Kern“-Gattungen des Belebtschlamms von der seltenen Mehrheit trennt und die funktionelle Redundanz zwischen ihnen bewertet. Funktionelle Redundanz ist für die Bioaugmentation von Bedeutung: Wo ansässige Organismen eine Funktion bereits erfüllen, findet ein zugesetzter Stamm keine freie Nische, die er besetzen könnte.

  19. 116

    Johnston, J. & Behrens, S. (2020). Seasonal Dynamics of the Activated Sludge Microbiome in Sequencing Batch Reactors, Assessed Using 16S rRNA Transcript Amplicon Sequencing. Applied and Environmental Microbiology 86(19). DOI: 10.1128/aem.00597-20Peer-reviewed

    Verfolgt, wie sich die Zusammensetzung einer Belebtschlammgemeinschaft in Sequencing-Batch-Reaktoren über die Jahreszeiten verschiebt, und nutzt die Sequenzierung von 16S-rRNA-Transkripten, um den aktiven Anteil zu erfassen statt nur die vorhandene DNA. Nützlicher Hintergrund zur natürlichen Variabilität, an der jeder Dosiereffekt gemessen werden muss.

  20. 117

    Dottorini, G., Michaelsen, T. Y., Kucheryavskiy, S. & Andersen, K. S. et al. (2021). Mass-immigration determines the assembly of activated sludge microbial communities. Proceedings of the National Academy of Sciences 118(27). DOI: 10.1073/pnas.2021589118Peer-reviewed

    Eine wegweisende großtechnische Studie, die feststellte, dass die kontinuierliche Einwanderung von Organismen mit dem Zulauf wesentlich prägt, welche Gemeinschaft sich bildet; die Einwanderer liefern täglich rund 5 % der vorhandenen Biomasse. Ein Warnhinweis für die Bioaugmentation: Dosierte Organismen müssen gegen einen ständigen natürlichen Zustrom konkurrieren.

  21. 118

    Wang, Y., Ye, J., Ju, F. & Liu, L. et al. (2021). Successional dynamics and alternative stable states in a saline activated sludge microbial community over 9 years. Microbiome 9(1). DOI: 10.1186/s40168-021-01151-5Peer-reviewed

    Eine neunjährige Aufzeichnung einer salzhaltigen Belebtschlammgemeinschaft, die sich drei Jahre lang um einen stabilen Mittelwert hielt und dann nach einer einzigen vorübergehenden Störung abrupt in einen dauerhaften alternativen Zustand wechselte. Ein Hinweis zur Vorsicht: Biologische Systeme können widerstandsfähig sein, kehren aber, einmal gekippt, nur langsam zurück.

  22. 119

    Zhang, S. & Meng, F. (2021). Core activated sludge communities are influenced little by immigration: Case study of a membrane bioreactor plant. Journal of Environmental Sciences 102: 244–255. DOI: 10.1016/j.jes.2020.09.024Peer-reviewed

    Eine Fallstudie an einem Membranbioreaktor, die feststellte, dass die mikrobielle Kerngemeinschaft der Anlage hauptsächlich von den Bedingungen im Reaktor geprägt wurde und nicht von den Organismen, die ständig mit dem Zulauf ankommen. Sie ist unmittelbar relevant für die Bioaugmentation: Etablierte Gemeinschaften können sich gegen Neuankömmlinge behaupten, ob zugesetzt oder zufällig eingetragen.

  23. 120

    Burian, A., Pinn, D., Peralta-Maraver, I. & Sweet, M. et al. (2022). Predation increases multiple components of microbial diversity in activated sludge communities. The ISME Journal 16(4): 1086–1094. DOI: 10.1038/s41396-021-01145-zPeer-reviewed

    Eine experimentelle Studie, die zeigt, dass der Fraß durch Protozoen mehrere Maße der bakteriellen Diversität im Belebtschlamm erhöht — Artenreichtum, Gleichverteilung, genetische und Beta-Diversität —, wobei der Effekt mit der Reinigungseffizienz verknüpft ist. Sie stellt Prädation als aktiven Treiber der Gemeinschaftsstruktur dar, nicht als passives Nebenprodukt.

  24. 121

    Center for Microbial Communities, Aalborg University (2022). MiDAS Global (Microbial Database for Activated Sludge). MiDAS Field Guide (midasfieldguide.org).Peer-reviewed

    Eine akademische Online-Referenzdatenbank und keine Studie: Der globale MiDAS-Bestimmungsführer ordnet die häufigen, prozesskritischen Mikroorganismen des Belebtschlamms einer standardisierten Taxonomie zu, aufgebaut aus Millionen vollständiger 16S-rRNA-Sequenzen aus Hunderten von Kläranlagen. Eine Ressource zur Identifizierung, kein Beleg für die Wirkung irgendeines Produkts.

  25. 122

    Jing, X., Gong, Y., Pan, H. & Meng, Y. et al. (2022). Single-cell Raman-activated sorting and cultivation (scRACS-Culture) for assessing and mining in situ phosphate-solubilizing microbes from nature. ISME Communications 2(1). DOI: 10.1038/s43705-022-00188-3Peer-reviewed

    Eine Methodenarbeit, die die Raman-aktivierte Einzelzellsortierung mit anschließender Kultivierung (scRACS-Culture) vorstellt, um phosphatlösende Mikroorganismen direkt aus ihrer Umgebung zu identifizieren und zu isolieren. Sie gehört hierher zu den Einzelzellwerkzeugen, die eine gemessene Funktion dem konkreten Organismus zuordnen, der sie ausführt, statt die Aktivität aus der Zusammensetzung der Gemeinschaft abzuleiten.

  26. 123

    Sun, H., Chang, H., Tang, W., Zhang, X. et al. (2022). Effects of influent immigration and environmental factors on bacterial assembly of activated sludge microbial communities. Environmental Research 205: 112426. DOI: 10.1016/j.envres.2021.112426Peer-reviewed

    Eine Studie, die aufschlüsselt, wie weit die Zusammensetzung der Belebtschlammgemeinschaft von der kontinuierlichen Einwanderung von Organismen aus dem Zulauf und wie weit von lokaler Umweltselektion bestimmt wird. Sie bekräftigt die moderne Sicht, dass Behandlungsgemeinschaften offene Systeme sind — relevant, weil sich jede dosierte Kultur gegen einen ständigen Hintergrundzustrom etablieren muss.

  27. 124

    Wang, K., Chen, X., Yan, D. & Xu, Z. et al. (2022). Petrochemical and municipal wastewater treatment plants activated sludge each own distinct core bacteria driven by their specific incoming wastewater. Science of the Total Environment 826: 153962. DOI: 10.1016/j.scitotenv.2022.153962Peer-reviewed

    Eine vergleichende Erhebung, die feststellte, dass sich petrochemische und kommunale Belebtschlammanlagen jeweils auf einen eigenen kleinen „Kern“ häufiger, prozesskritischer Gattungen einpendeln, geprägt vom zulaufenden Abwasser. Teil der Evidenz dafür, dass diese Gemeinschaften strukturiert und nicht zufällig sind — mit Bedeutung dafür, welche Organismen sich tatsächlich etablieren.

  28. 125

    Ekholm, J., Persson, F., de Blois, M. & Modin, O. et al. (2024). Microbiome structure and function in parallel full-scale aerobic granular sludge and activated sludge processes. Applied Microbiology and Biotechnology 108(1). DOI: 10.1007/s00253-024-13165-8Peer-reviewed

    Ein direkter Vergleich der mikrobiellen Gemeinschaften in parallelen großtechnischen Straßen mit aerobem Granulschlamm und mit konventionellem Belebtschlamm, die dasselbe Abwasser behandeln. Er klärt, welche Unterschiede in der Gemeinschaft auf die Granulschlamm-Konfiguration selbst zurückgehen — nützlich, um zu beurteilen, was eine Verfahrensänderung biologisch tatsächlich verändert.

  29. 126

    Vestergaard, S. Z., Dottorini, G., Peces, M. & Murguz, A. et al. (2024). Microbial core communities in activated sludge plants are strongly affected by immigration and geography. Environmental Microbiome 19(1). DOI: 10.1186/s40793-024-00604-2Peer-reviewed

    Eine Analyse, die zeigt, dass der gemeinsame „Kern“ prozesskritischer Gattungen in Belebtschlammanlagen stark von der Einwanderung aus dem Zulauf und von der Geografie geprägt wird, nicht allein von der Verfahrensauslegung. Sie dämpft die Erwartungen an eine gezielte Dosierung von Organismen gegenüber einer Gemeinschaft, die von selbst ständig nachkommt.

  30. 127

    Manzi, H. P., Qin, D., Yang, K. & Li, H. et al. (2025). Unveiling bisphenol A-degrading bacteria in activated sludge through plating and 13C isotope labeled single-cell Raman spectroscopy. Journal of Hazardous Materials 485: 136862. DOI: 10.1016/j.jhazmat.2024.136862Peer-reviewed

    Kombiniert Kultivierung mit 13C-markierter Einzelzell-Raman-Spektroskopie, um zu identifizieren, welche Belebtschlammorganismen Bisphenol A tatsächlich abbauen, statt dies aus Genomen abzuleiten. Ein weiterer Nachweis der Einzelzellwerkzeuge, die eine gemessene Abbaufunktion einem benannten Organismus zuordnen.

  31. 128

    Marquiegui – Alvaro, A., Kottara, A., Chacón, M. & Cliffe, L. et al. (2025). Genetic Bioaugmentation‐Mediated Bioremediation of Terephthalate in Soil Microcosms Using an Engineered Environmental Plasmid. Microbial Biotechnology 18(1). DOI: 10.1111/1751-7915.70071Peer-reviewed

    Ein Machbarkeitsnachweis, der ein schadstoffabbauendes Merkmal über ein gentechnisch verändertes Umweltplasmid in eine Bodengemeinschaft übertrug, statt einen ganzen Organismus zu dosieren. Zitiert zur Veranschaulichung der genetischen Bioaugmentation — einer sich abzeichnenden Alternative zur herkömmlichen Animpfung — und des horizontalen Gentransfers, der Schlammgemeinschaften dafür empfänglich macht.

  32. 129

    Mohamed, A. Y. A., Gill, L., Monleon, A. & Pronk, M. et al. (2025). Genome-Resolved Metatranscriptomics Provide Insights on Immigration Influence in Structuring Microbial Community Assembly of a Full-Scale Aerobic Granular Sludge Plant. Environmental Science & Technology 59(12): 6126–6141. DOI: 10.1021/acs.est.4c14471Peer-reviewed

    Eine großtechnische Anlage mit aerobem Granulschlamm, untersucht mit genomaufgelöster Metatranskriptomik, um abzuschätzen, wie weit mit dem Zulauf eingetragene Organismen (Einwanderung) prägen, welche Mitglieder der Gemeinschaft wirklich aktiv und nicht bloß vorhanden sind. Sie schärft die Unterscheidung zwischen Organismen, die lediglich ankommen, und solchen, die die Reinigung tatsächlich tragen.

  33. 130

    Zhang, Y., Xue, B., Mao, Y. & Chen, X. et al. (2025). High-throughput single-cell sequencing of activated sludge microbiome. Environmental Science and Ecotechnology 23: 100493. DOI: 10.1016/j.ese.2024.100493Peer-reviewed

    Wendet Hochdurchsatz-Einzelzellsequenzierung auf die Belebtschlammgemeinschaft an und löst Genome Zelle für Zelle statt in der Masse auf. Sie verleiht dem molekularen Werkzeugkasten, mit dem charakterisiert wird, welche Organismen in Abwassersystemen vorhanden sind und wozu sie ausgestattet sind, eine feinkörnige Auflösung.

  34. 131

    Liu, L., Singleton, C. M., Kirkegaard, R. H. & Sereika, M. et al. (2026). The MiDAS global genome catalog: 53,501 long-read MAGs representing all core prokaryotic genera in the global activated sludge microbiome. openRxiv. DOI: 10.64898/2026.07.10.737647Peer-reviewed

    Ein Preprint, der den globalen MiDAS-Genomkatalog veröffentlicht — über 53.000 Long-Read-Genome aus den Kerngattungen von Belebtschlammgemeinschaften weltweit. Er erlaubt es, Sequenzierdaten mit einem standardisierten globalen Bild davon abzugleichen, wer in Abwassersystemen lebt. Noch nicht begutachtet.

  35. 132

    Mahajna, A., Gacesa, R., Keesman, K. J., Euverink, G.-J. W. et al. (2026). Linking composition and function: a two-year metatranscriptomic study of microbial adaptation in an industrial wastewater treatment plant. FEMS Microbiology Ecology 102(7): fiag051. DOI: 10.1093/femsec/fiag051Peer-reviewed

    Eine zweijährige metatranskriptomische Erhebung in einer industriellen Kläranlage, die verknüpft, welche Organismen vorhanden sind und was sie tatsächlich exprimieren, und verfolgt, wie sich die Gemeinschaft im Lauf der Zeit anpasst. Ein Beleg dafür, dass Aktivität und nicht bloß die gezählte Häufigkeit eine funktionierende Gemeinschaft ausmacht — relevant dafür, wie eine dosierte Population funktionieren würde.

05Stickstoff und die Nitrifikanten

Die Organismen hinter der Ammoniakentfernung

Die Nitrifikation ist ein eigener Druckpunkt in der Einleitgenehmigung, und ihre Mikrobiologie ist der Grund, warum ein Trockenprodukt sie nicht angehen kann: Die Organismen, die Ammoniak oxidieren, sind empfindlich, wachsen langsam und überstehen eine Trocknung überhaupt nicht. Dieser Abschnitt behandelt die Wissenschaft dazu, wer Ammoniak entfernt und wie — die klassischen Nitrifikanten, Comammox, Anammox und die Arbeiten zur Bioaugmentation mit Nitrifikanten —, dargestellt, weil das Gebiet für Betreiber von Bedeutung ist, nicht weil wir in diesem Bereich verkaufen.

  1. 133

    Juretschko, S., Timmermann, G., Schmid, M., Schleifer, K.-H. et al. (1998). Combined Molecular and Conventional Analyses of Nitrifying Bacterium Diversity in Activated Sludge: Nitrosococcus mobilis and Nitrospira-Like Bacteria as Dominant Populations. Applied and Environmental Microbiology 64(8): 3042–3051. DOI: 10.1128/aem.64.8.3042-3051.1998Peer-reviewed

    Identifizierte die dominierenden ammoniak- und nitritoxidierenden Bakterien in einer Anlage mit hoher Ammoniakbelastung als Nitrosococcus mobilis und Nitrospira, indem molekulare und kultivierungsbasierte Methoden kombiniert wurden. Eine Referenzstudie dazu, wer im Schlamm tatsächlich nitrifiziert.

  2. 134

    van Kessel, M. A. H. J., Speth, D. R., Albertsen, M., Nielsen, P. H. et al. (2015). Complete nitrification by a single microorganism. Nature 528(7583): 555–559. DOI: 10.1038/nature16459Peer-reviewed

    Entdeckte Comammox: einen einzigen Nitrospira-Organismus, der Ammoniak vollständig bis zum Nitrat umsetzt, und stieß damit die hundert Jahre alte Annahme um, dass die beiden Schritte zwei Organismen erfordern. Die Arbeit schrieb die Mikrobiologie der Stickstoffentfernung neu.

  3. 135

    Daims, H., Lebedeva, E. V., Pjevac, P. & Han, P. et al. (2015). Complete nitrification by Nitrospira bacteria. Nature 528(7583): 504–509. DOI: 10.1038/nature16461Peer-reviewed

    Die Parallelentdeckung zu van Kessel, in derselben Ausgabe von Nature: eine Anreicherungskultur, in der ein einzelner Nitrospira-Organismus Ammoniak vollständig bis zum Nitrat umsetzte. Gemeinsam begründeten die beiden Arbeiten Comammox und schlossen eine hundert Jahre alte Lücke im Verständnis davon, wie Stickstoff oxidiert wird.

  4. 136

    Xu, S., Chai, W., Xiao, R. & Wang, B. et al. (2023). Synergy between Comammox and Anammox Bacteria in Wastewater Ammonia Removal. ACS ES&T Engineering 3(10): 1582–1591. DOI: 10.1021/acsestengg.3c00144Peer-reviewed

    Zeigte, dass Comammox- und Anammox-Organismen Ammoniak untereinander aufteilen, statt darum zu konkurrieren. Teil der Neugestaltung einer energiearmen Stickstoffentfernung — eines Prozesses, in dem ein trockenes Feststoffprodukt keine Rolle spielt.

  5. 137

    Yu, L., Peng, D. & Pan, R. (2012). Shifts in Nitrification Kinetics and Microbial Community during Bioaugmentation of Activated Sludge with Nitrifiers Enriched on Sludge Reject Water. Journal of Biomedicine and Biotechnology 2012: 691894. DOI: 10.1155/2012/691894Peer-reviewed

    Impfte eine Anlage mit Nitrifikanten an, die auf Trübwasser gezüchtet worden waren, und verfolgte, was mit Rate und Gemeinschaft geschah. Eine der Studien, die zeigen, dass eine Bioaugmentation mit Nitrifikanten nur so lange trägt, wie die zugesetzten Organismen zurückgehalten werden.

  6. 138

    Kowal, P., Mehrani, M.-J., Sobotka, D. & Ciesielski, S. et al. (2022). Rearrangements of the nitrifiers population in an activated sludge system under decreasing solids retention times. Environmental Research 214: 113753. DOI: 10.1016/j.envres.2022.113753Peer-reviewed

    Verfolgte, wie sich die Nitrifikantengemeinschaft neu ordnet, wenn die Feststoffverweilzeit verkürzt wird — die Betriebsgröße, die darüber entscheidet, ob Nitrifikanten überhaupt überleben. Ein konkreter Nachweis, dass die Verweilzeit und nicht die Animpfung die Nitrifikation bestimmt.

  7. 139

    Head, M. A. & Oleszkiewicz, J. A. (2004). Bioaugmentation for nitrification at cold temperatures. Water Research 38(3): 523–530. DOI: 10.1016/j.watres.2003.11.003Peer-reviewed

    Ein klassischer Nachweis, dass das Animpfen mit Nitrifikanten die Nitrifikation bei niedriger Temperatur und kurzem Schlammalter aufrechterhalten kann — aber nur dort, wo die Betriebsbedingungen den zugesetzten Organismen eine Nische bieten. Bioaugmentation als Rückhalteproblem, nicht als Dosierproblem.

  8. 140

    Salem, S., Berends, D. H. J. G., Heijnen, J. J. & van Loosdrecht, M. C. M. (2003). Bio-augmentation by nitrification with return sludge. Water Research 37(8): 1794–1804. DOI: 10.1016/s0043-1354(02)00550-xPeer-reviewed

    Das BABE-Konzept: Nitrifikanten in einem Nebenreaktor auf dem Rücklaufschlammstrom heranziehen und zurückführen, sodass die Hauptanlage eine Nitrifikationskapazität erhält, die sie sonst nicht halten könnte. Rückhaltetechnik, ein Jahrzehnt bevor es den Begriff gab.

  9. 141

    Kuenen, J. G. (2008). Anammox bacteria: from discovery to application. Nature Reviews Microbiology 6(4): 320–326. DOI: 10.1038/nrmicro1857Peer-reviewed

    Die Übersicht, die Anammox — die anaerobe Ammoniumoxidation — von der Laborkuriosität zur großtechnischen Stickstoffentfernung führte. Warum das Fachgebiet Stickstoff nicht mehr dem zweistufigen Lehrbuchbild entspricht.

  10. 142

    Zheng, M., Tian, Z., Chai, Z. & Zhang, A. et al. (2023). Ubiquitous occurrence and functional dominance of comammox Nitrospira in full-scale wastewater treatment plants. Water Research 236: 119931. DOI: 10.1016/j.watres.2023.119931Peer-reviewed

    Untersuchte fünfundzwanzig großtechnische Anlagen und fand Comammox-Nitrospira in allen, oft mit einem größeren Beitrag als die klassischen Ammoniakoxidierer. Ein Beleg dafür, dass die Organismen, die tatsächlich nitrifizieren, nicht die sind, von denen die älteren Modelle ausgingen.

  11. 143

    Yang, Y., Xie, L., Tao, X. & Hu, K. et al. (2017). Municipal wastewater treatment by the bioaugmentation of Bacillus sp. K5 within a sequencing batch reactor. PLOS ONE 12(6): e0178837. DOI: 10.1371/journal.pone.0178837Peer-reviewed

    Berichtete eine hohe CSB- und Ammoniumentfernung in einem Reaktor, der mit einem Bacillus-Stamm angeimpft war, der simultan nitrifizierte und denitrifizierte. Eine kontrollierte Studie mit künstlichem Abwasser — vielversprechend im Reaktor, kein großtechnischer Nachweis für kommunale Anlagen.

  12. 144

    Cui, D., Li, A., Qiu, T. & Cai, R. et al. (2014). Improvement of nitrification efficiency by bioaugmentation in sequencing batch reactors at low temperature. Frontiers of Environmental Science & Engineering 8(6): 937–944. DOI: 10.1007/s11783-014-0668-7Peer-reviewed

    Eine Laborstudie in Sequencing-Batch-Reaktoren, die nach der Dosierung kälteangepasster Nitrifikanten messbare Verbesserungen der Nitrifikation bei kaltem Wetter berichtet. Eines der besser kontrollierten positiven Ergebnisse in einer Literatur zur Bioaugmentation in kaltem Klima, die die breitere Übersicht gemessen daran, wie stark diese Anwendung vermarktet wird, als bescheiden beurteilt.

  13. 145

    Mikhailova, Y. V., Kevbrina, M. V., Grachev, V. A. & Nikolaev, Y. A. et al. (2014). Increase of nitrification efficiency at waste water treatment by implementation of bioaugmentation process. Water Practice and Technology 9(4): 551–557. DOI: 10.2166/wpt.2014.061Peer-reviewed

    Ein früher russischer Bericht aus dem großtechnischen Betrieb, wonach die Dosierung von Bioaugmentationskulturen die Nitrifikationsleistung einer kommunalen Kläranlage steigerte. Die Übersicht konnte ihn nur über seine englische Zusammenfassung erschließen, daher sind die Zahlen die eigenen Angaben der Betreiber — großtechnische Nitrifikationsdaten dieser Art sind jedoch rar.

  14. 146

    Pei, L.-Y., Wan, Q., Wang, Z.-F. & Wang, B.-B. et al. (2014). Effect of long-term bioaugmentation on nitrogen removal and microbial ecology for an A2O pilot-scale plant operated in low SRT. Desalination and Water Treatment 55(6): 1567–1574. DOI: 10.1080/19443994.2014.928238Peer-reviewed

    Eine A2O-Studie im Pilotmaßstab, die verfolgte, wie sich eine langfristige Bioaugmentation auf die Stickstoffentfernung und die mikrobielle Gemeinschaft auswirkte, als die Anlage mit kurzer Feststoffverweilzeit betrieben wurde. Liefert zusätzliche Evidenz dazu, ob dosierte Organismen über Monate statt Tage bestehen bleiben und sich auszahlen.

  15. 147

    Cui, Y. W., Zhang, H. Y., Ding, J. R. & Peng, Y. Z. (2016). The effects of salinity on nitrification using halophilic nitrifiers in a Sequencing Batch Reactor treating hypersaline wastewater. Scientific Reports 6(1). DOI: 10.1038/srep24825Peer-reviewed

    Zeigt, dass die Nitrifikation in hypersalinem Abwasser von spezifisch salzangepassten (halophilen) Organismen statt von konventionellen Nitrifikanten abhängt, wobei sowohl die Leistung als auch die Zusammensetzung der Gemeinschaft empfindlich auf den Salzgehalt reagieren. Eine Erinnerung daran, dass die Biologie der Ammoniakstufe stark von dem Wasser abhängt, in dem sie arbeiten muss.

  16. 148

    Figdore, B. A. (2017). Nitrification bioaugmentation in mainstream flocculent activated sludge systems using sidestream aerobic granular sludge. PhD dissertation, University of Washington.Peer-reviewed

    Eine Doktorarbeit an der University of Washington, in der dichte nitrifizierende Granula auf warmem Zentrat aus der Faulschlammentwässerung herangezogen und dann in ein kaltes Flockenschlammsystem im Hauptstrom mit kurzer Verweilzeit eingeimpft wurden, um dort eine Nitrifikation zu halten, die es sonst nicht aufrechterhalten könnte. Ein sorgfältig ausgearbeitetes Beispiel für die Idee der Bioaugmentation vom Nebenstrom in den Hauptstrom.

  17. 149

    Polus, M. & Anielak, A. M. (2017). The use of Archaea in the bioaugmentation of activated sludge as a method for the biological removal of nitrogen compounds. Czasopismo Techniczne 5: 83–95. DOI: 10.4467/2353737XCT.17.072.6429Peer-reviewed

    Eine explorative polnische Studie, die Archaea statt der üblichen Bakterien als Impfmaterial für die Bioaugmentation zur biologischen Stickstoffentfernung in Sequencing-Batch-Reaktoren einsetzte. Eine ungewöhnliche Forschungsrichtung und ein einzelnes Ergebnis im kleinen Maßstab, vor allem als Erinnerung daran von Interesse, dass die Wahl des Organismus nicht entschieden ist.

  18. 150

    Stenström, F. & la Cour Jansen, J. (2017). Impact on nitrifiers of full-scale bioaugmentation. Water Science & Technology 76(11): 3079–3085. DOI: 10.2166/wst.2017.480Peer-reviewed

    Eine großtechnische Bewertung dessen, was ein Bioaugmentationsprogramm tatsächlich mit der nitrifizierenden Population bewirkte — den Organismen, die am häufigsten darüber entscheiden, ob eine Anlage den Ammoniakgrenzwert ihrer Genehmigung einhält. Großtechnische Nitrifikationsdaten dieser Art sind rar, weshalb sich die Übersicht darauf stützt.

  19. 151

    Young, B., Delatolla, R., Kennedy, K. & Laflamme, E. et al. (2017). Low temperature MBBR nitrification: Microbiome analysis. Water Research 111: 224–233. DOI: 10.1016/j.watres.2016.12.050Peer-reviewed

    Eine Studie an einem Wirbelbett-Biofilmreaktor (MBBR), die die Nitrifikationsleistung bei niedriger Temperatur mit einer Mikrobiomanalyse verbindet und die Stickstoffentfernung bei kaltem Wetter mit der Gemeinschaft des Trägerbiofilms verknüpft. Relevant dafür, wie Systeme mit sessiler Biomasse Nitrifikanten über den Winter erhalten, wenn die Nitrifikation mit suspendierter Biomasse nachlässt.

  20. 152

    Figdore, B. A., Winkler, M.-K. H. & Stensel, H. D. (2018). Bioaugmentation with Nitrifying Granules in Low-SRT Flocculent Activated Sludge at Low Temperature. Water Environment Research 90(4): 343–354. DOI: 10.2175/106143017X15054988926488Peer-reviewed

    Eine kontrollierte Studie, die nitrifizierende Granula auf warmem Zentrat aus der Faulschlammentwässerung heranzog und sie dann in ein kaltes (12 °C) Belebtschlammsystem mit kurzer Feststoffverweilzeit dosierte, aus dem Nitrifikanten sonst ausgewaschen würden. Sie maß, wie weit die Augmentation die Nitrifikation unterhalb der üblichen Auswaschgrenze aufrechterhalten konnte — direkte Evidenz dazu, ob angeimpfte Organismen sich halten.

  21. 153

    Zhang, F., Yang, H., Wang, J. & Liu, Z. et al. (2018). Effect of free ammonia inhibition on NOB activity in high nitrifying performance of sludge. RSC Advances 8(56): 31987–31995. DOI: 10.1039/c8ra06198jPeer-reviewed

    Eine Studie, die quantifiziert, wie erhöhtes freies Ammoniak die Aktivität nitritoxidierender Bakterien in einem hochbelasteten nitrifizierenden Schlamm hemmt. Relevant dafür, wie eine partielle Nitrifikation in Richtung Nitrit gesteuert wird, und dafür, warum eine verlässliche Stickstoffumwandlung in einer Lagune auf empfindlichen mikrobiellen Gleichgewichten beruht.

  22. 154

    Campolong, C. J. (2019). Bioaugmentation and Retention of Anammox Granules to a Mainstream Deammonification Bio-Oxidation Pilot with a Post Polishing Anoxic Partial Denitrification/Anammox Moving Bed Biofilm Reactor. Master's thesis, Virginia Tech.Hochschulschrift

    Eine Masterarbeit an der Virginia Tech, die prüfte, ob in einem Nebenstromreaktor gezüchtete Anammox-Granula in eine Deammonifikations-Pilotanlage im Hauptstrom übertragen und dort zurückgehalten werden können, unterstützt durch einen nachgeschalteten MBBR mit partieller Denitrifikation/Anammox. Als graue Literatur aus einer einzigen Pilotanlage gibt sie Aufschluss darüber, ob angeimpfte Organismen der Stickstoffentfernung sich tatsächlich etablieren und halten.

  23. 155

    Johnston, J., LaPara, T. & Behrens, S. (2019). Composition and Dynamics of the Activated Sludge Microbiome during Seasonal Nitrification Failure. Scientific Reports 9(1). DOI: 10.1038/s41598-019-40872-4Peer-reviewed

    Eine einjährige molekulare Zeitreihe in drei großtechnischen Reaktoren, die prüfte, ob ein Ausfall der Nitrifikation im Winter mit einer echten Verschiebung in der nitrifizierenden Gemeinschaft einhergeht und nicht bloß mit einer Verlangsamung derselben Organismen. Sie fand Befunde, die die Erklärung durch einen Wandel der Gemeinschaft stützen — ein Hinweis darauf, wann ein erneutes Animpfen helfen könnte.

  24. 156

    Van Winckel, T., Vlaeminck, S. E., Al-Omari, A. & Bachmann, B. et al. (2019). Screen versus cyclone for improved capacity and robustness for sidestream and mainstream deammonification. Environmental Science: Water Research & Technology 5(10): 1769–1781. DOI: 10.1039/c9ew00384cPeer-reviewed

    Ein Vergleich zweier physikalischer Einrichtungen — Feinsieb gegenüber Hydrozyklon — zum selektiven Rückhalt langsam wachsender Anammox-Granula bei der Deammonifikation im Neben- und Hauptstrom. Oft entscheidet der Rückhalt, nicht das Animpfen, darüber, ob eine Bioaugmentation zur Stickstoffentfernung Bestand hat, und diese Arbeit misst, wie er sich steuern lässt.

  25. 157

    Li, J., Feng, L., Biswal, B. K., Chen, G.-H. et al. (2020). Bioaugmentation of marine anammox bacteria (MAB)-based anaerobic ammonia oxidation by adding Fe(III) in saline wastewater treatment under low temperature. Bioresource Technology 295: 122292. DOI: 10.1016/j.biortech.2019.122292Peer-reviewed

    Eine Bioaugmentationsstudie im Labormaßstab, bei der marinen Anammox-Bakterien, die salzhaltiges Abwasser bei niedriger Temperatur behandeln, Fe(III) zugesetzt wurde; berichtet werden eine verbesserte Stickstoffentfernung und Verschiebungen in der funktionellen Gemeinschaft. Eine von mehreren Studien zu halophilem Anammox ohne bisherige großtechnische Bestätigung — vielversprechende, aber frühe Evidenz für die Stickstoffbehandlung salzhaltiger Abwässer.

  26. 158

    Jauffur, S., Bakhshi, Z. & Frigon, D. (2021). Natural influent bioaugmentation of activated sludge water resource recovery systems: implications for low temperature nitrification and heterotrophic population structures. openRxiv. DOI: 10.1101/2021.10.03.462950Peer-reviewed

    Ein Preprint, der argumentiert, dass Abwassersysteme durch eine kontinuierliche niedrige Dosis von mit dem Zulauf eingetragenen Organismen bereits „natürlich bioaugmentiert“ sind, darunter Nitrifikanten, die eine Nitrifikation bei Kälte und kurzer Verweilzeit von selbst wiederherstellen können. Er deutet die gezielte Dosierung als etwas, das diesen stets vorhandenen Hintergrund übertreffen muss. Noch nicht begutachtet.

  27. 159

    Manirakiza, B. & Sirotkin, A. C. (2021). Bioaugmentation of nitrifying bacteria in up-flow biological aerated filter's microbial community for wastewater treatment and analysis of its microbial community. Scientific African 14: e00981. DOI: 10.1016/j.sciaf.2021.e00981Peer-reviewed

    Eine Bioaugmentationsstudie, bei der nitrifizierende Bakterien in einen aufwärts durchströmten belüfteten Biofilter dosiert wurden; berichtet werden eine verbesserte Stickstoffentfernung sowie eine 16S-Sequenzierung dazu, wie die zugesetzten Organismen die ansässige Gemeinschaft verschoben. Einer der wenigen Versuche mit sessiler Biomasse in der Literatur zur Stickstoffentfernung, im Reaktor- und nicht im Lagunenmaßstab.

  28. 160

    Yokota, N., Mineshima, R., Watanabe, Y. & Tokutomi, T. et al. (2021). Startup of pilot-scale single-stage nitrogen removal using anammox and partial nitritation (SNAP) reactor for waste brine treatment using marine anammox bacteria. Journal of Bioscience and Bioengineering 132(5): 505–512. DOI: 10.1016/j.jbiosc.2021.06.013Peer-reviewed

    Ein Versuch im Pilotmaßstab zur Inbetriebnahme eines einstufigen Reaktors mit partieller Nitritation/Anammox (SNAP) auf salzhaltiger Abfallsole mit marinen Anammox-Bakterien. Eine der Studien zur salztoleranten Stickstoffentfernung, die die Übersicht als bislang nur im Pilotmaßstab erprobt kennzeichnet, ohne unabhängige großtechnische Bestätigung.

  29. 161

    Podmirseg, S. M., Gómez-Brandón, M., Muik, M. & Stres, B. et al. (2022). Microbial response on the first full-scale DEMON® biomass transfer for mainstream deammonification. Water Research 218: 118517. DOI: 10.1016/j.watres.2022.118517Peer-reviewed

    Achtzehn Monate Monitoring der ersten großtechnischen DEMON®-Übertragung von Anammox-Granula aus einem Nebenstromreaktor in den Hauptstrom — eines der am besten dokumentierten Bioaugmentationsprogramme für Stickstoff überhaupt. Es zeigte, dass die übertragene Biomasse zurückgehalten und weiter angereichert wurde, wobei die Abtrennung per Hydrozyklon sie im System hielt.

  30. 162

    Wang, Q., Kong, J., Liang, J. & Gamal El-Din, M. et al. (2022). Nitrogen removal intensification of aerobic granular sludge through bioaugmentation with “heterotrophic nitrification-aerobic denitrification” consortium during petroleum wastewater treatment. Bioresource Technology 361: 127719. DOI: 10.1016/j.biortech.2022.127719Peer-reviewed

    Ein definiertes Konsortium für heterotrophe Nitrifikation und aerobe Denitrifikation wurde in aeroben Granulschlamm zur Behandlung von Erdölabwasser immobilisiert; berichtet werden 92,4 % Ammoniak- und 79,8 % Gesamtstickstoffentfernung. Ein Beispiel im Labormaßstab für eine Bioaugmentation mit Konsortien zur Stickstoffentfernung, mit dem üblichen Vorbehalt, dass die Beständigkeit nach dem Ende der Dosierung die schwierigere Frage ist.

  31. 163

    Liu, Y., Zhu, Y., Wu, D., Wang, Z. et al. (2023). Effect of free nitrous acid on nitritation process: Microbial community, inhibitory kinetics, and functional biomarker. Bioresource Technology 371: 128595. DOI: 10.1016/j.biortech.2023.128595Peer-reviewed

    Eine mechanistische Studie, die quantifiziert, wie freie salpetrige Säure die Nitritationsgemeinschaft und deren Hemmkinetik umgestaltet, und einen funktionellen Biomarker vorschlägt. Sie liefert Erkenntnisse für den Weg der Stickstoffentfernung über partielle Nitritation, indem sie die Bedingungen kartiert, unter denen Nitritoxidierer zurückgedrängt werden. Prozesschemie im Labormaßstab, kein Feldversuch.

  32. 164

    Vilardi, K., Cotto, I., Bachmann, M. & Parsons, M. et al. (2023). Co-Occurrence and Cooperation between Comammox and Anammox Bacteria in a Full-Scale Attached Growth Municipal Wastewater Treatment Process. Environmental Science & Technology 57(12): 5013–5023. DOI: 10.1021/acs.est.2c09223Peer-reviewed

    Eine großtechnische molekulare Studie, die dokumentiert, wie Comammox- und Anammox-Organismen in einem kommunalen Behandlungsverfahren mit sessiler Biomasse gemeinsam vorkommen und zusammenarbeiten. Sie verfeinert das Bild der stickstoffumsetzenden Gemeinschaft — relevant dafür, wie Lagunen und andere Systeme Stickstoff umwandeln und verringern.

  33. 165

    Wang, J., Yang, L., Zhang, Y. & Zhang, H. et al. (2023). Partial Nitrification Characteristics of an Immobilized Carrier in Municipal Wastewater under Low-Temperature Shock: The Role of the Nitrifying Bacterial Community Structure. Water 15(9): 1714. DOI: 10.3390/w15091714Peer-reviewed

    Eine trägerbasierte Studie, die untersucht, wie eine auf einem Trägermaterial immobilisierte Nitrifikantengemeinschaft einem Kälteschock standhält und wie die Struktur der nitrifizierenden Gemeinschaft die partielle Nitrifikation während der Kälte bestimmt. Ein Beleg dafür, dass der Schutz von Nitrifikanten auf einem Träger die Leistung bei kaltem Wetter abpuffern kann.

  34. 166

    Zou, J., Zhang, K., Wang, S., Li, M. et al. (2023). The elevation of salinity above 1% deteriorated nitrification performance and reshaped nitrifier community of an MBR: An often overlooked factor in the treatment of high-strength ammonium wastewater. Chemosphere 335: 139072. DOI: 10.1016/j.chemosphere.2023.139072Peer-reviewed

    Eine MBR-Studie, die zeigt, dass ein Anstieg des Salzgehalts über etwa 1 % die Nitrifikationsleistung verschlechterte und die Nitrifikantengemeinschaft umgestaltete — eine oft übersehene Einschränkung bei der Behandlung hoch ammoniumhaltiger Abwässer. Nützlich, um zu beurteilen, wo der Salzgehalt und nicht die Dosierung die Obergrenze der Stickstoffentfernung setzt.

  35. 167

    Deng, J., Kang, D., Zhang, Y. & Chen, B. et al. (2024). Genome-resolved metagenomics reveals the nitrifiers enrichment and species succession in activated sludge under extremely low dissolved oxygen. Water Research 266: 122420. DOI: 10.1016/j.watres.2024.122420Peer-reviewed

    Genomaufgelöste Metagenomik, die zeigt, dass nitrifizierende Populationen selbst bei extrem niedrigem gelöstem Sauerstoff (unter 0,1–0,2 mg/L) angereichert werden und ihre Artenzusammensetzung verändern können, während sie weiterhin eine vollständige Nitrifikation erreichen. Ein Beleg dafür, dass die Sauerstoffaffinität von Nitrifikanten stärker ist als einst angenommen — relevant für energiesparende Belüftungsstrategien.

  36. 168

    Nguyen Quoc, B., Peng, B., De Clippeleir, H. & Winkler, M. H. (2024). Case study: Bioaugmenting the comammox dominated biomass from B‐stage to enhance nitrification in A‐stage at Blue Plains AWWTP. Water Environment Research 96(3). DOI: 10.1002/wer.11005Peer-reviewed

    Eine großtechnische Fallstudie in Blue Plains, bei der über zwei Jahre comammoxreicher Überschussschlamm aus der nitrifizierenden B-Stufe in die A-Stufe zur Kohlenstoffentfernung zurückgeführt wurde. Eine Seite zeigte einen bis zu dreifachen Anstieg der Stickstoffentfernungsrate; die andere reagierte schwach — ein ehrliches Bild einer uneinheitlichen großtechnischen Bioaugmentation.

  37. 169

    Shao, Y.-H., Wu, J.-H. & Chen, H.-W. (2024). Comammox Nitrospira cooperate with anammox bacteria in a partial nitritation–anammox membrane bioreactor treating low-strength ammonium wastewater at high loadings. Water Research 257: 121698. DOI: 10.1016/j.watres.2024.121698Peer-reviewed

    Eine Membranbioreaktor-Studie, die zeigt, wie vollständig ammoniakoxidierende (Comammox-)Nitrospira zusammen mit Anammox-Bakterien bei hoher Belastung Stickstoff aus schwach ammoniumhaltigem Abwasser entfernen. Teil der Umarbeitung des klassischen zweistufigen Nitrifikationsbildes zu einer verflochteneren Gilde kooperierender Organismen.

  38. 170

    Verma, S. & Daverey, A. (2024). Valorization of Dishwashing Scrubber as Biocarrier for the Enrichment of Anammox Bacteria Under Realistic Conditions. Geomicrobiology Journal 41(4): 417–428. DOI: 10.1080/01490451.2023.2218363Peer-reviewed

    Testet einen günstigen, zweckentfremdeten Scheuerschwamm als Biofilmträger, um langsam wachsende Anammox-Biomasse unter realistischen Bedingungen zurückzuhalten und anzureichern. Die Arbeit gehört zu den Studien zur Trägerimmobilisierung, die das zentrale Rückhalteproblem angehen: Organismen, die langsamer wachsen, als ein System sie ausspült, können sich als freie Zellen nicht halten.

  39. 171

    Wang, W., Jiang, T., Wang, S., Wang, L. et al. (2024). Low alkalinity, free ammonia, and free nitrous acid cooperatively stabilize partial nitrification under excessive aeration condition. Chemosphere 352: 141447. DOI: 10.1016/j.chemosphere.2024.141447Peer-reviewed

    Eine Studie, die zeigt, dass niedrige Alkalinität zusammen mit freiem Ammoniak und freier salpetriger Säure die partielle Nitritation selbst bei übermäßiger Belüftung gemeinsam stabilisieren kann, indem Nitritoxidierer in Schach gehalten werden. Evidenz zur Prozesssteuerung im Labormaßstab für die Lenkung einer verkürzten Stickstoffentfernung, relevant dort, wo Ammoniak und nicht Feststoffe die Genehmigungsauflagen bestimmt.

  40. 172

    Liang, W., Li, D., Wang, J. & Li, A. et al. (2025). Mechanistic Insights into the Contrasting Effects of Low DO on Nitrification-Derived N2O Emissions in Comammox Nitrospira- versus AOB-Dominated Sludge. Environmental Science & Technology 59(25): 12730–12741. DOI: 10.1021/acs.est.4c13924Peer-reviewed

    Ein mechanistischer Vergleich der Lachgasemissionen (eines starken Treibhausgases) aus Schlamm, der von Comammox-Nitrospira bzw. von Ammoniakoxidierern dominiert wird, bei niedrigem gelöstem Sauerstoff; die beiden Gemeinschaftstypen verhalten sich demnach unterschiedlich. Relevant für die Zielkonflikte bei den Emissionen, wenn die Nitrifikation mit reduzierter Belüftung betrieben wird.

  41. 173

    Ran, X., Zhou, M., Wang, T. & Wang, Y. et al. (2025). Exploring the ecological niche of comammox Nitrospira by in-situ enrichment within mainstream nitrification systems. Water Research 283: 123810. DOI: 10.1016/j.watres.2025.123810Peer-reviewed

    Mithilfe einer In-situ-Anreicherung verortet diese Arbeit die ökologische Nische vollständig ammoniakoxidierender (Comammox-)Nitrospira unter substrat- und sauerstoffarmen Bedingungen im Hauptstrom, abgegrenzt von der Nische konventioneller Ammoniakoxidierer. Sie präzisiert, welche Organismen des Stickstoffkreislaufs unter gegebenen Betriebsbedingungen dominieren — Kontext für alle, die eine Bioaugmentation mit Nitrifikanten beurteilen.

  42. 174

    Tang, P., Hou, L., Yin, M. & Huang, F. et al. (2025). Towards robust partial nitrification in low-ammonia wastewater: Electrospinning nanofiber composite-enhanced hydrogel beads immobilized comammox Nitrospira. Bioresource Technology 429: 132541. DOI: 10.1016/j.biortech.2025.132541Peer-reviewed

    Eine trägerbasierte Augmentationsstudie, die Comammox-Nitrospira in Hydrogelkügelchen aus elektrogesponnenen Nanofasern/Polyvinylalkohol–Alginat immobilisiert, um diese langsam wachsenden Organismen zurückzuhalten und die partielle Nitrifikation in ammoniakarmem Abwasser aufrechtzuerhalten. Sie veranschaulicht den Ansatz des physikalischen Rückhalts, der dort eingesetzt wird, wo freie Zellen sonst ausgewaschen würden.

  43. 175

    Zulkarnaini, Z., Clariza Bernida, V., Yenni, Y. & Silvia, S. et al. (2025). Development of anammox and AOB biofilm on honeycomb plastic media for application in partial nitritation-anammox reactor. E3S Web of Conferences 677: 08003. DOI: 10.1051/e3sconf/202567708003Peer-reviewed

    Ein Konferenzbeitrag zur Kultivierung von Anammox- und ammoniakoxidierendem Biofilm auf wabenförmigen Kunststoffträgern für einen Reaktor mit partieller Nitritation–Anammox. Als frühe Arbeit auf Tagungsbandniveau veranschaulicht er den Trägeransatz, langsam wachsende Stickstofforganismen an Ort und Stelle zu halten, statt sie durch Auswaschung zu verlieren.

  44. 176

    Sun, H., Li, J., Peng, Y. & Sun, Z. et al. (2026). Biofilm pre-colonization strengthening: A new strategy for low-inoculum and startup of partial nitritation/anammox process in integrated fixed-film activated sludge systems. Environmental Research 300: 124456. DOI: 10.1016/j.envres.2026.124456Peer-reviewed

    Eine neuere Studie, die die Vorbesiedlung von Trägern mit Biofilm als Möglichkeit vorschlägt, den Prozess der partiellen Nitritation/Anammox in Biofilmsystemen aus einer sehr kleinen Impfmenge anzufahren. Sie zielt direkt auf das Rückhalteproblem, das langsam wachsenden Anammox-Organismen anhaftet — wie man sie ohne großes Impfmaterial etabliert.

06Wenn das Absetzen versagt

Blähschlamm durch Fadenbildner und Feststoffabtrennung

Der häufigste Grund, warum ein biologisches System nicht mehr funktioniert, ist, dass sich der Schlamm nicht mehr absetzt. Ursache ist meist ein übermäßiges Wachstum fadenbildender Bakterien — und die Literatur zu dessen Kontrolle ist ein Lehrstück darin, auf die Gemeinschaft einzuwirken, statt gegen sie vorzugehen.

  1. 177

    Chudoba, J., Grau, P. & Ottová, V. (1973). Control of activated-sludge filamentous bulking–II. Selection of microorganisms by means of a selector. Water Research 7(10): 1389–1406. DOI: 10.1016/0043-1354(73)90113-9Peer-reviewed

    Führte die kinetische Selektionstheorie des Blähschlamms und den „Selektor“ ein — eine Auslegung, die Flockenbildner gegenüber Fadenbildnern begünstigt, indem sie steuert, wie das Substrat zugeführt wird. Eine grundlegende Idee für das Management der Absetzbarkeit von Schlamm.

  2. 178

    Martins, A. M. P., Pagilla, K., Heijnen, J. J. & van Loosdrecht, M. C. M. (2004). Filamentous bulking sludge—a critical review. Water Research 38(4): 793–817. DOI: 10.1016/j.watres.2003.11.005Peer-reviewed

    Die kritische Übersicht über Blähschlamm durch Fadenbildner, die seine Ursachen und die konkurrierenden Theorien zu seiner Kontrolle behandelt. Der Referenztext dazu, warum sich ein Schlamm nicht mehr absetzt und was sich dagegen tun lässt.

  3. 179

    Jenkins, D., Richard, M. G. & Daigger, G. T. (2003). Manual on the Causes and Control of Activated Sludge Bulking, Foaming, and Other Solids Separation Problems. CRC Press (3rd edition). DOI: 10.1201/9780203503157Peer-reviewed

    Das Standardhandbuch für die Praxis — ein Buch, dritte Auflage — zur Diagnose und Behebung von Blähschlamm, Schaumbildung und anderen Problemen der Feststoffabtrennung, das Mikroskopie mit Kontrollstrategien verbindet. Das Nachschlagewerk, zu dem die meisten Betreiber greifen, wenn sich Schlamm nicht absetzt.

  4. 180

    Speirs, L. B. M., Rice, D. T. F., Petrovski, S. & Seviour, R. J. (2019). The Phylogeny, Biodiversity, and Ecology of the Chloroflexi in Activated Sludge. Frontiers in Microbiology 10: 2015. DOI: 10.3389/fmicb.2019.02015Peer-reviewed

    Stellt die Chloroflexi — die zu den häufigsten fadenförmigen Organismen im Belebtschlamm gehören — in ihren ökologischen Zusammenhang: als Organismen, die Flocken ein Gerüst geben und im Übermaß Brücken zwischen ihnen bilden, die zu Blähschlamm führen. Derselbe Organismus kann das Absetzen je nach Bedingungen fördern oder beeinträchtigen.

  5. 181

    Nittami, T. & Batinovic, S. (2022). Recent advances in understanding the ecology of the filamentous bacteria responsible for activated sludge bulking. Letters in Applied Microbiology 75(4): 759–775. DOI: 10.1111/lam.13634Peer-reviewed

    Aktualisiert, wer die blähschlammbildenden Fadenbildner tatsächlich sind und welche Nischen sie besetzen, nachdem kultivierungsunabhängige Methoden das ältere, morphologiebasierte Bild neu geschrieben haben. Diagnose vor dem Eingriff.

  6. 182

    Sam, T., Le Roes-Hill, M., Hoosain, N. & Welz, P. J. (2022). Strategies for Controlling Filamentous Bulking in Activated Sludge Wastewater Treatment Plants: The Old and the New. Water 14(20): 3223. DOI: 10.3390/w14203223Peer-reviewed

    Ein aktueller Überblick über die Ursachen fädiger Blähschlammbildung und die Bandbreite alter wie neuer Wege, mit denen Betreiber damit umgehen. Hintergrund dazu, warum Blähschlamm ein ökologisches und hydraulisches Problem ist, das sich nicht allein durch eine Dosierung lösen lässt.

  7. 183

    US EPA (1987). The Causes and Control of Activated Sludge Bulking and Foaming. US EPA (report EPA/625/8-87/012).Behörde

    Ein Technologietransfer-Bericht der US EPA von 1987, der die Ursachen von Blähschlamm- und Schaumbildung in Belebtschlammanlagen sowie die dagegen eingesetzten betrieblichen Maßnahmen darlegt, einschließlich einer auf einen Ziel-Schlammvolumenindex abgestimmten Chlorung des Rücklaufschlamms (RAS). Ein seit Langem etabliertes Referenzwerk dazu, warum Nachklärbecken an Absetzleistung verlieren.

  8. 184

    van Niekerk, A. M., Jenkins, D. & Richard, M. G. (1987). Competitive growth of Zoogloea ramigera and type 021N in activated sludge and pure culture - a model for low F:M bulking. Journal of the Water Pollution Control Federation 59(5).Peer-reviewed

    Ein klassisches Experiment, das die Wachstumskinetik des Flockenbildners Zoogloea ramigera mit der des Fadentyps 021N vergleicht, sowohl in Reinkultur als auch in Belebtschlamm, um ein Modell der kinetischen Selektion für Blähschlamm bei niedrigem F:M-Verhältnis aufzustellen. Grundlegender Beleg dafür, dass ein niedriges, diffuses Substratangebot Fadenorganismen gegenüber Flockenbildnern begünstigt und die Absetzbarkeit beeinträchtigt.

  9. 185

    Ekama, G. A., Wentzel, M. C., Casey, T. G. & Marais, G. v. R. (1996). Filamentous organism bulking in nutrient removal activated sludge systems. Paper 6: Review, evaluation and consolidation of results. Water SA 22(2): 147–152. DOI: 10.10520/AJA03784738_1879Peer-reviewed

    Die zusammenfassende Übersichtsarbeit einer langen Forschungsreihe der University of Cape Town / Water SA zu fädigem Blähschlamm bei niedrigem F/M-Verhältnis („anoxisch–aerob“) in Anlagen zur Nährstoffentfernung, die die mechanistischen Befunde zusammenführt. Ein nützlicher Einstieg in die Erklärung durch kinetische Selektion, warum sich Fadenorganismen bei niedrigem, diffusem Substratangebot vermehren und die Absetzbarkeit leidet.

  10. 186

    Ekama, G. A., Wentzel, M. C., Lakay, M. T., Pilson, R. A. et al. (1999). Causes and control of low F/M filament bulking in nutrient removal activated sludge systems. Water Research Commission (WRC Report No. 542/1/99).Behörde

    Ein Bericht der Water Research Commission aus dem Laborprogramm der University of Cape Town zu fädigem Blähschlamm bei niedrigem F/M-Verhältnis („anoxisch–aerob“) in Anlagen zur biologischen Nährstoffentfernung. Er stellte fest, dass die üblichen Selektorkonstruktionen die Absetzbarkeit nicht verbesserten, und brachte die Vermehrung der Fadenorganismen mit unvollständiger Denitrifikation am Übergang von der anoxischen zur aeroben Zone in Verbindung. Institutionelle graue Literatur, aber eine grundlegende mechanistische Referenz.

  11. 187

    Richard, M. (2003). Activated Sludge Microbiology Problems and Their Control. US EPA National Operator Trainers Conference (hosted by NY State DEC).Peer-reviewed

    Ein weit verbreitetes Referenzwerk für die Betreiberschulung (Michael Richard, vorgetragen auf einer Konferenz der US EPA für Betreiberausbilder) zur Diagnose mikrobiologischer Probleme in Belebtschlammanlagen – dispergiertes Wachstum, Blähschlamm durch Nährstoffmangel und durch Polysaccharide sowie die von Fadenorganismen verursachte Bläh- und Schaumbildung, die das Absetzverhalten zunichtemacht – mit den jeweiligen praktischen betrieblichen Gegenmaßnahmen.

  12. 188

    Bergeron, J. & Pelletier, C. (2004). Occurrence and significance of filamentous bacteria in pulp and paper activated sludge systems. Water science and technology : a journal of the International Association on Water Pollution Research 50(3): 39–48.Peer-reviewed

    Eine Erhebung dazu, welche fadenförmigen Organismen in Belebtschlammanlagen für Abwasser der Zellstoff- und Papierindustrie vorkommen und welche Bedeutung sie haben. Industrielle Abwässer selektieren ein anderes Fadenorganismenprofil als kommunale Anlagen – nützlicher Hintergrund, wo eine Lagune industrielle Frachten aufnimmt.

  13. 189

    Caravelli, A., Giannuzzi, L. & Zaritzky, N. (2004). Effect of chlorine on filamentous microorganisms present in activated sludge as evaluated by respirometry and INT-dehydrogenase activity. Water Research 38(9): 2395–2405. DOI: 10.1016/j.watres.2004.01.044Peer-reviewed

    Eine Studie, die quantifiziert, wie Chlor die Atmungsaktivität fadenförmiger Mikroorganismen im Belebtschlamm verringert, bewertet mittels Respirometrie und INT-Dehydrogenase-Messungen. Sie dokumentiert die Chemie hinter der Chlorung als Mittel gegen schlechtes Absetzverhalten – ein chemischer Weg, der hier zur Abgrenzung von der biologischen Behandlung aufgeführt ist.

  14. 190

    Mascarenhas, T., Mikkelsen, L. H. & Nielsen, P. H. (2004). Effects of Chlorination on the Adhesion Strength and Deflocculation of Activated Sludge Flocs. Water Environment Research 76(4): 327–333. DOI: 10.2175/106143004x141915Peer-reviewed

    Eine kontrollierte Studie, die misst, wie eine Chlordosierung die Adhäsion schwächt, die Belebtschlammflocken zusammenhält, und die Deflockung fördert. Sie dokumentiert einen anerkannten Zielkonflikt der Chlorung als kurzfristiges Mittel zur Verbesserung des Absetzverhaltens – nützlicher Hintergrund für Betreiber, die eine chemische Dosierung gegen biologische Optionen abwägen.

  15. 191

    Azimi, A. A. & Zamanzadeh, M. (2006). The Effect of Selectors and Reactor Configuration on Filamentous Sludge Bulking Control in Activated Sludge. Pakistan Journal of Biological Sciences 9(3): 345–349. DOI: 10.3923/pjbs.2006.345.349Peer-reviewed

    Eine Studie dazu, wie anoxische/anaerobe Selektoren und die Reaktorkonfiguration fädigen Blähschlamm im Belebtschlamm beeinflussen. Sie stützt die Sicht der kinetischen Selektion, dass Beschickungsregime und Reaktorauslegung – statt chemischer Dosierung – gut absetzende Flocken gegenüber Fadenorganismen begünstigen können: der verfahrenstechnische Weg zu besserem Absetzverhalten.

  16. 192

    Nielsen, P. H., Kragelund, C., Seviour, R. J. & Nielsen, J. L. (2009). Identity and ecophysiology of filamentous bacteria in activated sludge. FEMS Microbiology Reviews 33(6): 969–998. DOI: 10.1111/j.1574-6976.2009.00186.xPeer-reviewed

    Eine grundlegende Übersichtsarbeit, die die fadenförmigen Organismen hinter Bläh- und Schaumbildung identifiziert und ihre Ökophysiologie darlegt – was jede Gruppe verwertet und welche Bedingungen sie begünstigen. Zu verstehen, warum sich Fadenorganismen vermehren, ist der Ausgangspunkt für jedes Absetzproblem in einer Lagune oder Belebtschlammanlage.

  17. 193

    Goldwyn, P. L., Saseetharan, M. K. & Jayanthi, J. (2010). Effect of chlorine in controlling the filamentous bulking in dairy activated sludge and its settling characteristics. Journal of environmental science & engineering 52(3): 205–12.Peer-reviewed

    Eine Studie, die berichtet, dass eine Chlordosierung den fädigen Blähschlamm verringerte und das Absetzverhalten von Belebtschlamm aus einer Molkerei verbesserte. Eine kurzfristige chemische Methode, die hier zur Einordnung neben biologischen Ansätzen aufgeführt ist, nicht als eine, die SediLogic einsetzt.

  18. 194

    Kotay, S. M., Datta, T., Choi, J. & Goel, R. (2011). Biocontrol of biomass bulking caused by Haliscomenobacter hydrossis using a newly isolated lytic bacteriophage. Water Research 45(2): 694–704. DOI: 10.1016/j.watres.2010.08.038Peer-reviewed

    Eine Laborstudie im Batch-Verfahren, die berichtet, dass ein neu isolierter lytischer Bakteriophage den mit Haliscomenobacter hydrossis verbundenen fädigen Blähschlamm verringerte und das Absetzverhalten des Schlamms verbesserte. Eine frühe Demonstration eines hochselektiven, phagenbasierten Wegs zu besserem Absetzverhalten, der sich von einer breiten chemischen Dosierung unterscheidet – allerdings nur im Labormaßstab.

  19. 195

    Cowan, R. M., Strom, P. F. & Young, J. C. (2014). Identifying and Controlling Activated Sludge Filaments. New Jersey Water Environment Association (conference presentation).Peer-reviewed

    Ein Konferenzvortrag (New Jersey Water Environment Association, 2014) dazu, wie Betreiber Fadentypen im Belebtschlamm mikroskopisch bestimmen und Blähschlamm über betriebliche Stellgrößen – gelöster Sauerstoff, Selektoren und Nährstoffverhältnis – steuern. Schulungsmaterial aus der Praxis statt begutachteter Forschung, nützlich als allgemein verständliche Einführung in die Fehlersuche bei der Absetzbarkeit.

  20. 196

    Liu, M., Gill, J. J., Young, R. & Summer, E. J. (2015). Bacteriophages of wastewater foaming-associated filamentous Gordonia reduce host levels in raw activated sludge. Scientific Reports 5(1). DOI: 10.1038/srep13754Peer-reviewed

    Eine Laborstudie, die berichtet, dass aus Abwasser isolierte Bakteriophagen die Abundanz der mit Schaumbildung verbundenen Gattung Gordonia im Belebtschlamm etwa um das Zehnfache senkten. Bemerkenswert ist, dass sich der Absetzindex nicht immer im Gleichschritt mit diesem mikrobiellen Rückgang verbesserte – ein Hinweis zur Vorsicht, dass Organismenzahlen und Prozessergebnisse auseinanderlaufen können.

  21. 197

    Liu, R., Li, Z., Han, G. & Cun, S. et al. (2021). Bacteriophage ecology in biological wastewater treatment systems. Applied Microbiology and Biotechnology 105(13): 5299–5307. DOI: 10.1007/s00253-021-11414-8Peer-reviewed

    Eine Übersichtsarbeit zur Ökologie von Bakteriophagen in der Abwasserbehandlung, die darstellt, wie diese Viren von Bakterien als Top-down-Kraft die Zusammensetzung und den Umsatz der Gemeinschaft prägen. Nützlicher Hintergrund zu den natürlichen Kräften, die bestimmen, welche Organismen in einer Behandlungsgemeinschaft fortbestehen.

  22. 198

    Runa, V., Wenk, J., Bengtsson, S. & Jones, B. V. et al. (2021). Bacteriophages in Biological Wastewater Treatment Systems: Occurrence, Characterization, and Function. Frontiers in Microbiology 12. DOI: 10.3389/fmicb.2021.730071Peer-reviewed

    Eine Übersichtsarbeit, die Vorkommen, Charakterisierung und Funktion von Bakteriophagen in der biologischen Abwasserbehandlung zusammenstellt. Sie legt dar, wie häufig diese bakteriellen Viren sind und welche Rollen sie beim Umsatz der Gemeinschaft spielen – Hintergrund zu den ökologischen Kräften, die in einem Behandlungssystem wirken.

  23. 199

    Vesga-Baron, A., Chamy, R. & Vande Wouwer, A. (2022). Minimizing Foaming and Bulking in Activated Sludge with Bacteriophage Treatment: A Review of Mathematical Modeling. Processes 10(8): 1600. DOI: 10.3390/pr10081600Peer-reviewed

    Eine Übersichtsarbeit zu den mathematischen Modellen, die für die Behandlung von Schaum- und Blähschlammbildung im Belebtschlamm mit Bakteriophagen entwickelt wurden, mit einer Bewertung, wie gut sich die Populationsdynamik von Wirt und Phage abbilden und vorhersagen lässt. Sie erschließt die theoretische Seite eines noch weitgehend experimentellen Wegs zu besserem Absetzverhalten.

  24. 200

    Wang, J., Ju, F., Yu, P. & Lou, J. et al. (2024). Metabolomics-based estimation of activated sludge microbial composition and prediction of filamentous bulking. Water Research 259: 121805. DOI: 10.1016/j.watres.2024.121805Peer-reviewed

    Eine Studie, die zeigt, dass metabolomische Profile die Zusammensetzung der Belebtschlammgemeinschaft abschätzen und fädigen Blähschlamm frühzeitig vorhersagen können – eine funktionelle Messgröße, die über genbasierte Erhebungen hinausgeht. Relevant überall dort, wo übermäßiges Fadenwachstum das Absetzverhalten verschlechtert und die Leistung der Nachklärung gefährdet.

  25. 201

    Baltes, F., Weiss, A., Ettl, M. & Dumack, K. (2025). Lotka–Volterra dynamics facilitate sustainable biocontrol of wastewater sludge bulking. The ISME Journal 19(1): wraf235. DOI: 10.1093/ismejo/wraf235Peer-reviewed

    Berichtet über Räuber-Beute-Dynamik (Lotka–Volterra) zwischen der Amöbe Arcella und dem mit Blähschlamm verbundenen Fadenorganismus Candidatus Microthrix parvicella, wobei die Zunahme des Weidegängers mit gemessenen Rückgängen der Fadenabundanz einherging. Belege zur Top-down-Ökologie, die hinter fädigem Blähschlamm und schlechtem Absetzverhalten in der biologischen Behandlung steht.

07Bakterien in die Behandlung einbringen

Bioaugmentation: die Evidenz und ihre Grenzen

Die gesamte Kategorie, in der SediLogic tätig ist, beruht auf der Prämisse, dass die Dosierung ausgewählter Bakterien ein Behandlungssystem verbessert. Hier ist die begutachtete Literatur dazu, ob – und unter welchen Bedingungen – das tatsächlich zutrifft, einschließlich der Übersichtsarbeiten, die offen benennen, wo es nicht zutrifft.

  1. 202

    Stephenson, D. & Stephenson, T. (1992). Bioaugmentation for enhancing biological wastewater treatment. Biotechnology Advances 10(4): 549–559. DOI: 10.1016/0734-9750(92)91452-kPeer-reviewed

    Eine frühe Übersichtsarbeit zur Bioaugmentation – der Dosierung ausgewählter Bakterien in ein System –, die das Konzept, seine Versprechen und seine gemischte Bilanz darstellt. Sie formulierte die Fragen zu Überleben und Etablierung, die das Fachgebiet bis heute zu beantworten versucht.

  2. 203

    van Limbergen, H., Top, E. M. & Verstraete, W. (1998). Bioaugmentation in activated sludge: current features and future perspectives. Applied Microbiology and Biotechnology 50(1): 16–23. DOI: 10.1007/s002530051250Peer-reviewed

    Unterschied zwischen Augmentation für einen bestimmten Schadstoff und Augmentation allgemeiner Funktionen und stellte zusammen, warum eingebrachte Stämme sich so oft nicht etablieren. Eine nüchterne frühe Bewertung des Ansatzes.

  3. 204

    Boon, N., Goris, J., De Vos, P., Verstraete, W. & Top, E. M. (2000). Bioaugmentation of Activated Sludge by an Indigenous 3-Chloroaniline-Degrading Comamonas testosteroni Strain. Applied and Environmental Microbiology 66(7): 2906–2913. DOI: 10.1128/aem.66.7.2906-2913.2000Peer-reviewed

    Verfolgte einen fluoreszenzmarkierten Comamonas-Stamm, der in Belebtschlamm dosiert wurde, und zeigte, dass er sich etablieren und einen Zielschadstoff abbauen konnte. Eine methodisch wichtige Demonstration, dass ein eingebrachter Organismus unter den richtigen Bedingungen fortbestehen kann.

  4. 205

    Boon, N., Top, E. M., Verstraete, W. & Siciliano, S. D. (2003). Bioaugmentation as a Tool To Protect the Structure and Function of an Activated-Sludge Microbial Community against a 3-Chloroaniline Shock Load. Applied and Environmental Microbiology 69(3): 1511–1520. DOI: 10.1128/aem.69.3.1511-1520.2003Peer-reviewed

    Zeigte, dass Bioaugmentation die Kernfunktionen einer Schlammgemeinschaft, einschließlich der Nitrifikation, gegenüber einer toxischen Stoßbelastung schützen konnte. Ein Beleg dafür, dass Animpfen Resilienz hinzufügen kann, nicht nur eine einzelne Abbaufähigkeit.

  5. 206

    El Fantroussi, S. & Agathos, S. N. (2005). Is bioaugmentation a feasible strategy for pollutant removal and site remediation?. Current Opinion in Microbiology 8(3): 268–275. DOI: 10.1016/j.mib.2005.04.011Peer-reviewed

    Eine bewusst skeptische Übersichtsarbeit, die fragt, ob Bioaugmentation tatsächlich wirkt und unter welchen engen Bedingungen. Ihre ehrliche Abwägung von Erfolgen gegen Misserfolge ist ein Vorbild dafür, wie man Aussagen in dieser Kategorie lesen sollte.

  6. 207

    Herrero, M. & Stuckey, D. C. (2015). Bioaugmentation and its application in wastewater treatment: A review. Chemosphere 140: 119–128. DOI: 10.1016/j.chemosphere.2014.10.033Peer-reviewed

    Eine viel zitierte Übersichtsarbeit zu Bioaugmentationsstrategien, zum wiederkehrenden Problem des Überlebens eingebrachter Stämme und zu den Bedingungen, unter denen Augmentation gelingt. Ein moderner Überblick über die Beleglage.

  7. 208

    Nzila, A., Razzak, S. A. & Zhu, J. (2016). Bioaugmentation: An Emerging Strategy of Industrial Wastewater Treatment for Reuse and Discharge. International Journal of Environmental Research and Public Health 13(9): 846. DOI: 10.3390/ijerph13090846Peer-reviewed

    Eine frei zugängliche (Open-Access-)Übersichtsarbeit zur Bioaugmentation für Industrieabwasser, die darlegt, wo die Dosierung spezifischer Abbauer hilft und wo nicht. Ein frei lesbarer Überblick über die praktischen Grenzen.

  8. 209

    Raper, E., Stephenson, T., Anderson, D. R. & Fisher, R. et al. (2018). Industrial wastewater treatment through bioaugmentation. Process Safety and Environmental Protection 118: 178–187. DOI: 10.1016/j.psep.2018.06.035Peer-reviewed

    Eine betriebsorientierte Übersichtsarbeit zur Anwendung von Bioaugmentation auf Industrieabwässer – welche Branchen, welche Ziele und die wiederkehrenden Gründe, aus denen Versuche hinter den Erwartungen zurückbleiben. Ergänzt die breiteren Übersichtsarbeiten um den Blick der Praxis auf die Grenzen.

  9. 210

    Aldas-Vargas, A., Kers, P. R., Smidt, H. & Rijnaarts, H. H. M. et al. (2024). Bioaugmentation has temporary effect on anaerobic pesticide biodegradation in simulated groundwater systems. Biodegradation 35(3): 281–297. DOI: 10.1007/s10532-023-10039-0Peer-reviewed

    Stellte fest, dass der Nutzen der Bioaugmentation nachließ, sobald die zugesetzten Abbauer ausgewaschen waren – die Kurzlebigkeit, die der Dosierung freier Zellen anhaftet. Ein Beleg dafür, warum der Rückhalt und nicht nur die Inokulation darüber entscheidet, ob eine Augmentation von Dauer ist.

  10. 211

    Mattingly, A. J., Sorial, G. A., de los Reyes, F. L. & Ducoste, J. J. et al. (2025). Does Continuous Bioaugmentation of Aerated Stabilization Basins Improve Performance? A Field Scale Trial With a Control. Water Environment Research 97(11): e70202. DOI: 10.1002/wer.70202Peer-reviewed

    Ein seltener Feldversuch mit kontinuierlicher Bioaugmentation in belüfteten Stabilisierungsbecken, durchgeführt gegen eine Kontrolle – der Vergleich, der den meisten Fallstudien von Anbietern fehlt. Unmittelbar relevant für lagunenartige Systeme und ehrlich in Bezug auf das, was die Kontrolle zeigte.

  11. 212

    Cycoń, M. (2026). Bioaugmentation as microbiome engineering: a framework for evaluating functional performance, persistence, and safety. Frontiers in Microbiology 17: 1835468. DOI: 10.3389/fmicb.2026.1835468Peer-reviewed

    Deutet Bioaugmentation als Mikrobiom-Engineering neu und schlägt vor, wie sich beurteilen lässt, ob ein zugesetzter Organismus tatsächlich seine Funktion erfüllt, fortbesteht und sicher ist. Die aktuelle Darstellung dessen, warum Inokulation allein selten ausreicht.

  12. 213

    Wahalathanthrige, H., Zhang, X., Webb, J. S. & Williams, I. D. (2026). Enhancing bioaugmentation in wastewater treatment: the emerging role of aggregating bacteria as mediators in cell immobilization—review. Reviews in Environmental Science and Bio/Technology 25(1): 12. DOI: 10.1007/s11157-026-09765-7Peer-reviewed

    Argumentiert, dass es an der Forschungsfront der Bioaugmentation ebenso um den Rückhalt geht – zugesetzte Organismen dazu zu bringen, Aggregate zu bilden und zu bleiben – wie um die Inokulation, da freie Zellen ausgewaschen werden. Warum die Zugabe von Mikroben, ohne sie zurückzuhalten, selten von Dauer ist.

  13. 214

    Stephenson, D. (1993). Bioaugmentation for the improvement of nitrification in wastewater treatment. Cranfield University (thesis).Hochschulschrift

    Eine Abschlussarbeit der Cranfield University (betreut von Tom Stephenson), die ein kommerzielles Nitrifikationsprodukt auf Basis von Nitrosomonas an großtechnischen Tropfkörperanlagen prüfte. Sie fand nur bescheidene Verbesserungen der Ammoniakentfernung – oft im einstelligen Prozentbereich, bis zu etwa 20 % – und kam zu dem Schluss, dass Betriebsparameter wie Belastung, HRT und Schlammalter die Nitrifikation stärker beeinflussten als das Produkt selbst. Ein nützliches skeptisches Gegenbeispiel.

  14. 215

    Bokhamy, M., Deront, M., Adler, N. & Peringer, P. (1997). Survie et activité de Comamonas testosteroni dans une population mixte. Water Research 31(11): 2802–2810. DOI: 10.1016/S0043-1354(97)00122-XPeer-reviewed

    Eine frühe Studie zum Überleben von Comamonas testosteroni in einer Mischkultur, die den bleibenden Prüfstein jeder Bioaugmentation formulierte: Der eingebrachte Organismus muss sowohl überleben als auch nachweislich seine Abbauaktivität behalten. Wird nach wie vor zitiert, weil sie erklärt, warum angeimpfte Stämme sich so oft nicht etablieren. (Auf Französisch veröffentlicht.)

  15. 216

    Oerther, D. B., Danalewich, J., Dulekgurgen, E. & Leveque, E. et al. (1998). Bioaugmentation of sequencing batch reactors for biological phosphorus removal: comparative rRNA sequence analysis and hybridization with oligonucleotide probes. Water Science and Technology 37(4-5): 469–473. DOI: 10.2166/wst.1998.0697Peer-reviewed

    Eine frühe Augmentationsstudie zur Phosphorentfernung, die mittels rRNA-Sequenzanalyse und Hybridisierung mit Oligonukleotidsonden prüfte, ob sich zugesetzte Organismen während der Inbetriebnahme eines Sequencing-Batch-Reaktors etablierten. Zitiert im Rahmen der vergleichsweise dünnen, älteren Beleglage zur Phosphor-Bioaugmentation, die hauptsächlich auf solchen molekular verfolgten Arbeiten zur Inbetriebnahme beruht.

  16. 217

    Newby, D. T., Gentry, T. J. & Pepper, I. L. (2000). Comparison of 2,4-Dichlorophenoxyacetic Acid Degradation and Plasmid Transfer in Soil Resulting from Bioaugmentation with Two Different pJP4 Donors. Applied and Environmental Microbiology 66(8): 3399–3407. DOI: 10.1128/aem.66.8.3399-3407.2000Peer-reviewed

    Eine Bodenstudie, die zwei Donorstämme mit dem katabolen Plasmid pJP4 vergleicht und sowohl den Abbau des Herbizids 2,4-D als auch die Übertragung und das Fortbestehen des Plasmids misst. Relevant dafür, warum genbasierte Augmentation nachlassen kann – das katabole Plasmid geht ohne Selektionsdruck leicht verloren.

  17. 218

    Simon, M. A., Bonner, J. S., Page, C. A. & Townsend, R. T. et al. (2004). Evaluation of two commercial bioaugmentation products for enhanced removal of petroleum from a wetland. Ecological Engineering 22(4–5): 263–277. DOI: 10.1016/j.ecoleng.2004.06.005Peer-reviewed

    Eine seltene, unabhängig durchgeführte Feldbewertung, die zwei namentlich genannte kommerzielle Bioaugmentationsprodukte zur Entfernung von Erdöl in einem Feuchtgebiet vergleicht, über 152 Tage mit Versuchsarmen für intrinsischen Abbau, Biostimulation und Bioaugmentation – ein stärkeres Design als die meisten von Anbietern finanzierten Versuche. Aufgenommen, weil sie vermarktete Produkte unter kontrollierten Feldbedingungen prüft.

  18. 219

    Dabert, P., Delgenès, J. P. & Godon, J. J. (2005). Monitoring the impact of bioaugmentation on the start up of biological phosphorus removal in a laboratory scale activated sludge ecosystem. Applied Microbiology and Biotechnology 66(5): 575–588. DOI: 10.1007/s00253-004-1726-zPeer-reviewed

    Eine mittels rRNA-Hybridisierung verfolgte Studie dazu, ob Bioaugmentation die Inbetriebnahme der biologischen Phosphorentfernung in einem Labor-Belebtschlammsystem beschleunigt. Die Literaturauswertung führt sie als eine der wenigen, überwiegend aus der Mitte der 2000er-Jahre stammenden Phosphorstudien, zu denen seither kein modernes kontrolliertes Gegenstück erschienen ist.

  19. 220

    Domde, P., Kapley, A. & Purohit, H. J. (2007). Impact of bioaugmentation with a consortium of bacteria on the remediation of wastewater-containing hydrocarbons. Environmental Science and Pollution Research International 14(1): 7–11. DOI: 10.1065/espr2006.11.358Peer-reviewed

    Eine Laborstudie, bei der Reaktoren zur Behandlung kohlenwasserstoffbelasteter Raffinerieabwässer mit einem definierten Bakterienkonsortium bioaugmentiert wurden; berichtet wird eine gegenüber reiner Biostimulation verbesserte CSB-Entfernung, die auf alkanabbauende katabole Gene (alkB) zurückgeführt wird. Ein frühes, kleinmaßstäbliches Beispiel für Konsortium-Bioaugmentation bei Erdölabwässern.

  20. 221

    Foxon, K. (2010). Pit latrine additive studies. Water Research Commission (South Africa).Behörde

    Eine Präsentation der Pollution Research Group (University of KwaZulu-Natal) zu von der WRC finanzierten Labor- und Feldversuchen mit Zusätzen für Grubenlatrinen, die keinen statistisch signifikanten Effekt auf die Massenverlustraten des Schlamms fanden – dosierte, nur mit Wasser behandelte und unbehandelte Gruben verhielten sich gleich. Ein nüchternes, unabhängiges Gegengewicht zu Werbeaussagen für Zusatzmittel.

  21. 222

    Council of Scientific and Industrial Research (2011). A bacterial consortium for the treatment of pulp and paper wastewater. Google Patents.Patent

    Ein erteiltes europäisches Patent (Inhaber: der indische CSIR, inzwischen erloschen), das ein aerobes Bakterienkonsortium aus drei Stämmen für Abwasser aus Zellstoff- und Papierfabriken beschreibt und eine Reduktion des CSB um 67–71 % und des BSB um 87–89 % beansprucht. Ein Patentanspruch, keine unabhängige, begutachtete Bestätigung dieser Zahlen.

  22. 223

    Indian Oil Corporation Ltd (2012). Bio-augmentation composition and use thereof for improving efficiency of effluent treatment in hydrocarbon processing plant. Google Patents.Patent

    Eine Patentanmeldung (Inhaberin: Indian Oil Corporation, Status: erloschen), die ein Bacillus-Konsortium aus fünf Arten zur Verbesserung der Abwasserbehandlung und zur Senkung des Kohlenwasserstoffgehalts in Raffinerieabwasser beansprucht. Ein kommerzieller Anspruch, der eine Formulierung absteckt, kein Beleg dafür, dass sie wie beschrieben wirkt.

  23. 224

    Tang, H. L., Xie, Y. F. & Chen, Y.-C. (2012). Use of Bio-Amp, a commercial bio-additive for the treatment of grease trap wastewater containing fat, oil, and grease. Bioresource Technology 124: 52–58. DOI: 10.1016/j.biortech.2012.08.012Peer-reviewed

    Eine unabhängige Hochschulstudie, die das namentlich genannte kommerzielle Zusatzmittel Bio-Amp (fünf offengelegte Pseudomonas- und Bacillus-Stämme) an realem Abwasser aus Fettabscheidern prüfte; sie berichtete eine um 40 % verringerte Bildung von FOG-Ablagerungen, wobei auch CSB, Gesamtstickstoff, Gesamtphosphor und Gesamtfettsäuren gesenkt wurden. Ein kurzer Versuch an nur einem Standort.

  24. 225

    Fotidis, I. A., Karakashev, D. & Angelidaki, I. (2013). Bioaugmentation with an acetate-oxidising consortium as a tool to tackle ammonia inhibition of anaerobic digestion. Bioresource Technology 146: 57–62. DOI: 10.1016/j.biortech.2013.07.041Peer-reviewed

    Eine Studie zur anaeroben Faulung im Labormaßstab, die zeigt, dass Bioaugmentation mit einem acetatoxidierenden Konsortium dazu beitrug, die Methanproduktion in durch hohe Ammoniakkonzentrationen gehemmten Faulbehältern wiederherzustellen. Ein Beleg dafür, dass zugesetzte Organismen eine bestimmte Prozessstörung abpuffern können, wobei das Fortbestehen über den Versuchszeitraum hinaus nicht verfolgt wurde.

  25. 226

    Menashe, O. & Kurzbaum, E. (2014). Small-bioreactor platform technology as a municipal wastewater additive treatment. Water Science and Technology 69(3): 504–510. DOI: 10.2166/wst.2013.709Vom Hersteller veröffentlicht

    Eine begutachtete Validierung der Small-Bioreactor-Platform (SBP) – eines makroverkapselten Bioaugmentationsformats –, die eine verbesserte Prozessstabilität mit weniger Schaumbildung und Schlammansammlung berichtet. Von den Urhebern der Technologie verfasst und daher eher als Demonstration des Entwicklers denn als unabhängiger Beleg zu lesen; die Studie selbst fordert breitere Tests.

  26. 227

    Zhang, J., Wen, D., Zhao, C. & Tang, X. (2014). Bioaugmentation accelerates the shift of bacterial community structure against shock load: a case study of coking wastewater treatment by zeolite-sequencing batch reactor. Applied Microbiology and Biotechnology 98(2): 863–873. DOI: 10.1007/s00253-013-4848-3Peer-reviewed

    Berichtet, dass die Bioaugmentation eines mit Zeolith ergänzten Sequencing-Batch-Reaktors dessen Bakteriengemeinschaft half, sich nach einer toxischen Stoßbelastung mit Kokereiabwasser schneller neu zu strukturieren. Eine von mehreren Labordemonstrationen zur Erholung nach Stoßbelastungen; wie die Literaturauswertung festhält, bietet noch keine eine langfristige, unabhängig replizierte, großtechnische Bestätigung.

  27. 228

    Zhou, N. A., Lutovsky, A. C., Andaker, G. L. & Ferguson, J. F. et al. (2014). Kinetics modeling predicts bioaugmentation with Sphingomonad cultures as a viable technology for enhanced pharmaceutical and personal care products removal during wastewater treatment. Bioresource Technology 166: 158–167. DOI: 10.1016/j.biortech.2014.05.028Peer-reviewed

    Eine kinetische Modellierungsstudie, die vorhersagt, dass Bioaugmentation mit Sphingomonaden-Kulturen die Entfernung von Rückständen aus Arzneimitteln und Körperpflegeprodukten während der Abwasserbehandlung verbessern könnte. Hier zitiert als Beleg dafür, dass zugesetzte Stämme das Spektrum organischer Spurenstoffe erweitern können, die ein biologischer Prozess abbaut.

  28. 229

    Gude, V. G. (2015). A New Perspective on Microbiome and Resource Management in Wastewater Systems. Journal of Biotechnology & Biomaterials 5: 184. DOI: 10.4172/2155-952X.1000184Peer-reviewed

    Ein Perspektivartikel, der Belebtschlamm und ähnliche technische Systeme als Mikrobiome betrachtet, die sich über das Management von Nischen, Konkurrenten und Fressfeinden – Prozesssteuerung, Trägergestaltung, Beschickungsplanung – steuern lassen statt allein durch die Zugabe von Organismen. Er ordnet Bioaugmentation als eine Stellgröße unter mehreren ein.

  29. 230

    SCENIHR, SCHER & SCCS (2015). Final Opinion on Synthetic Biology III: Risks to the environment and biodiversity related to synthetic biology and research priorities in the field of synthetic biology. European Commission.Behörde

    Eine wissenschaftliche Stellungnahme der Europäischen Kommission, gemeinsam verabschiedet von ihren drei wissenschaftlichen Ausschüssen für den Nicht-Lebensmittelbereich, zu den Umwelt- und Biodiversitätsrisiken der synthetischen Biologie. Zitiert, weil sie unbeabsichtigte Freisetzung, Persistenz, Invasivität und Gentransfer als allgemeine ökologische Risikofaktoren benennt, die eine Einzelfallbewertung erfordern – der regulatorische Hintergrund für jede gentechnisch veränderte Impfkultur.

  30. 231

    Shaker, S., Nemati, A., Montazeri-Najafabady, N. & Mobasher, M. A. et al. (2015). Treating Urban Wastewater: Nutrient Removal by Using Immobilized Green Algae in Batch Cultures. International Journal of Phytoremediation 17(12): 1177–1182. DOI: 10.1080/15226514.2015.1045130Peer-reviewed

    Eine Batch-Kultur-Studie, die die Stickstoff- und Phosphorentfernung aus kommunalem Abwasser mithilfe immobilisierter Grünalgen (Chlorella und Chlamydomonas) misst. Aufgenommen als Beispiel für Zellimmobilisierung – die Fixierung eingebrachter Organismen in einer Matrix –, um sie im System zu halten, statt sie durch Auswaschung zu verlieren.

  31. 232

    Tang, H. L. & Chen, H. (2015). Nitrification at full-scale municipal wastewater treatment plants: Evaluation of inhibition and bioaugmentation of nitrifiers. Bioresource Technology 190: 76–81. DOI: 10.1016/j.biortech.2015.04.063Peer-reviewed

    Eine großtechnische Bewertung an kommunalen Anlagen, die feststellte, dass organischer Kohlenstoff und ein niedriger pH-Wert die Nitrifikation hemmten und dass ein integriertes Verfahren zur Bioaugmentation mit Nitrifikanten aus einem Seitenstrom die Nitrifikationsleistung selbst bei ungünstigem pH-Wert verbesserte. Belege im Feldmaßstab für den Rückhalt von Nitrifikanten durch internen Transfer statt durch Dosierung.

  32. 233

    Carlos, F. S., Giovanella, P., Bavaresco, J. & Borges, C. D. S. et al. (2016). A Comparison of Microbial Bioaugmentation and Biostimulation for Hexavalent Chromium Removal from Wastewater. Water, Air, & Soil Pollution 227(6). DOI: 10.1007/s11270-016-2872-5Peer-reviewed

    Vergleicht Bioaugmentation direkt mit Biostimulation bei der Entfernung von sechswertigem Chrom – eine der wenigen Studien, die beides sauber trennen. Die Literaturauswertung stützt sich auf sie, um einen kommerziell wichtigen Punkt zu belegen: Ein Teil des Nutzens der „Bioaugmentation“ stammt tatsächlich von den mitzugegebenen Nährstoffen, nicht von den Organismen.

  33. 234

    Chong, C. Y. (2016). Microbial consortium for wastewater treatment. Google Patents.Patent

    Eine US-Patentanmeldung (inzwischen aufgegeben) für ein flüssiges mikrobielles Konsortium – Hefen mit photosynthetischen und stickstofffixierenden Mikroben –, das laut Anmeldung die organische Fracht aus Fabrikabwasser, kommunalem Abwasser und Abwasser der Lebensmittelverarbeitung entfernen und dabei ölhaltige Biomasse liefern soll. Eine erloschene Anmeldung, die eine Formulierung beschreibt, kein unabhängiger Leistungsnachweis.

  34. 235

    Shen, D., Wang, L., He, H. & Wang, M. (2016). Effect of Transient Nicotine Load Shock on the Performance of Pseudomonas sp. HF-1 Bioaugmented Sequencing Batch Reactors. Journal of Chemistry 2016: 4982395. DOI: 10.1155/2016/4982395Peer-reviewed

    Eine Laborstudie an mit Pseudomonas sp. HF-1 bioaugmentierten Sequencing-Batch-Reaktoren, die untersucht, wie gut die Reaktoren ihre Leistung während einer vorübergehenden Nikotin-Stoßbelastung hielten. Ein Beispiel für Bioaugmentation zur Stabilisierung eines Behandlungsprozesses während einer toxischen Störung – im Labormaßstab und von kurzer Dauer.

  35. 236

    Stenström, F. & la Cour Jansen, J. (2016). Promotion of nitrifiers through side-stream bioaugmentation: a full-scale study. Water Science and Technology 74(7): 1736–1743. DOI: 10.2166/wst.2016.340Peer-reviewed

    Eine großtechnische Studie, die zeigt, dass das Animpfen von Belebtschlamm mit in einem Seitenstrom gezüchteter nitrifizierender Biomasse die Nitrifikationskapazität der Anlage erhöhte. Teil der Belege zum Transfer vom Seitenstrom in den Hauptstrom, wonach sich eine Augmentation zur Stickstoffentfernung etablieren kann, wenn die Biomasse physisch zurückgehalten wird.

  36. 237

    Tan, W., Huang, C., Chen, C. & Liang, B. et al. (2016). Bioaugmentation of activated sludge with elemental sulfur producing strain Thiopseudomonas denitrificans X2 against nitrate shock load. Bioresource Technology 220: 647–650. DOI: 10.1016/j.biortech.2016.08.093Peer-reviewed

    Ein Laborversuch, in dem die Augmentation von Belebtschlamm mit dem Stamm Thiopseudomonas denitrificans X2 dem System half, die Denitrifikation während einer Nitrat-Stoßbelastung aufrechtzuerhalten. Eine kurze Demonstration zur Erholung nach Stoßbelastung im Labormaßstab; das Fortbestehen über das Erholungsfenster hinaus wurde nicht verfolgt.

  37. 238

    Town, J. R. & Dumonceaux, T. J. (2016). Laboratory-scale bioaugmentation relieves acetate accumulation and stimulates methane production in stalled anaerobic digesters. Applied Microbiology and Biotechnology 100(2): 1009–1017. DOI: 10.1007/s00253-015-7058-3Peer-reviewed

    Eine Laborstudie, die zeigt, dass eine gezielte mikrobielle Zugabe angesammeltes Acetat abbaute und die Methanproduktion in zum Stillstand gekommenen anaeroben Faulbehältern wieder in Gang setzte. Eine saubere Demonstration einer Dosierung, um einen bestimmten blockierten Schritt der Faulung wieder in Gang zu bringen, allerdings im Labormaßstab statt in einer laufenden Anlage.

  38. 239

    Wang, S., Yang, Q., Shi, W. & Yu, S. et al. (2016). Nitrifier Augmentation for High Ammonia Nitrogen Removal by Aerobic Granular Sludge at Low Temperatures. CLEAN – Soil, Air, Water 44(5): 525–531. DOI: 10.1002/clen.201400110Peer-reviewed

    Prüft die Augmentation von aerobem Granulatschlamm mit Nitrifikanten zur Ammoniakentfernung bei niedriger Temperatur – einer von mehreren Versuchen unter kalten Klimabedingungen in der Literaturauswertung. Relevant, weil das Wachstum von Nitrifikanten stark temperaturabhängig ist, wobei die Studie auch unterstreicht, dass die Ammoniakbehandlung außerhalb einer trockenen, auf Feststoffe ausgerichteten Produktlinie liegt.

  39. 240

    Lebiocka, M., Montusiewicz, A. & Cydzik-Kwiatkowska, A. (2018). Effect of Bioaugmentation on Biogas Yields and Kinetics in Anaerobic Digestion of Sewage Sludge. International Journal of Environmental Research and Public Health 15(8): 1717. DOI: 10.3390/ijerph15081717Peer-reviewed

    Berichtete, dass die Augmentation der anaeroben Faulung von Klärschlamm mit einer Mischung aus Bakterien und Archaeen den biologischen Abbau auf über 46 % steigerte und die Biogasausbeute verbesserte, mit detaillierter Reaktionskinetik. Eine der besser charakterisierten Demonstrationen dafür, dass Augmentation die Leistung von Faulbehältern beim Abbau organischer Feststoffe steigern kann.

  40. 241

    Li, J., Luo, C., Zhang, D. & Song, M. et al. (2018). Autochthonous Bioaugmentation-Modified Bacterial Diversity of Phenanthrene Degraders in PAH-Contaminated Wastewater as Revealed by DNA-Stable Isotope Probing. Environmental Science & Technology 52(5): 2934–2944. DOI: 10.1021/acs.est.7b05646Peer-reviewed

    Nutzt DNA-Stable-Isotope-Probing, um zu verfolgen, wie die Wiedereinbringung einheimischer (autochthoner) Phenanthren-Abbauer die Abbauergemeinschaft in PAK-belastetem Abwasser umgestaltet. Sie veranschaulicht sowohl die autochthone Strategie – einheimische Stämme stehen vor einer geringeren Konkurrenzhürde – als auch die Sorgfalt bei der Verfolgung, die die Literaturauswertung sehen will.

  41. 242

    Liu, F., Hu, X., Zhao, X. & Guo, H. et al. (2018). Rapid nitrification process upgrade coupled with succession of the microbial community in a full-scale municipal wastewater treatment plant (WWTP). Bioresource Technology 249: 1062–1065. DOI: 10.1016/j.biortech.2017.10.076Peer-reviewed

    Eine großtechnische Anlagenstudie, die berichtet, dass die Dosierung einer Nitrifikantenmischung von 1 % die Ammoniakentfernung innerhalb von 25 Tagen auf 94,6 % steigerte, wobei die Umstellung anhand der sich verändernden mikrobiellen Gemeinschaft verfolgt wurde. Zitiert als einer der stärksten Belege dafür, dass Dosierung dort hilft, wo eine nitrifizierende Population tatsächlich fehlt.

  42. 243

    Ren, C., Wang, Y., Tian, L. & Chen, M. et al. (2018). Genetic Bioaugmentation of Activated Sludge with Dioxin-Catabolic Plasmids Harbored by Rhodococcus sp. Strain p52. Environmental Science & Technology 52(9): 5339–5348. DOI: 10.1021/acs.est.7b04633Peer-reviewed

    Eine Studie zur genetischen Bioaugmentation, in der dioxinabbauende katabole Plasmide über Rhodococcus sp. p52 in Belebtschlamm übertragen wurden. Die Literaturauswertung führt sie unter Plasmidverlust an: Ohne Selektionsdruck verschwindet das katabole Plasmid tendenziell aus der Population – ein eigener Versagensmodus für Ansätze mit technisch eingebrachten Genen.

  43. 244

    Sforza, E., Pastore, M., Santeufemia Sanchez, S. & Bertucco, A. (2018). Bioaugmentation as a strategy to enhance nutrient removal: Symbiosis between Chlorella protothecoides and Brevundimonas diminuta. Bioresource Technology Reports 4: 153–158. DOI: 10.1016/j.biteb.2018.10.007Peer-reviewed

    Eine Laborstudie zu einer definierten Algen-Bakterien-Paarung – Chlorella protothecoides mit Brevundimonas diminuta –, die prüft, ob die Symbiose die Stickstoff- und Phosphorentfernung aus Abwasser erhöht. Kleinmaßstäbliche Belege dazu, wie gepaarte Organismen die Nährstoffaufnahme verbessern können.

  44. 245

    Wang, S., Li, J., Zheng, G. & Du, G. et al. (2018). Bioaugmentation with Mixed Hydrogen-Producing Acetogen Cultures Enhances Methane Production in Molasses Wastewater Treatment. Archaea 2018: 1–10. DOI: 10.1155/2018/4634898Peer-reviewed

    Setzt der Vergärung von Melasseabwasser gemischte wasserstoffproduzierende acetogene Kulturen zu und berichtet eine höhere Methanausbeute. Eine Labordemonstration der Bioaugmentation mit Anreicherungskulturen für die anaerobe Vergärung, relevant eher für die Biogasseite als für Lagunenfeststoffe, wobei das Fortbestehen der zugesetzten Kulturen nicht untersucht wurde.

  45. 246

    Zhang, S., Sun, X., Wang, X. & Qiu, T. et al. (2018). Bioaugmentation with Diaphorobacter polyhydroxybutyrativorans to enhance nitrate removal in a poly (3-hydroxybutyrate-co-3-hydroxyvalerate)-supported denitrification reactor. Bioresource Technology 263: 499–507. DOI: 10.1016/j.biortech.2018.04.115Peer-reviewed

    Eine Laborstudie, in der die Augmentation eines Denitrifikationsreaktors mit PHBV-Träger mit Diaphorobacter polyhydroxybutyrativorans die Inbetriebnahme der Denitrifikation beschleunigte und die Nitratentfernung gegenüber einer nicht augmentierten Kontrolle verbesserte. Zitiert als Beleg dafür, dass Augmentation am zuverlässigsten hilft, wenn eine benötigte funktionelle Gilde anfangs fehlt.

  46. 247

    Poszytek, K., Karczewska-Golec, J., Dziurzynski, M. & Stepkowska-Kowalska, O. et al. (2019). Genome-Wide and Functional View of Proteolytic and Lipolytic Bacteria for Efficient Biogas Production through Enhanced Sewage Sludge Hydrolysis. Molecules 24(14): 2624. DOI: 10.3390/molecules24142624Peer-reviewed

    Charakterisierte proteolytische und lipolytische Bakterienstämme auf Genom- und Funktionsebene hinsichtlich ihrer Fähigkeit, Klärschlamm zu hydrolysieren und die Biogasausbeute zu steigern. Stützt die Auswahl von Augmentationsstämmen für den spezifischen Hydrolyseschritt, der die anaerobe Faulung organischer Feststoffe begrenzt.

  47. 248

    Vuković Domanovac, M., Šabić Runjavec, M. & Meštrović, E. (2019). Bioaugmentation effect of Aeromonas hydrophila and Pseudomonas putida on kinetics of activated sludge process in treating pharmaceutical industrial wastewater. Journal of Chemical Technology & Biotechnology 94(8): 2721–2728. DOI: 10.1002/jctb.6085Peer-reviewed

    Eine Laborstudie, die misst, wie die Zugabe zweier Bakterienstämme die Kinetik des Belebtschlammverfahrens zur Behandlung von Abwasser der Pharmaindustrie veränderte – vor allem, wie schnell die organische Fracht abgebaut wurde. Eine kinetische Charakterisierung, kein großtechnischer Leistungsversuch.

  48. 249

    Yang, Z., Wang, W., Liu, C. & Zhang, R. et al. (2019). Mitigation of ammonia inhibition through bioaugmentation with different microorganisms during anaerobic digestion: Selection of strains and reactor performance evaluation. Water Research 155: 214–224. DOI: 10.1016/j.watres.2019.02.048Peer-reviewed

    Untersucht verschiedene Organismen auf ihre Fähigkeit, die Ammoniakhemmung in anaeroben Faulbehältern zu mildern, und bewertet die resultierende Reaktorleistung. Sie gehört zu den Belegen zu Stoßbelastung und Erholung, die die Literaturauswertung durchweg als im Labormaßstab und kurzzeitig einstuft, wobei das Fortbestehen des zugesetzten Organismus über das Erholungsfenster hinaus selten verfolgt wird.

  49. 250

    Fan, F., Xu, R., Wang, D. & Meng, F. (2020). Application of activated sludge for odor control in wastewater treatment plants: Approaches, advances and outlooks. Water Research 181: 115915. DOI: 10.1016/j.watres.2020.115915Peer-reviewed

    Eine Übersichtsarbeit dazu, wie Belebtschlammverfahren zur Behandlung von Geruchsproblemen in Kläranlagen eingesetzt werden, mit einem Überblick über die beteiligten mikrobiellen und technischen Strategien. Sie behandelt das Thema breit, statt herauszuarbeiten, was Bioaugmentation allein beiträgt, und dient hier daher eher als Hintergrund denn als direkter Beleg für Dosierung.

  50. 251

    Li, J., Peng, K., Zhang, D. & Luo, C. et al. (2020). Autochthonous bioaugmentation with non-direct degraders: A new strategy to enhance wastewater bioremediation performance. Environment International 136: 105473. DOI: 10.1016/j.envint.2020.105473Peer-reviewed

    Stellt autochthone Bioaugmentation mit „non-direct degraders“ vor – die erneute Beimpfung eines Systems mit einheimischen Organismen, die den Abbau des Zielschadstoffs unterstützen, statt ihn direkt abzubauen – als Weg zu einer stabileren biologischen Sanierung von Abwasser. Greift das wiederkehrende Problem auf, dass sich eingebrachte Stämme selten etablieren.

  51. 252

    Li, Y., Zhao, J., Achinas, S. & Zhang, Z. et al. (2020). The biomethanation of cow manure in a continuous anaerobic digester can be boosted via a bioaugmentation culture containing Bathyarchaeota. Science of The Total Environment 745: 141042. DOI: 10.1016/j.scitotenv.2020.141042Peer-reviewed

    Eine Studie, die berichtet, dass die Zugabe einer Bathyarchaeota enthaltenden Kultur die Methanausbeute bei der Vergärung von Kuhmist in einem kontinuierlich betriebenen anaeroben Fermenter erhöhte. Eines der auf Archaeen ausgerichteten Beispiele in der Literatur zur anaeroben Vergärung, in der die Dosierung zur Steigerung der Biogasausbeute zu den besser untersuchten Anwendungen gehört – wenn auch meist im Labormaßstab.

  52. 253

    Cayetano, R. D. A., Park, J., Kim, G.-B. & Jung, J.-H. et al. (2021). Enhanced anaerobic digestion of waste-activated sludge via bioaugmentation strategy—Phylogenetic investigation of communities by reconstruction of unobserved states (PICRUSt2) analysis through hydrolytic enzymes and possible linkage to system performance. Bioresource Technology 332: 125014. DOI: 10.1016/j.biortech.2021.125014Peer-reviewed

    Eine Laborstudie zur anaeroben Faulung von Überschussschlamm, die berichtet, dass eine Bioaugmentationsstrategie die Aktivität hydrolytischer Enzyme und die Leistung des Faulbehälters steigerte, wobei die Funktion der Gemeinschaft mit PICRUSt2 abgeleitet wurde. Relevant für Betreiber, die abwägen, ob Animpfen den Feststoffabbau und die Biogasausbeute beschleunigt – eine der besser untersuchten Anwendungen der Augmentation.

  53. 254

    Duque, A. F., Bessa, V. S., van Dongen, U. & de Kreuk, M. K. et al. (2021). Simultaneous nitrification and phosphate removal by bioaugmented aerobic granules treating a fluoroorganic compound. Water Science and Technology 83(10): 2404–2413. DOI: 10.2166/wst.2021.142Peer-reviewed

    Die Bioaugmentation aerober Granulen zum Abbau der fluororganischen Verbindung 2-Fluorphenol entfernte die Zielsubstanz, ohne die gleichzeitige Stickstoff- und Phosphorentfernung zu stören – eine nützliche Demonstration, dass eine auf eine Verbindung ausgerichtete Augmentation die parallel laufenden übrigen Behandlungsprozesse nicht beeinträchtigen muss.

  54. 255

    Santhanarajan, A. E., Sul, W.-J., Yoo, K.-J. & Seong, H.-J. et al. (2021). Metagenomic Insight of a Full Scale Eco-Friendly Treatment System of Textile Dye Wastewater Using Bioaugmentation of the Composite Culture CES-1. Microorganisms 9(7): 1503. DOI: 10.3390/microorganisms9071503Peer-reviewed

    Eine großtechnische Studie zu Textilfarbstoffabwasser, das mit der Mischkultur CES-1 behandelt wurde, wobei die eingebrachte Gemeinschaft per Metagenomik über 300–531 Tage verfolgt wurde. Bemerkenswert als eine der selteneren großtechnischen Augmentationsstudien mit echtem Langzeitmonitoring statt eines kurzen Laborversuchs.

  55. 256

    Uluseker, C., Kaster, K. M., Thorsen, K. & Basiry, D. et al. (2021). A Review on Occurrence and Spread of Antibiotic Resistance in Wastewaters and in Wastewater Treatment Plants: Mechanisms and Perspectives. Frontiers in Microbiology 12. DOI: 10.3389/fmicb.2021.717809Peer-reviewed

    Eine Übersichtsarbeit dazu, wie Antibiotikaresistenz in Abwasser und Kläranlagen entsteht und sich ausbreitet, einschließlich der Mechanismen des Gentransfers und der Aussichten auf Eindämmung. Eine nützliche Orientierung zur Problematik der Resistenzgene, die Teil der Biosicherheitsbetrachtung jeder Dosierungsstrategie ist.

  56. 257

    Ma, H., Zhao, Y., Yang, K. & Wang, Y. et al. (2022). Application oriented bioaugmentation processes: Mechanism, performance improvement and scale-up. Bioresource Technology 344: 126192. DOI: 10.1016/j.biortech.2021.126192Peer-reviewed

    Eine Übersichtsarbeit zur Bioaugmentation als angewandtem Verfahren – Mechanismus, leistungssteigernde Faktoren und Maßstabsvergrößerung – und die Quelle für die Unterscheidung zwischen der Zugabe lebender Organismen und der Zugabe sich nicht vermehrender Enzyme, deren Wirkung vorübergehend ist und eine kontinuierliche Dosierung erfordert.

  57. 258

    Cui, K., Sheng, X., Meng, Q. & Shang, G. et al. (2023). Effects of bioaugmentation on the performance of industrial-scale activated sludge sequencing batch reactor under load shock of heavy oil refinery wastewater. IOP Conference Series: Earth and Environmental Science 1135(1): 012023. DOI: 10.1088/1755-1315/1135/1/012023Peer-reviewed

    Ein Konferenzbeitrag über einen Sequencing-Batch-Reaktor im industriellen Maßstab, der eine Dosierzugabe von 0,1 % nutzte, um einem Belebtschlammsystem zu helfen, Stoßbelastungen durch Schwerölraffinerieabwasser zu überstehen. Einer der Fälle zur Erholung nach Stoßbelastungen in größerem Maßstab, wobei nicht verfolgt wurde, ob die zugesetzten Organismen danach fortbestanden.

  58. 259

    Dottorini, G., Wágner, D. S., Stokholm-Bjerregaard, M. & Kucheryavskiy, S. et al. (2023). Full-scale activated sludge transplantation reveals a highly resilient community structure. Water Research 229: 119454. DOI: 10.1016/j.watres.2022.119454Peer-reviewed

    Eine wegweisende großtechnische Studie, die die gesamte Belebtschlammbiomasse einer Spenderanlage in eine Empfängeranlage übertrug, verfolgt mittels Amplikonsequenzierung. Die ansässige Gemeinschaft erwies sich als äußerst resilient, und die eingebrachten Populationen konnten sich weitgehend nicht dauerhaft etablieren – ein ernüchterndes negatives Ergebnis zur Frage, ob Bioaugmentation im großtechnischen Maßstab mehr leistet als ein gewöhnliches Animpfen mit Biomasse.

  59. 260

    Ma, Y., Rui, D., Dong, H. & Zhang, X. et al. (2023). Large-scale comparative analysis reveals different bacterial community structures in full- and lab-scale wastewater treatment bioreactors. Water Research 242: 120222. DOI: 10.1016/j.watres.2023.120222Peer-reviewed

    Eine vergleichende Analyse von 966 Belebtschlammproben, die systematische Unterschiede zwischen den Bakteriengemeinschaften großtechnischer Anlagen und von Laboranlagen feststellte. Eine strukturelle Erklärung dafür, warum sich im Labor erzielte Augmentationsergebnisse so oft nicht auf großtechnische Anlagen übertragen lassen – ein Vorbehalt, den man beim Lesen von Anbieterversuchen im Kopf behalten sollte.

  60. 261

    Muter, O. (2023). Current Trends in Bioaugmentation Tools for Bioremediation: A Critical Review of Advances and Knowledge Gaps. Microorganisms 11(3): 710. DOI: 10.3390/microorganisms11030710Peer-reviewed

    Eine kritische Übersichtsarbeit zu Bioaugmentationswerkzeugen für die biologische Sanierung, die zu dem Schluss kommt, dass kein universeller Mechanismus wirkt, und eine konsequentere Verfolgung dessen fordert, ob eingebrachte Organismen tatsächlich überleben und aktiv bleiben. Eine offene Bestandsaufnahme dessen, was das Fachgebiet noch nicht weiß.

  61. 262

    Tian, H., Liu, J., Zhang, Y. & Liu, Q. (2023). Stress response and signalling of a low-temperature bioaugmentation system in decentralized wastewater treatment: Degradation characteristics, community structure, and bioaugmented mechanisms. Journal of Environmental Management 342: 118257. DOI: 10.1016/j.jenvman.2023.118257Peer-reviewed

    Prüfte Mischungen effektiver Mikroorganismen für niedrige Temperaturen in der dezentralen Abwasserbehandlung und charakterisierte Abbauleistung, Gemeinschaftsstruktur und Mechanismen der Kälteanpassung. Relevant, weil das Wachstum von Nitrifikanten stark temperaturabhängig ist, was Lagunen in kalten Klimazonen zu einem naheliegenden – wenn auch im großen Maßstab noch unbewiesenen – Ziel für Augmentation macht.

  62. 263

    Xiang, Z., Chen, X., Bai, J. & Li, B. et al. (2023). Bioaugmentation performance for moving bed biofilm reactor (MBBR) treating mariculture wastewater by an isolated novel halophilic heterotrophic nitrification aerobic denitrification (HNAD) strain (Zobellella B307). Journal of Environmental Management 325: 116566. DOI: 10.1016/j.jenvman.2022.116566Peer-reviewed

    Eine Studie im Labor-/Pilotmaßstab, bei der einem Moving-Bed-Biofilmreaktor zur Behandlung salzhaltigen Marikulturabwassers ein einzelner halophiler Stamm zugesetzt wurde; berichtet wird eine verbesserte Stickstoffentfernung. Die Literaturauswertung führt sie unter den Bioaugmentationsversuchen mit salzhaltigem Industrieabwasser an, die kleinmaßstäblich bleiben und für die keine unabhängige großtechnische Bestätigung gefunden wurde.

  63. 264

    Alzahrani, O. M., Aljohny, B. O. & Pugazhendi, A. (2024). Bioaugmentation of halophilic consortium for degradation of 1,4 dioxane (1,4-DE) and treatment of cosmetic industrial wastewater in continuous stirred tank reactor under saline condition. Bioremediation Journal 28(4): 591–600. DOI: 10.1080/10889868.2024.2302997Peer-reviewed

    Eine Studie, die den Abbau von 1,4-Dioxan und die Behandlung von Abwasser der Kosmetikindustrie durch ein salztolerantes mikrobielles Konsortium in einem kontinuierlichen Rührkesselreaktor unter salzhaltigen Bedingungen misst. Belege im Labor- und Pilotmaßstab; die Literaturauswertung stellt fest, dass für salzhaltige industrielle Bioaugmentation dieser Art keine unabhängige großtechnische Bestätigung vorliegt.

  64. 265

    Lensch, A., Abbas Lindfors, H., Duwenig, E. & Fleischmann, T. et al. (2024). Safety aspects of microorganisms deliberately released into the environment. EFB Bioeconomy Journal 4: 100061. DOI: 10.1016/j.bioeco.2023.100061Peer-reviewed

    Eine Übersichtsarbeit zur Sicherheitsbewertung absichtlich in die Umwelt freigesetzter Mikroorganismen, die die allgemeinen ökologischen Risikokategorien darlegt – Persistenz, Konkurrenz mit einheimischen Gemeinschaften, Gentransfer und unbeabsichtigte Auswirkungen auf Ökosysteme –, die für Bioaugmentations-Impfkulturen gelten, ob sie gentechnisch verändert sind oder nicht. Nützlicher Hintergrund zur Biosicherheitsdebatte.

  65. 266

    Bio Natural Solutions (2025). Specialised bacterial culture products for wastewater treatment. Bio Natural Solutions (product page).Vom Hersteller veröffentlicht

    Eine Anbieterseite (Bio Natural Solutions), die sporenbildende Bacillus-Kulturprodukte der RoeTech-Reihe für kommunales und industrielles Abwasser vermarktet, beworben zur Reduktion von BSB, FOG und Schlamm. Sie veranschaulicht, wie sehr sich die Branche für die Lagerstabilität auf die Sporenruhe verlässt – ein praktischer Vorteil, der für sich genommen das Auskeimen und Auswachsen in situ nicht sicherstellt. Herstellermarketing, kein unabhängiger Beleg.

  66. 267

    BioWorld USA (Advanced BioTech) (2025). Wastewater Treatment for Industrial Operations. BioWorld USA (product page).Vom Hersteller veröffentlicht

    Eine Produktseite des Herstellers (BioWorld USA, ein Geschäftsbereich von Advanced BioTech), die Bioaugmentationsmischungen vermarktet, die damit beworben werden, Fettstoffe, Fette und organische Feststoffe abzubauen und BSB und TSS in kommunalem und industriellem Abwasser zu senken. Anbietermarketing, kein unabhängiger Beleg – die Aussagen sind die des Unternehmens selbst.

  67. 268

    Chemla, Y., Sweeney, C. J., Wozniak, C. A. & Voigt, C. A. (2025). Design and regulation of engineered bacteria for environmental release. Nature Microbiology 10(2): 281–300. DOI: 10.1038/s41564-024-01918-0Peer-reviewed

    Eine Übersichtsarbeit dazu, wie gentechnisch veränderte Bakterien für die absichtliche Freisetzung in die Umwelt entworfen und reguliert werden, von Strategien zur biologischen Eingrenzung bis zu den maßgeblichen Rechtsrahmen. Hintergrund zu den Hürden bei Biosicherheit und Zulassung, die jeder gentechnisch veränderte Organismus für die Abwasserbehandlung überwinden müsste.

  68. 269

    Fan, C., Hou, D., Zhang, L. & Li, C. et al. (2025). Bioaugmentation using HN-AD consortia for high salinity wastewater treatment: Synergistic effects of halotolerant bacteria and nitrogen removal bacteria. Journal of Environmental Management 381: 125355. DOI: 10.1016/j.jenvman.2025.125355Peer-reviewed

    Kombinierte halotolerante Stämme mit Bakterien für heterotrophe Nitrifikation/aerobe Denitrifikation zu einem Konsortium für hochsalzhaltiges Abwasser und berichtete eine synergistische Stickstoffentfernung. Zitiert unter den Augmentationsversuchen mit salzhaltigem Industrieabwasser, die die Literaturauswertung als überwiegend im Labor- oder Pilotmaßstab und ohne unabhängige großtechnische Bestätigung einstuft.

  69. 270

    Menashe, O. A., Orlofsky, E., Bankowski, P. & Kurzbaum, E. (2025). Winery Wastewater Innovative Biotreatment Using an Immobilized Biomass Reactor Followed by a Sequence Batch Reactor: A Case Study in Australia. Processes 13(5): 1375. DOI: 10.3390/pr13051375Peer-reviewed

    Eine Fallstudie zur Behandlung hochbelasteten Weinkellereiabwassers mit einem Reaktor mit immobilisierter Biomasse, gefolgt von einem Sequencing-Batch-Reaktor. Zitiert als Beispiel für den Immobilisierungsansatz – eingebrachte Organismen auf einem Träger zu halten, damit sie der Auswaschung widerstehen –, hier im Demonstrationsmaßstab berichtet.

  70. 271

    Sustainability Directory (2025). What Are the Ethical Considerations and Regulatory Hurdles for Releasing Genetically Engineered Microorganisms into Wastewater Treatment Systems?. Sustainability Directory (prism.sustainability-directory.com).Peer-reviewed

    Ein allgemeiner Überblick aus einem Web-Nachschlagewerk zu den ethischen und regulatorischen Fragen rund um die Freisetzung gentechnisch veränderter Mikroorganismen in der Abwasserbehandlung. Zusammengefasstes Sekundärmaterial statt Originalforschung oder einer begutachteten Quelle, hier zitiert, um die Hürden bei der Biosicherheit und die von Land zu Land unterschiedlichen regulatorischen Hürden für gentechnisch veränderte Impfkulturen einzuordnen.

  71. 272

    Yang, Y., Abdelfattah, A., Jia, H. & Kumar, V. et al. (2025). Enhanced nitrogen removal by Comamonas 110 colonization and bioaugmentation in sequencing batch activated sludge bioreactor. Bioresource Technology 433: 132759. DOI: 10.1016/j.biortech.2025.132759Peer-reviewed

    Eine Laborstudie mit einem Sequencing-Batch-Reaktor, in der ein eingebrachter Comamonas-Stamm den Belebtschlamm besiedelte, bis Tag 180 eine relative Abundanz von etwa 15 % erreichte und eine Stickstoffentfernung von rund 44 % aufrechterhielt, wobei das Fortbestehen über mehrere Monate per 16S-rRNA-Sequenzierung verfolgt wurde. Ein Beleg dafür, dass sich ein angeimpfter Stamm etablieren kann, wo er eine leere funktionelle Nische besetzt.

  72. 273

    Alipoursarbani, M., Tideman, J., López, M. & Abendroth, C. (2026). Bioaugmentation in anaerobic digesters: a systematic review. Biotechnology for Biofuels and Bioproducts 19(1). DOI: 10.1186/s13068-026-02746-6Peer-reviewed

    Eine systematische Übersichtsarbeit zur Bioaugmentation in anaeroben Faulbehältern, die die bakteriellen und archaeellen Strategien in den verschiedenen Phasen der Faulung zusammenführt. Sie spiegelt eine vergleichsweise gut untersuchte Anwendung wider, hält aber fest, dass großtechnische, langfristige, unabhängig replizierte Bestätigungen weiterhin begrenzt sind.

  73. 274

    Alkhatib, M. F. R., Nedjai, R., Kabbashi, N. A. & Hamdaqa, N. F. M. (2026). Optimization of fat, oil, and grease (FOG) biodegradation using consortium of bacteria. International Journal of Environmental Science and Technology 23(3). DOI: 10.1007/s13762-025-06948-7Peer-reviewed

    Optimiert die Bedingungen, unter denen ein Bakterienkonsortium Fette, Öle und Fettstoffe (FOG) biologisch abbaut. Der FOG-Abbau ist einer der unmittelbarer relevanten Mechanismen für Lagunenfrachten, doch handelt es sich um eine kontrollierte Optimierungsstudie statt um Feldbelege, und die Organismen werden danach nicht weiter verfolgt.

  74. 275

    Lerner, A., Lieber, A. D., Nelson-Dooley, C. & Leu, A. et al. (2026). Genetically Modified Microorganisms: Risks and Regulatory Considerations for Human and Environmental Health. Microorganisms 14(2): 467. DOI: 10.3390/microorganisms14020467Peer-reviewed

    Ein Überblick über die Risiken und den regulatorischen Flickenteppich rund um gentechnisch veränderte Mikroorganismen, die in die Umwelt freigesetzt werden, mit dem Hinweis, dass es keinen internationalen Konsensmechanismus für die Genehmigung solcher Freisetzungen gibt. Hintergrund für alle, die gentechnisch veränderte Stämme in der Abwasserbehandlung gegen den damit verbundenen Aufwand für Biosicherheit und Rechtskonformität abwägen.

  75. 276

    Veolia Water Technologies & Solutions (2026). Bioaugmentation Chemicals. Veolia Water Technologies & Solutions.Vom Hersteller veröffentlicht

    Die Produktseite von Veolia für die Bioaugmentationslinie BioPlus, die damit vermarktet wird, mikrobielle Populationen zu stärken und die Entfernung von organischer Fracht und Ammoniak in der biologischen Reinigungsstufe zu verbessern. Herstellermarketing, kein unabhängiger Beleg, und hier nur als Beispiel für das Angebot eines großen kommerziellen Anbieters zitiert.

  76. 277

    Wadhawan, G., Aggarwal, D. & Gupta, A. (2026). Immobilized bacterial cell technology for sustainable industrial wastewater treatment: a review. 3 Biotech 16(7). DOI: 10.1007/s13205-026-04898-6Peer-reviewed

    Eine Übersichtsarbeit zur Technologie immobilisierter Zellen – eingebrachte Organismen werden in Gelen, auf Trägern oder in Biofilmen festgehalten, damit Durchflusssysteme sie nicht einfach ausspülen, bevor sie auf die Abfallstoffe einwirken können. Sie legt dar, warum frei schwebend dosierte Organismen sich so oft nicht etablieren, und welche technischen Mittel dagegen eingesetzt werden.

  77. 278

    Yang, X., Li, C., Bai, Z. & Luo, Z. et al. (2026). Operational characteristics and life cycle assessment of full-scale bioaugmented coking wastewater treatment system: Case study in Yunnan, China. Bioresource Technology 458: 135136. DOI: 10.1016/j.biortech.2026.135136Peer-reviewed

    Eine der wenigen Studien, die großtechnische Leistungsdaten zur Bioaugmentation mit einer Ökobilanz verbinden und eine Anlage zur Behandlung von Kokereiabwasser in Yunnan (China) mit ihren Kennzahlen zum ökologischen Fußabdruck verknüpfen. Nützlich für die Frage nach langfristigen Kosten und Nachhaltigkeit, wobei sie als sehr junger Einzelfall noch auf unabhängige Replikation wartet.

  78. 279

    Advanced BioTech (n.d.). Municipal Wastewater Treatment. Advanced BioTech (product page).Vom Hersteller veröffentlicht

    Eine Herstellerseite von Advanced BioTech, die deren Bioaugmentationslinie BioWorld für die kommunale Abwasserbehandlung vermarktet, mit behaupteter Reduktion von BSB und Feststoffen, Abbau von Fetten, Ölen und Fettstoffen sowie Schlammreduktion. Anbietermarketing statt unabhängiger Belege – die Aussagen sind die des Unternehmens selbst.

  79. 280

    BioWorld (n.d.). BioWorld Wastewater & Odor Treatment (Product Specification Sheet). BioWorld (product specification sheet).Vom Hersteller veröffentlicht

    Ein Produktspezifikationsblatt des Herstellers für BioWorld Wastewater & Odor Treatment, das eine Mischung aus Bacillus- und anderen Stämmen mit proprietären „bioenhancement“-Nährstoffen beschreibt, die zum Abbau organischer Abfälle vermarktet wird. Vom Anbieter veröffentlichtes Marketingmaterial, kein unabhängiger Beleg, hier nur als abzuwägende Behauptung aufgeführt.

  80. 281

    Hawkins, Inc. (n.d.). Biological Augmentation Wastewater. Hawkins, Inc. (vendor web page).Vom Hersteller veröffentlicht

    Eine Produktseite eines Anbieters, die Bioaugmentation für kommunales und industrielles Abwasser vermarktet – die Dosierung von Bakterien, Nährstoffen und Biokatalysatoren zum Abbau von FOG und angesammelten Feststoffen in Pumpstationen, Schlammbehältern und Lagunen. Marketingmaterial des Herstellers, kein unabhängiger Beleg; die Aussagen sind die des Unternehmens selbst.

  81. 282

    Hydrite Chemical Co. (n.d.). Bioaugmentation Water Treatment Solutions. Hydrite Chemical Co. (vendor web page).Vom Hersteller veröffentlicht

    Eine Anbieterseite, die „Hydribio“ vermarktet, eine Familie von Bioaugmentationsmischungen für Abwassersysteme, ausgerichtet auf den Abbau von FOG und Kohlenwasserstoffen sowie die BSB-Reduktion in kommunalen Anlagen, Zellstoff- und Papierfabriken und lebensmittelverarbeitenden Betrieben. Herstellermarketing, kein unabhängiger Beleg – die Leistungsdarstellung ist die des Anbieters selbst.

  82. 283

    In-Pipe Technology LLC (n.d.). The Science of Plant Operations. In-Pipe Technology (vendor web page).Vom Hersteller veröffentlicht

    Eine Anbieterseite, die den Ansatz von In-Pipe beschreibt, sporenbildende Bacillus-Bakterien in das Kanalnetz zu dosieren, damit die organische Fracht bereits auf dem Fließweg abgebaut wird, mit einer Fallstudie, die einen um etwa 14 % geringeren Biomasseertrag innerhalb von vier Monaten und einen verringerten Belüftungsbedarf behauptet. Anbietermarketing, kein unabhängiger Beleg.

  83. 284

    NCH Asia Pacific (n.d.). BioAmp & FreeFlow Water Treatment Systems. NCH Asia Pacific (product page).Vom Hersteller veröffentlicht

    Eine Produktseite des Herstellers für das BioAmp/FreeFlow-System von NCH, die die Dosierung lebender Bakterien vor Ort vermarktet – angegeben mit 30 Billionen täglich, mit Reduktionen von 15–50 % bei BSB/CSB und 30–60 % bei FOG sowie geringeren Gebühren für Industrieabwasser. Vom Anbieter veröffentlichtes Marketing, Organismen nicht auf Artebene offengelegt; kein unabhängiger Beleg.

  84. 285

    NCH Europe (n.d.). BioAmp 600. NCH Europe (product page).Vom Hersteller veröffentlicht

    Eine Produktseite des Herstellers für BioAmp 600 von NCH Europe, eine automatisierte Einheit, die Bakterien vor Ort vermehrt und dosiert (beworben mit 30 Billionen täglich), um suspendierte Feststoffe und FOG abzubauen und CSB sowie Gebühren für Industrieabwasser zu senken. Anbietermarketing, Organismen nicht auf Artebene offengelegt; kein unabhängiger Beleg.

  85. 286

    Probiotic Solutions (n.d.). Zap. Probiotic Solutions (Bio Huma Netics).Vom Hersteller veröffentlicht

    Eine Produktseite (inzwischen mit Fehler 404) für Zap, eines der Bioaugmentationsprodukte für Abwasser von Probiotic Solutions, einer Marke von Bio Huma Netics. In der Literaturauswertung nur als Beispiel für kommerziell vermarktete Bioaugmentationsangebote für kommunale und industrielle Anwendungen genannt; Herstellermarketing, kein unabhängiger Beleg.

  86. 287

    ProBiotics Polska (n.d.). ProBio SANIT. ProBiotics Polska (product page).Vom Hersteller veröffentlicht

    Eine Herstellerseite für ProBio SANIT, ein Präparat aus effektiven Mikroorganismen (EM), das für Kläranlagen, Sickergruben, Schlammlagunen und Kompostierung vermarktet wird, um den Abbau organischer Substanz zu beschleunigen. Anbietermarketing im typischen Duktus der EM-Zusatzmittel, kein unabhängiger Beleg – die Aussagen sind die des Unternehmens selbst.

  87. 288

    US Environmental Protection Agency (n.d.). Bioremediation - overview. US EPA CLU-IN.Peer-reviewed

    Eine Referenzseite von US EPA CLU-IN, die in die biologische Sanierung einführt und die Grenze zwischen Bioaugmentation – der Zugabe lebender Organismen – und Biostimulation zieht, die die vorhandene Gemeinschaft mit Nährstoffen versorgt. Hier als Standardquelle für diese Definitionen zitiert, nicht als Beleg für ein bestimmtes Produkt.

08Wo die Belege am stärksten sind

Bioaugmentation in Sanierung und Industrie

Die überzeugendsten kontrollierten Belege für Bioaugmentation stammen nicht aus offenen Lagunen, sondern aus abgeschlossenen Systemen, in denen ein bestimmter Schadstoff behandelt wird – Böden, Sedimente und Grundwasser, die mit einem bekannten Abbauer dosiert wurden. Diese Studien sind der Grund, warum die ehrliche Aussage lautet, dass Augmentation für ein definiertes funktionelles Ziel unter kontrollierten Bedingungen wirkt, nicht, dass sie die Biologie allgemein verbessert.

  1. 289

    Adrion, A. C., Nakamura, J., Shea, D. & Aitken, M. D. (2016). Screening Nonionic Surfactants for Enhanced Biodegradation of Polycyclic Aromatic Hydrocarbons Remaining in Soil After Conventional Biological Treatment. Environmental Science & Technology 50(7): 3838–3845. DOI: 10.1021/acs.est.5b05243Peer-reviewed

    Befasste sich mit der verbleibenden, am schwersten abbaubaren Fraktion, die übrig bleibt, nachdem der leicht abbaubare Teil verschwunden ist – dasselbe Problem, dass der Rest der hartnäckige Teil ist, das jede biologische Behandlung begrenzt. Ein abgeschlossenes System, in dem sich die Variablen tatsächlich kontrollieren lassen.

  2. 290

    Bako, C. M., Martinez, A., Ewald, J. M. & Hua, J. B. et al. (2022). Aerobic Bioaugmentation to Decrease Polychlorinated Biphenyl (PCB) Emissions from Contaminated Sediments to Air. Environmental Science & Technology 56(20): 14338–14349. DOI: 10.1021/acs.est.2c01043Peer-reviewed

    Dosierte einen spezifischen abbauenden Organismus in Sedimente, um die Freisetzung von Schadstoffen zu verringern – eine kontrollierte Demonstration der Bioaugmentation für ein definiertes Ziel. Die Art abgeschlossener, gut instrumentierter Umgebung, in der die Belege für Augmentation am stärksten sind.

  3. 291

    Willmann, A., Trautmann, A.-L., Kushmaro, A. & Tiehm, A. (2023). Intrinsic and bioaugmented aerobic trichloroethene degradation at seven sites. Heliyon 9(2): e13485. DOI: 10.1016/j.heliyon.2023.e13485Peer-reviewed

    Verglich natürlichen und augmentierten Abbau an sieben kontaminierten Standorten und trennte, was die ansässige Gemeinschaft bereits leistete, von dem, was die Dosierung hinzufügte. Der Vergleich von Kontrolle und Augmentation, den pauschale Leistungsversprechen meist überspringen.

  4. 292

    Davie-Martin, C. L., Stratton, K. G., Teeguarden, J. G. & Waters, K. M. et al. (2017). Implications of Bioremediation of Polycyclic Aromatic Hydrocarbon-Contaminated Soils for Human Health and Cancer Risk. Environmental Science & Technology 51(17): 9458–9468. DOI: 10.1021/acs.est.7b02956Peer-reviewed

    Eine Erinnerung daran, dass biologische Behandlung Material umwandelt, statt es immer zu entfernen, und dass die Abbauprodukte, nicht nur der Ausgangsschadstoff, von Bedeutung sind. Relevant für die ehrliche Darstellung, dass Behandlung Material verändert – innerhalb von Grenzen.

  5. 293

    Anastasi, A., Parato, B., Spina, F. & Tigini, V. et al. (2011). Decolourisation and detoxification in the fungal treatment of textile wastewaters from dyeing processes. New Biotechnology 29(1): 38–45. DOI: 10.1016/j.nbt.2011.08.006Peer-reviewed

    Eine Studie zur Behandlung von Textilfärbereiabwässern mit Pilzen (Weißfäulepilzen), die über mehrere Farbstofftypen hinweg eine Entfärbung und eine verringerte Toxizität des Abwassers berichtet. Zitiert als Beispiel für eine Augmentation, die auf eine bestimmte Schadstoffklasse abzielt – die Umwandlung wirkt auf das Farbstoffmaterial, nicht auf irgendeinen Organismus.

  6. 294

    Novotný, Č., Svobodová, K., Benada, O. & Kofroňová, O. et al. (2011). Potential of combined fungal and bacterial treatment for color removal in textile wastewater. Bioresource Technology 102(2): 879–888. DOI: 10.1016/j.biortech.2010.09.014Peer-reviewed

    Bewertet eine kombinierte Behandlung mit Pilzen und Bakterien zur Entfärbung von Textilfarbstoffabwasser. Eine Anwendung für Industrieabwasser weit außerhalb der Lagunenpraxis, aufgenommen als Teil der Bestandsaufnahme in der Literaturauswertung, wo gemischte Konsortien schwer abbaubare Verbindungen abgebaut haben und wo nicht.

  7. 295

    Yang, D., Wang, J., Qiu, Z. & Jin, M. et al. (2013). Horizontal transfer of antibiotic resistance genes in a membrane bioreactor. Journal of Biotechnology 167(4): 441–447. DOI: 10.1016/j.jbiotec.2013.08.004Peer-reviewed

    Eine Studie, die den horizontalen Transfer von Antibiotikaresistenzgenen in einem Membranbioreaktor misst und quantifiziert, wie leicht solche Gene während der Behandlung zwischen Zellen übergehen. Eine der mechanistischen Referenzen hinter der Erkenntnis, dass Behandlungssysteme als Reservoire und Austauschorte für Resistenzgene wirken können.

  8. 296

    Wei, Z., Feng, K., Wang, Z. & Zhang, Y. et al. (2021). High-Throughput Single-Cell Technology Reveals the Contribution of Horizontal Gene Transfer to Typical Antibiotic Resistance Gene Dissemination in Wastewater Treatment Plants. Environmental Science & Technology 55(17): 11824–11834. DOI: 10.1021/acs.est.1c01250Peer-reviewed

    Eine Einzelzellmethode, die quantifiziert, wie stark horizontaler Gentransfer im Vergleich zur einfachen Vererbung die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzgenen in den Gemeinschaften von Kläranlagen antreibt. Teil der Biosicherheitsliteratur, die Anlagen als Reservoire für Resistenzgene betrachtet – Hintergrund zu den Risiken der Zugabe von Biomasse, kein Beleg für einen Behandlungsnutzen.

  9. 297

    Mendes, M., Moreira, I., Moreira, P. & Pintado, M. et al. (2023). Bioaugmentation of Aerobic Granular Sludge with Dye-Decolorizing Yeast for Textile Industrial Wastewater. Processes 11(6): 1654. DOI: 10.3390/pr11061654Peer-reviewed

    Berichtet über die Bioaugmentation von aerobem Granulatschlamm mit einer farbstoffentfärbenden Hefe (Yarrowia lipolytica) zur Behandlung von Textilabwasser mit Reaktivfarbstoffen – eine Demonstration, wie ein zugesetzter Organismus das Spektrum des Materials erweitert, das die Granulen abbauen können. Im Labormaßstab und für einen einzelnen Schadstoff.

  10. 298

    Brown, C. L., Maile-Moskowitz, A., Lopatkin, A. J. & Xia, K. et al. (2024). Selection and horizontal gene transfer underlie microdiversity-level heterogeneity in resistance gene fate during wastewater treatment. Nature Communications 15(1). DOI: 10.1038/s41467-024-49742-8Peer-reviewed

    Eine mechanistische Studie dazu, wie Antibiotikaresistenzgene während der Abwasserbehandlung erworben werden, verloren gehen oder sich ausbreiten, die zeigt, dass Selektion und horizontaler Gentransfer gemeinsam feine Unterschiede darin bewirken, welche Gene fortbestehen. Teil des Biosicherheitshintergrunds: Kläranlagen sind anerkannte Reservoire für Resistenzgene.

  11. 299

    Chen, X., Zhu, Y., Yan, S. & Li, Y. et al. (2024). Enhanced tetracycline removal in sequencing batch reactors by bioaugmentation using tetX-carrying strains: Efficiency and mechanisms. Journal of Hazardous Materials 480: 136118. DOI: 10.1016/j.jhazmat.2024.136118Peer-reviewed

    Eine Studie mit einem Sequencing-Batch-Reaktor, in der tetX-tragende Stämme eingesetzt wurden, um den Abbau des Antibiotikums Tetracyclin zu beschleunigen, mit Charakterisierung der Entfernungseffizienz und der Abbauwege. Aufgenommen als Beispiel für eine Augmentation, die auf einen bestimmten Mikroschadstoff statt auf die Feststoffmasse abzielt – eine mechanismusorientierte Demonstration im Labormaßstab.

  12. 300

    Chen, J., Chen, X., Zhu, Y. & Yan, S. et al. (2024). New insights into bioaugmented removal of sulfamethoxazole in sediment microcosms: degradation efficiency, ecological risk and microbial mechanisms. Microbiome 12(1). DOI: 10.1186/s40168-023-01741-5Peer-reviewed

    Eine Sediment-Mikrokosmos-Studie zum augmentierten Abbau des Antibiotikums Sulfamethoxazol, die Abbaueffizienz, ökologisches Risiko und Mechanismus untersucht. Die Literaturauswertung verbucht sie auf der Seite der Misserfolge – ein Fall, in dem Augmentation die erhoffte Entfernung nicht erbrachte, was zeigt, wie uneinheitlich diese Beleglage ist.

  13. 301

    Ma, J., Sun, H., Li, B. & Wu, B. et al. (2024). Horizontal transfer potential of antibiotic resistance genes in wastewater treatment plants unraveled by microfluidic-based mini-metagenomics. Journal of Hazardous Materials 465: 133493. DOI: 10.1016/j.jhazmat.2024.133493Peer-reviewed

    Nutzt mikrofluidische Mini-Metagenomik, um das Potenzial für die horizontale Übertragung von Antibiotikaresistenzgenen zwischen Organismen im Belebtschlamm abzuschätzen, und findet es messbar, aber ungleichmäßig. Biosicherheitshintergrund: Kläranlagen sind anerkannte Reservoire für Resistenzgene – ein zu berücksichtigender Punkt für jedes Produkt, das ihnen Biomasse zuführt.

  14. 302

    Pundir, A., Thakur, M. S., Prakash, S. & Kumari, N. et al. (2024). Fungi as versatile biocatalytic tool for treatment of textile wastewater effluents. Environmental Sciences Europe 36(1). DOI: 10.1186/s12302-024-01007-3Peer-reviewed

    Eine Übersichtsarbeit zu Pilzen als Biokatalysatoren für die Behandlung von Textilabwässern, vor allem im Hinblick auf Farbe und schwer abbaubare organische Stoffe. Eine industrielle Anwendung fernab kommunaler Lagunen, aufgenommen in die Übersicht der Literaturauswertung, welche Organismen bei welchen schwierigen Abwässern eingesetzt wurden.

  15. 303

    Tadić, Đ., Sauvêtre, A., Cerqueira, F. & Lestremau, F. et al. (2024). Partially saturated vertical surface flow constructed wetland for emerging contaminants and antibiotic resistance genes removal from wastewater: The effect of bioaugmentation with Trichoderma. Journal of Environmental Chemical Engineering 12(2): 112128. DOI: 10.1016/j.jece.2024.112128Peer-reviewed

    Eine Pilotstudie in einem bepflanzten Bodenfilter (Constructed Wetland), die misst, ob Bioaugmentation mit einem Trichoderma-Stamm die Entfernung neu auftretender organischer Schadstoffe und von Antibiotikaresistenzgenen aus Abwasser verbesserte. Ein Beispiel für Abbaupotenzial mit einem einzelnen Stamm im Pilotmaßstab, kein großtechnisches Ergebnis.

  16. 304

    Aguilar-Romero, I., Madrid, F., Villaverde, J. & Alonso, E. et al. (2025). Removal of Ibuprofen in Water by Bioaugmentation with Labrys neptuniae CSW11 Isolated from Sewage Sludge—Assessment of Biodegradation Pathway Based on Metabolite Formation and Genomic Analysis. Journal of Xenobiotics 15(1): 5. DOI: 10.3390/jox15010005Peer-reviewed

    Eine Laborstudie, in der das Klärschlamm-Isolat Labrys neptuniae CSW11 Ibuprofen in Wasser abbaute, wobei der Abbauweg anhand von Metaboliten und Genomanalysen aufgeklärt wurde. Eine der saubereren Demonstrationen zum Arzneimittelabbau durch einen einzelnen Stamm, die die Literaturauswertung anführt, wenn auch im Labormaßstab.

  17. 305

    Aguilar-Romero, I., Lara-Moreno, A., Madrid, F. & Villaverde, J. et al. (2025). Removal of Ibuprofen from Contaminated Water by Bioaugmentation with Novel Bacterial Strains Isolated from Sewage Sludge. Microorganisms 13(8): 1927. DOI: 10.3390/microorganisms13081927Peer-reviewed

    Eine Folgestudie, die neue, aus Schlamm gewonnene Bakterienstämme isoliert und ihre Fähigkeit prüft, Ibuprofen in kontaminiertem Wasser abzubauen, mit kinetischer Charakterisierung. Relevant als Beispiel für eine Bioaugmentation, die auf einen bestimmten Arzneimittelschadstoff statt auf die organische Feststoffmasse abzielt.

09Weniger Schlamm erzeugen

Die Schlammproduktion verringern

Es gibt eine umfangreiche Literatur zur Verringerung der Schlammmenge, die eine Kläranlage erzeugt. Der größte Teil davon befasst sich mit Überschussschlamm in einer Belebtschlammanlage statt mit einer angesammelten Schlammschicht in einer Lagune – eine Unterscheidung, die man im Blick behalten sollte –, doch die darin identifizierten Mechanismen, darunter Prädation und kryptisches Wachstum, sind dieselben, auf die ein Lagunenprodukt angewiesen ist.

  1. 306

    Liu, Y. & Tay, J.-H. (2001). Strategy for minimization of excess sludge production from the activated sludge process. Biotechnology Advances 19(2): 97–107. DOI: 10.1016/s0734-9750(00)00066-5Peer-reviewed

    Legte die Strategien zur Verringerung der Überschussschlammproduktion einer Belebtschlammanlage dar, ausgehend von den Stoffwechselprinzipien. Eine frühe, ordnende Übersichtsarbeit zum Gebiet der Schlammminimierung.

  2. 307

    Wei, Y., van Houten, R. T., Borger, A. R., Eikelboom, D. H. & Fan, Y. (2003). Minimization of excess sludge production for biological wastewater treatment. Water Research 37(18): 4453–4467. DOI: 10.1016/s0043-1354(03)00441-xPeer-reviewed

    Die maßgebliche Übersichtsarbeit zu Technologien der Überschussschlammminimierung, über siebenhundertmal zitiert, die die Ansätze nach dem jeweils genutzten biologischen Prinzip einteilt – darunter Lyse, Entkopplung und Prädation. Die Landkarte des gesamten Fachgebiets.

  3. 308

    Chen, G.-H., An, A. K., Saby, S. et al. (2003). Possible cause of excess sludge reduction in an oxic-settling-anaerobic activated sludge process (OSA process). Water Research 37(16): 3855–3866. DOI: 10.1016/s0043-1354(03)00331-2Peer-reviewed

    Führte den geringeren Schlammertrag der Oxic-Settling-Anaerobic-Konfiguration auf Energieentkopplung zurück, während die Biomasse zwischen anaeroben und aeroben Zonen zirkuliert. Einer der mechanistischen Ankerpunkte der prozessintegrierten Schlammreduktion.

  4. 309

    Mahmood, T. & Elliott, A. (2006). A review of secondary sludge reduction technologies for the pulp and paper industry. Water Research 40(11): 2093–2112. DOI: 10.1016/j.watres.2006.04.001Peer-reviewed

    Gab einen Überblick über Technologien zur Reduktion von Sekundärschlamm bei Abwasser der Zellstoff- und Papierindustrie und verglich biologische, chemische und physikalische Wege nach Leistung und Kosten. Eine Branchenstudie, die sich sinnvoll auf andere feststoffreiche Abwässer übertragen lässt.

  5. 310

    Foladori, P., Andreottola, G. & Ziglio, G. (2010). Sludge Reduction Technologies in Wastewater Treatment Plants. IWA Publishing (book). DOI: 10.2166/9781780401706Peer-reviewed

    Ein Referenzband der IWA – ein Buch –, der die Techniken der Schlammreduktion an einem Ort zusammenführt: Prinzipien, Konfigurationen, erreichbare Leistung, Nachteile und Kosten. Die Behandlung des Themas in Buchlänge.

  6. 311

    Khursheed, A. & Kazmi, A. A. (2011). Retrospective of ecological approaches to excess sludge reduction. Water Research 45(15): 4287–4310. DOI: 10.1016/j.watres.2011.05.018Peer-reviewed

    Eine Übersichtsarbeit zu ökologischen Ansätzen der Schlammreduktion – der Verlängerung der Nahrungskette, sodass Prädation und kryptisches Wachstum die Biomasse verbrauchen. Sie erklärt den Mechanismus, durch den eine langlebigere Gemeinschaft weniger Überschussschlamm erzeugt.

  7. 312

    Guo, W.-Q., Yang, S.-S., Xiang, W.-S. et al. (2013). Minimization of excess sludge production by in-situ activated sludge treatment processes — A comprehensive review. Biotechnology Advances 31(8): 1386–1396. DOI: 10.1016/j.biotechadv.2013.06.003Peer-reviewed

    Eine umfassende Übersichtsarbeit zu In-situ-Methoden der Überschussschlammminimierung – der Behandlung des Schlamms innerhalb des Prozesses, statt ihn abzutransportieren –, die jede Methode nach Kosten und Nebenwirkungen bewertet. Ein praxisnaher aktueller Stand des Instrumentariums zur Minimierung.

  8. 313

    Hao, X.-D., Wang, Q.-L., Zhu, J.-Y. & Van Loosdrecht, M. C. M. (2010). Microbiological Endogenous Processes in Biological Wastewater Treatment Systems. Critical Reviews in Environmental Science and Technology 40(3): 239–265. DOI: 10.1080/10643380802278901Peer-reviewed

    Eine Übersichtsarbeit zum endogenen Zerfall – dem Selbstverbrauch von Biomasse, der einem Großteil dessen zugrunde liegt, was Schlammreduktion mikrobiologisch bedeutet. Der Mechanismus dahinter, warum eine längere Verweilzeit weniger Schlamm ergibt.

  9. 314

    Ferrentino, R., Langone, M., Fiori, L. & Andreottola, G. (2023). Full-Scale Sewage Sludge Reduction Technologies: A Review with a Focus on Energy Consumption. Water 15(4): 615. DOI: 10.3390/w15040615Peer-reviewed

    Gibt einen Überblick über großtechnische Technologien zur Verringerung der Schlammproduktion und deren Energiekosten. Nützlich, um die biologische Reduktion unter den Alternativen einzuordnen, die ein Betreiber tatsächlich abwägt.

  10. 315

    Liu, S., Wu, J., Hu, Z. & Jiang, M. (2023). Changes in microbial community during hydrolyzed sludge reduction. Frontiers in Microbiology 14: 1239218. DOI: 10.3389/fmicb.2023.1239218Peer-reviewed

    Verfolgt, wie sich die Gemeinschaft verschiebt, während Hydrolyse den Schlamm reduziert, und verknüpft die Reduktion mit spezifischen mikrobiellen Veränderungen. Belege zum Mechanismus, nicht nur zum Ergebnis.

  11. 316

    Chen, Y., Jiang, X., Yang, M. & Wang, Z. (2025). Biotechnology revival: in situ sludge minimization in wastewater. Frontiers in Microbiology 16: 1603215. DOI: 10.3389/fmicb.2025.1603215Peer-reviewed

    Eine neuere Übersichtsarbeit zu In-situ-Ansätzen, um von vornherein weniger Schlamm zu erzeugen, einschließlich der biologischen Wege. Ein aktueller Einstieg in die Literatur zur Schlammminimierung.

  12. 317

    Pirt, S. J. (1982). Maintenance energy: a general model for energy-limited and energy-sufficient growth. Archives of Microbiology 133(4): 300–302. DOI: 10.1007/bf00521294Peer-reviewed

    Pirts spätere Arbeit, die seine Untersuchungen zur Erhaltungsenergie zu einem allgemeinen Modell für energielimitiertes wie auch energiegesättigtes Wachstum erweitert. Zusammen mit der Arbeit von 1965 bildet sie die Grundlage der Theorie, mit der Verringerungen der Nettoschlammproduktion erklärt und vorhergesagt werden.

  13. 318

    Wei, Y., van Houten, R. T., Borger, A. R. & Eikelboom, D. H. et al. (2003). Comparison Performances of Membrane Bioreactor and Conventional Activated Sludge Processes on Sludge Reduction Induced by Oligochaete. Environmental Science & Technology 37(14): 3171–3180. DOI: 10.1021/es026176dPeer-reviewed

    Ein Vergleich von Membranbioreaktor- und konventionellen Belebtschlammkonfigurationen für die Schlammreduktion durch aquatische Würmer (Oligochaeten). Die Würmer weiden die biologischen Feststoffe ab; die Studie misst, wie stark jede Konfiguration die Schlammproduktion senkt – Teil der uneinheitlichen Beleglage zu wurmbasierten Ansätzen.

  14. 319

    Wei, Y. & Liu, J. (2005). The discharged excess sludge treated by Oligochaeta. Water science and technology : a journal of the International Association on Water Pollution Research 52(10-11): 265–72.Peer-reviewed

    Eine frühe Studie zur Behandlung von abgezogenem Überschussschlamm mit aquatischen Würmern (Oligochaeta), die die biologischen Feststoffe verzehren und die zu entsorgende Masse verringern. Einer der grundlegenden Berichte in der Literatur zur Schlammreduktion durch Wurmfraß.

  15. 320

    Ratsak, C. H. & Verkuijlen, J. (2006). Sludge Reduction by Predatory Activity of Aquatic Oligochaetes in Wastewater Treatment Plants: Science or Fiction? A Review. Hydrobiologia 564(1): 197–211. DOI: 10.1007/s10750-005-1719-7Peer-reviewed

    Eine pointiert skeptische Übersichtsarbeit – ihr Untertitel fragt „Science or Fiction?“ –, die die Belege für die Schlammreduktion durch aquatische Würmer in Kläranlagen hinterfragt. Vielfach als kritischer Maßstab zitiert; die hier vorliegende Literaturauswertung vermerkt, dass ihr Volltext nicht beschafft werden konnte.

  16. 321

    An, K. J. & Chen, G. H. (2008). Chemical Oxygen Demand and the Mechanism of Excess Sludge Reduction in an Oxic-Settling-Anaerobic Activated Sludge Process. Journal of Environmental Engineering 134(6): 469–477. DOI: 10.1061/(asce)0733-9372(2008)134:6(469)Peer-reviewed

    Eine Untersuchung des Oxic-Settling-Anaerobic-Verfahrens und des Mechanismus hinter seiner verringerten Überschussschlammproduktion anhand von CSB-Bilanzen. Der entscheidende Punkt: Es bildet sich weniger Schlamm, weil der Biomasseertrag künftig sinkt, nicht weil vorhandene Feststoffe zerstört werden – eine wichtige Unterscheidung bei der Beurteilung jeder Aussage zur Schlammreduktion.

  17. 322

    Tamis, J., van Schouwenburg, G., Kleerebezem, R. & van Loosdrecht, M. C. M. (2011). A full scale worm reactor for efficient sludge reduction by predation in a wastewater treatment plant. Water Research 45(18): 5916–5924. DOI: 10.1016/j.watres.2011.08.046Peer-reviewed

    Der glaubwürdigste großtechnische Beleg für wurmbasierte Schlammreduktion: ein 125-m³-Reaktor, der vier Jahre lang in einer niederländischen Anlage betrieben wurde und in dem aquatische Würmer, die Sekundärschlamm abweideten, die erzeugten Feststoffe verringerten. Berichtet wurden Reduktionen von 30–40 %, in Kombination mit nachgeschalteter Faulung noch höhere.

  18. 323

    Zheng, T., Li, P., Wang, Q. & Li, X. et al. (2014). Pilot-scale experiments on brewery wastewater treatment and sludge reduction based on food chain predation. Desalination and Water Treatment: 1–10. DOI: 10.1080/19443994.2014.923334Peer-reviewed

    Eine Pilotstudie an Brauereiabwasser mit einem Ansatz der Prädation entlang der Nahrungskette zur Schlammreduktion, bei dem höhere Organismen die biologischen Feststoffe verzehren und die erzeugte Masse verringern. Einer der Versuche im Pilotmaßstab, auf die sich die Argumente für prädationsbasierte Schlammreduktion stützen.

  19. 324

    Khursheed, A., Sharma, M. K., Tyagi, V. K. & Khan, A. A. et al. (2015). Specific oxygen uptake rate gradient – Another possible cause of excess sludge reduction in oxic-settling-anaerobic (OSA) process. Chemical Engineering Journal 281: 613–622. DOI: 10.1016/j.cej.2015.06.105Peer-reviewed

    Schlägt einen Gradienten der spezifischen Sauerstoffaufnahmerate als weiteren Mechanismus hinter der geringeren Überschussschlammproduktion im Oxic-Settling-Anaerobic-Verfahren (OSA) vor. Ein mechanistischer Beitrag für Betreiber, die OSA-artige Konfigurationen als Möglichkeit zur Verringerung der erzeugten Feststoffmenge abwägen.

  20. 325

    Li, L., Tian, Y., Zhang, J. & Zuo, W. et al. (2017). Insight into the roles of worm reactor on wastewater treatment and sludge reduction in anaerobic-anoxic-oxic membrane bioreactor (A2O-MBR): Performance and mechanism. Chemical Engineering Journal 330: 718–726. DOI: 10.1016/j.cej.2017.08.010Peer-reviewed

    Eine Pilotstudie zu einem Wurmreaktor, der in einen anaerob-anoxisch-oxischen Membranbioreaktor integriert ist, mit Untersuchung der Reinigungsleistung, der Schlammreduktion und des zugrunde liegenden Mechanismus. Die Würmer verzehren die organischen Feststoffe und senken so die Nettoschlammproduktion – einer von mehreren Wurmreaktorversuchen mit uneinheitlichen Ergebnissen in der Praxis.

  21. 326

    Li, Y., Hu, Y., Lan, W. & Yan, J. et al. (2017). Investigation of the accumulation of ash, heavy metals, and polycyclic aromatic hydrocarbons to assess the stability of lysis–cryptic growth sludge reduction in sequencing batch reactor. Environmental Science and Pollution Research 24(31): 24147–24155. DOI: 10.1007/s11356-017-0042-yPeer-reviewed

    Eine Studie mit einem Sequencing-Batch-Reaktor zu Lyse und kryptischem Wachstum für die Schlammreduktion, die verfolgt, wie sich Asche, Schwermetalle und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe anreichern, während der organische Anteil abgebaut und zurückgeführt wird. Eine nützliche Prüfung, ob der Ansatz inerte und toxische Rückstände im Laufe der Zeit aufkonzentriert.

  22. 327

    Fang, F., Wang, S. N., Li, K. Y. & Dong, J. Y. et al. (2020). Formation of microbial products by activated sludge in the presence of a metabolic uncoupler o-chlorophenol in long-term operated sequencing batch reactors. Journal of Hazardous Materials 384: 121311. DOI: 10.1016/j.jhazmat.2019.121311Peer-reviewed

    Eine Langzeit-Reaktorstudie zur metabolischen Entkopplung – der Dosierung von o-Chlorphenol, sodass die Biomasse Energie verschwenderisch verbraucht und weniger Schlamm erzeugt –, die die dabei entstehenden löslichen mikrobiellen Produkte verfolgt. Sie dokumentiert auch den bekannten Zielkonflikt: Der Schlammertrag sinkt, doch die Stickstoff- und Phosphorentfernung leiden gleichzeitig darunter.

  23. 328

    Jiang, C., Peces, M., Andersen, M. H. & Kucheryavskiy, S. et al. (2021). Characterizing the growing microorganisms at species level in 46 anaerobic digesters at Danish wastewater treatment plants: A six-year survey on microbial community structure and key drivers. Water Research 193: 116871. DOI: 10.1016/j.watres.2021.116871Peer-reviewed

    Eine sechsjährige Erhebung, die auf Artebene die Organismen charakterisiert, die in 46 dänischen anaeroben Faulbehältern aktiv wachsen, sowie die Bedingungen, die die Gemeinschaft prägen. Nützlich, um zu verstehen, welche Populationen den Abbau organischer Feststoffe antreiben und wie stark diese Gemeinschaft zwischen Anlagen variiert.

  24. 329

    Zhang, J., Xu, D., Zhang, G. & Ren, Z. et al. (2021). Critical review on ultrasound lysis-cryptic growth for sludge reduction. Journal of Environmental Chemical Engineering 9(5): 106263. DOI: 10.1016/j.jece.2021.106263Peer-reviewed

    Eine kritische Übersichtsarbeit zu ultraschallgestützter Lyse mit kryptischem Wachstum als Weg zur Schlammreduktion, die darlegt, wie Frequenz, Intensität und der pro Zyklus behandelte Anteil das Gleichgewicht zwischen der Desintegration von Feststoffen und dem Netto-Wiederaufwuchs von Biomasse bestimmen. Ein nützlicher Überblick über Mechanismus und Grenzen der Methode.

  25. 330

    Zhang, J., Dong, Y., Wang, Q. & Xu, D. et al. (2023). Effects of ultrasonic lysis frequency on sludge lysis-cryptic growth: Sludge reduction, microbial community, and metabolism. Chemical Engineering Journal 469: 144000. DOI: 10.1016/j.cej.2023.144000Peer-reviewed

    Eine Studie dazu, wie die Ultraschallfrequenz Lyse und kryptisches Wachstum steuert, wobei ein Teil der Biomasse desintegriert und das freigesetzte Material als Substrat zurückgeführt wird. Sie misst das Gleichgewicht zwischen Feststoffabbau und Wiederaufwuchs sowie die Auswirkungen auf die mikrobielle Gemeinschaft und den Stoffwechsel.

  26. 331

    Mannina, G., Cosenza, A., Di Trapani, D. & Gulhan, H. et al. (2024). Reduction of sewage sludge and N2O emissions by an Oxic Settling Anaerobic (OSA) process: The case study of Corleone (Italy) wastewater treatment plant. Science of the Total Environment 906: 167793. DOI: 10.1016/j.scitotenv.2023.167793Peer-reviewed

    Eine Oxic-Settling-Anaerobic-Studie (OSA) an der Kläranlage Corleone (Italien), die berichtet, dass eine längere Verweilzeit im anaeroben Seitenstrom den beobachteten Schlammertrag senkte, jedoch die Nitrifikation stark verringerte und die Lachgasemissionen erhöhte – ein deutliches Beispiel dafür, dass eine Verringerung des Schlammertrags auf Kosten der Nährstoffentfernung gehen kann.

  27. 332

    Mannina, G., Cosenza, A., Di Trapani, D. & Mofatto, P. M. B. (2024). Sludge reduction, nitrous oxide emissions, and phosphorus removal by oxic-settling-anaerobic (OSA) process: the effect of hydraulic retention time. Environmental Science and Pollution Research 31(35): 48484–48496. DOI: 10.1007/s11356-024-34393-5Peer-reviewed

    Eine OSA-Pilotanlage mit variierter anaerober Verweilzeit, die berichtet, dass der beobachtete Schlammertrag von 0,58 auf 0,31 g TSS/g CSB sank – die Nitrifikationseffizienz jedoch von 79 % auf 27 % fiel und die Lachgasemissionen stiegen. Eine offene Demonstration dafür, dass eine forcierte Schlammreduktion zulasten der Stickstoffentfernung gehen kann.

  28. 333

    Ren, Z., Zhang, J., Zhang, G. & Gao, W. et al. (2024). Comprehensive assessment of the ultrasound lysis–cryptic growth technology for in situ sludge reduction: Mass balance and environmental and economic analyses. Applied Energy 360: 122787. DOI: 10.1016/j.apenergy.2024.122787Peer-reviewed

    Eine Massenbilanz-, Umwelt- und Wirtschaftlichkeitsbewertung der Ultraschall-Lyse mit kryptischem Wachstum für die Schlammreduktion vor Ort: Ultraschall bricht einen Teil der Biomasse auf und führt das freigesetzte organische Material als Substrat in den Reaktor zurück, wodurch Feststoffe in Gas und eine kleinere Masse neuer Zellen umgewandelt werden; dabei werden die Zielkonflikte bei Energie und Kosten abgewogen.

10Der Mechanismus selbst

Enzyme, Hydrolyse und Abbau von Feststoffen

Der gesamte Mechanismus, den SediLogic verkauft, ist die enzymatische Hydrolyse organischer Feststoffe: Bakterielle Enzyme spalten große Moleküle in Moleküle, die klein genug sind, um verstoffwechselt zu werden. Dies ist die Literatur, die dem, was ein schlammabbauendes Produkt tatsächlich tut, am nächsten kommt, und der Bereich, in dem die Belege am stärksten sind.

  1. 334

    Gessesse, A., Dueholm, T., Petersen, S. B. & Nielsen, P. H. (2003). Lipase and protease extraction from activated sludge. Water Research 37(15): 3652–3657. DOI: 10.1016/s0043-1354(03)00241-0Peer-reviewed

    Entwickelte eine Methode zur Extraktion aktiver Lipasen und Proteasen aus Belebtschlamm und quantifizierte die hydrolytischen Enzyme, die Fette und Proteine in der Flocke abbauen. Sie misst genau die Enzyme, auf die ein schlammabbauendes Produkt angewiesen ist.

  2. 335

    Pei, H., Hu, W. & Liu, Q. (2010). Effect of protease and cellulase on the characteristic of activated sludge. Journal of Hazardous Materials 178(1–3): 397–403. DOI: 10.1016/j.jhazmat.2010.01.094Peer-reviewed

    Zeigte, dass die Zugabe von Protease und Cellulase die Beschaffenheit von Belebtschlamm verändert, indem die Flocke und ihre Polymere abgebaut werden. Direkte Laborbelege dafür, dass diese beiden Enzyme gemeinsam auf die organischen Feststoffe wirken.

  3. 336

    İnan Bektaş, K., Nalcaoğlu, A., Ceylan, E. et al. (2023). Isolation and characterization of detergent-compatible amylase-, protease-, lipase-, and cellulase-producing bacteria. Brazilian Journal of Microbiology 54(2): 725–737. DOI: 10.1007/s42770-023-00944-0Peer-reviewed

    Isolierte Bakterien, die alle vier zentralen hydrolytischen Enzyme – Amylase, Protease, Lipase und Cellulase – produzieren, und stellte fest, dass etwa die Hälfte des industriellen Enzymmarktes auf Bacillus zurückgeht. Begründet die Wahl von Bacillus als Organismus hinter schlammabbauenden Produkten.

  4. 337

    Yin, Y., Liu, Y.-J., Meng, S. et al. (2016). Enzymatic pretreatment of activated sludge, food waste and their mixture for enhanced bioenergy recovery and waste volume reduction via anaerobic digestion. Applied Energy 179: 1131–1137. DOI: 10.1016/j.apenergy.2016.07.083Peer-reviewed

    Stellte fest, dass eine enzymatische Vorbehandlung von Belebtschlamm und Lebensmittelabfällen die Rückgewinnung von Bioenergie erhöhte und das Abfallvolumen bei der anaeroben Faulung verringerte. Ein Beleg dafür, dass hydrolytische Enzyme Feststoffe sowohl verkleinern als auch einen größeren Teil davon für den Abbau verfügbar machen.

  5. 338

    Tongco, J. V., Kim, S., Oh, B.-R., Heo, S.-Y., Lee, J. & Hwang, S. (2020). Enhancement of Hydrolysis and Biogas Production of Primary Sludge by Use of Mixtures of Protease and Lipase. Biotechnology and Bioprocess Engineering 25(1): 132–140. DOI: 10.1007/s12257-019-0302-4Peer-reviewed

    Zeigte, dass Mischungen aus Protease und Lipase die Hydrolyse und Biogasausbeute von Primärschlamm stärker steigerten als jedes der beiden Enzyme allein. Quantifiziert die Synergie zwischen Enzymen, die Schlammprodukten mit mehreren Enzymen zugrunde liegt.

  6. 339

    Li, J., Yang, X., Hu, A., Li, Y., Li, Y., Fu, L. & Yu, C.-P. (2022). The Performance and Mechanism of Sludge Reduction by the Bioaugmentation Approach. Life 12(10): 1649. DOI: 10.3390/life12101649Peer-reviewed

    Isolierte und optimierte einen schlammreduzierenden Stamm und führte den Mechanismus auf enzymatische Hydrolyse mit anschließendem kryptischem Wachstum zurück; berichtet wurden im Labormaßstab Reduktionen der gesamten suspendierten Feststoffe um 21,2 % und der flüchtigen suspendierten Feststoffe um 13,9 % innerhalb von 48 Stunden. Einer der direktesten neueren Tests des Ansatzes.

  7. 340

    Appels, L., Baeyens, J., Degrève, J. & Dewil, R. (2008). Principles and potential of the anaerobic digestion of waste-activated sludge. Progress in Energy and Combustion Science 34(6): 755–781. DOI: 10.1016/j.pecs.2008.06.002Peer-reviewed

    Die maßgebliche Übersichtsarbeit zur anaeroben Faulung von Überschussschlamm – zur Biologie, Chemie und Verfahrenstechnik, durch die organische Feststoffe ohne Sauerstoff abgebaut werden. Unmittelbar relevant für die anaeroben Bedingungen am Grund einer Schlammschicht in einer Lagune.

  8. 341

    Roman, H. J., Burgess, J. E. & Pletschke, B. I. (2006). Enzyme treatment to decrease solids and improve digestion of primary sewage sludge. African Journal of Biotechnology 5(10): 963–967.Peer-reviewed

    Eine frühe Demonstration, dass die Dosierung hydrolytischer Enzyme die Feststoffe verringerte und die Faulung von Primärschlamm verbesserte. Ein häufig zitierter Ausgangspunkt für den enzymunterstützten Schlammabbau; erschienen in einer Open-Access-Zeitschrift ohne registrierte DOI.

  9. 342

    Bochmann, G., Herfellner, T., Susanto, F. & Kreuter, F. et al. (2007). Application of enzymes in anaerobic digestion. Water Science and Technology 56(10): 29–35. DOI: 10.2166/wst.2007.727Peer-reviewed

    Ein anwendungsbezogener Blick darauf, wo zugesetzte Enzyme der anaeroben Faulung helfen und wo nicht. Ein fundiertes Gegengewicht zu der Annahme, dass mehr Enzym immer mehr Abbau bedeutet.

  10. 343

    Yang, Q., Luo, K., Li, X.-M. & Wang, D.-B. et al. (2010). Enhanced efficiency of biological excess sludge hydrolysis under anaerobic digestion by additional enzymes. Bioresource Technology 101(9): 2924–2930. DOI: 10.1016/j.biortech.2009.11.012Peer-reviewed

    Zeigte, dass die Zugabe von Protease und Amylase die Schlammhydrolyse und die Reduktion flüchtiger Feststoffe bei der anaeroben Faulung steigerte. Ein direkter Beleg dafür, dass die Ergänzung hydrolytischer Enzyme den Feststoffabbau beschleunigt.

  11. 344

    Rashed, I. G. A., Akunna, J., El-Halwany, M. M. & Abou Atiaa, A. F. F. (2010). Improvement in the efficiency of hydrolysis of anaerobic digestion in sewage sludge by the use of enzymes. Desalination and Water Treatment 21(1–3): 280–285. DOI: 10.5004/dwt.2010.1575Peer-reviewed

    Eine Studie zur Enzymdosierung bei der anaeroben Schlammfaulung, die eine verbesserte Hydrolyse durch zugesetzte Enzyme berichtet. Teil der Belege dafür, dass die Hydrolyse der geschwindigkeitsbestimmende Schritt ist, den Enzyme entlasten können.

  12. 345

    Quintero-García, O. J., Pérez-Soler, H. & Amezcua-Allieri, M. A. (2023). Enzymatic Treatments for Biosolids: An Outlook and Recent Trends. International Journal of Environmental Research and Public Health 20(6): 4804. DOI: 10.3390/ijerph20064804Peer-reviewed

    Eine aktuelle Übersichtsarbeit zum Einsatz von Enzymen beim Abbau von Klärschlamm und zur weiteren Entwicklung des Ansatzes. Ordnet den enzymatischen Mechanismus ein, auf dem dieser gesamte Abschnitt beruht.

  13. 346

    Zarina, R. & Mezule, L. (2024). Enzymatic hydrolysis of waste streams originating from wastewater treatment plants. Biotechnology for Biofuels and Bioproducts 17: 104. DOI: 10.1186/s13068-024-02553-xPeer-reviewed

    Eine neuere Studie zur enzymatischen Hydrolyse von Feststoffen aus Abwasser mit dem Ziel, Wertstoffe zurückzugewinnen und die Abbaubarkeit zu verbessern. Aktuelle Belege zu den praktischen Grenzen enzymgetriebener Hydrolyse.

  14. 347

    Dursun, D., Turkmen, M., Abu-Orf, M. & Dentel, S. K. (2006). Enhanced sludge conditioning by enzyme pre-treatment: comparison of laboratory and pilot scale dewatering results. Water Science and Technology 54(5): 33–41. DOI: 10.2166/wst.2006.544Peer-reviewed

    Eine Labor- und Pilotstudie zur enzymatischen Vorbehandlung für eine bessere Schlammentwässerung, die berichtet, dass eine moderate Dosis von 20 mg/L den Feststoffgehalt des entwässerten Schlammkuchens von etwa 18 % auf 27 % erhöhte. Ein Beleg dafür, dass Enzymdosierung den Wassergehalt des zur Entsorgung gehenden Schlammkuchens senken kann.

  15. 348

    Joanna, W., Michael, R., Olof, N. W. & Estera, S. D. (2007). Solubilisation of sludge by combined chemical and enzymatic treatment. African Journal of Biotechnology 6(17): 1994–1999. DOI: 10.5897/ajb2007.000-2306Peer-reviewed

    Eine Studie, die glykosidische Enzyme mit kationenbindenden Mitteln kombiniert, um Schlamm zu solubilisieren, ausgehend von der Überlegung, dass die Chelatisierung von Calcium und Magnesium die EPS-Matrix lockert und mehr Oberfläche für den enzymatischen Angriff freilegt. Citronensäure war der wirksamste Chelatbildner und setzte rund 8 g CSB/L frei.

  16. 349

    Recktenwald, M., Wawrzynczyk, J., Dey, E. S. & Norrlöw, O. (2008). Enhanced efficiency of industrial-scale anaerobic digestion by the addition of glycosidic enzymes. Journal of Environmental Science and Health, Part A 43(13): 1536–1540. DOI: 10.1080/10934520802293693Peer-reviewed

    Ein sechsmonatiger, großtechnischer Versuch an einem kontinuierlich betriebenen industriellen Faulbehälter mit Dosierung zweier glykosidischer Enzyme, der eine um 10–20 % höhere Biogasmenge und einen Anstieg des Feststoffgehalts im entwässerten Schlammkuchen von 27 % auf 31 % berichtet. Ein wirklich langfristiges, industriell relevantes Ergebnis statt eines kurzen Batch-Tests im Labor.

  17. 350

    Diak, J., Örmeci, B. & Kennedy, K. J. (2012). Effect of enzymes on anaerobic digestion of primary sludge and septic tank performance. Bioprocess and Biosystems Engineering 35(9): 1577–1589. DOI: 10.1007/s00449-012-0748-7Peer-reviewed

    Eine Studie mit Enzymdosierung in Batch- und kontinuierlich betriebene Reaktoren nach Art einer Klärgrube, die gegenüber unbehandelten Kontrollen keine signifikante Verbesserung der anaeroben Faulung fand. Ein wichtiges Nullergebnis, das den positiven Enzymversuchen direkt widerspricht, und ein nützliches Korrektiv gegen überzogene Versprechen für diesen Ansatz.

  18. 351

    Bioscience, Inc. (2014). 10 Myths: Using Microbial Products for Wastewater Treatment. Bioscience, Inc. (white paper).Vom Hersteller veröffentlicht

    Ein Whitepaper eines Herstellers, das gängige Einwände gegen die Dosierung mikrobieller Produkte in Abwassersysteme zurückweist und argumentiert, dass die Praxis funktioniert, wenn man ihr Zeit und die richtigen Bedingungen gibt. Vom Anbieter veröffentlichtes Marketing statt unabhängiger Belege – vor allem nützlich als Beispiel für das Gegenargument der Branche zur Skepsis der Behörden.

  19. 352

    Chen, Z., Zhang, W., Wang, D. & Ma, T. et al. (2015). Enhancement of activated sludge dewatering performance by combined composite enzymatic lysis and chemical re-flocculation with inorganic coagulants: Kinetics of enzymatic reaction and re-flocculation morphology. Water Research 83: 367–376. DOI: 10.1016/j.watres.2015.06.026Peer-reviewed

    Eine Laborstudie, die enzymatische Lyse mit einer Reflockung durch anorganische Koagulanzien kombiniert, um die Wasserabgabe von Belebtschlamm zu verbessern, und die Reaktionskinetik sowie die resultierende Flockenstruktur charakterisiert. Relevant für die enzymunterstützte Schlammkonditionierung, allerdings ein Ergebnis im Labormaßstab statt einer Felddemonstration.

  20. 353

    Odnell, A., Recktenwald, M., Stensén, K. & Jonsson, B. H. et al. (2016). Activity, life time and effect of hydrolytic enzymes for enhanced biogas production from sludge anaerobic digestion. Water Research 103: 462–471. DOI: 10.1016/j.watres.2016.07.064Peer-reviewed

    Eine Studie zu Aktivität, Wirkungsdauer und Effekt hydrolytischer Enzyme, die zur Steigerung der Biogasausbeute bei der anaeroben Schlammfaulung zugesetzt werden. Sie ist die Quelle, auf die sich die Literaturauswertung stützt, um zu erklären, warum Versuche zur Enzymdosierung zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen – Schlammart, Formulierung und Dosierstrategie verschieben das Ergebnis jeweils.

  21. 354

    Serrano, A., Hendrickx, T. L. G., Elissen, H. H. J. & Laarhoven, B. et al. (2016). Can aquatic worms enhance methane production from waste activated sludge?. Bioresource Technology 211: 51–57. DOI: 10.1016/j.biortech.2016.03.061Peer-reviewed

    Eine Studie, die prüft, ob aquatische Würmer die Methanproduktion aus Überschussschlamm tatsächlich steigern. Bei hoch belastetem Schlamm brachten die Würmer keinen synergistischen Nutzen – der Schlamm diente ihnen lediglich als Nahrung –, bei niedrig belastetem Schlamm zeigte sich dagegen ein Nutzen. Eine nützliche Prüfung, ob eine beobachtete „Schlammreduktion“ ein tatsächlicher Abbau oder nur eine Umverteilung ist.

  22. 355

    Bonilla, S., Choolaei, Z., Meyer, T. & Edwards, E. A. et al. (2018). Evaluating the effect of enzymatic pretreatment on the anaerobic digestibility of pulp and paper biosludge. Biotechnology Reports 17: 77–85. DOI: 10.1016/j.btre.2017.12.009Peer-reviewed

    Ein Laborvergleich von sechs handelsüblichen Enzymtypen als Vorbehandlung für biologischen Schlamm aus der Zellstoff- und Papierindustrie; vier verbesserten die anaerobe Abbaubarkeit, das beste (eine Protease) steigerte die Biogasausbeute um 26 %. Die praktische Lehre: Die Aktivität eines Enzyms auf einem Standardsubstrat sagte seine Wirkung auf realen Schlamm nicht voraus, daher muss die Auswahl am Zielmaterial getestet werden.

  23. 356

    Liu, W., Zhong, X., Cheng, L. & Wang, J. et al. (2018). Cellular and compositional insight into the sludge dewatering process using enzyme treatment. Environmental Science and Pollution Research 25(29): 28942–28953. DOI: 10.1007/s11356-018-2854-9Peer-reviewed

    Eine Laborstudie, die mithilfe einer Enzymbehandlung untersucht, wie Schlamm entwässert, und Veränderungen an den Zellen und der Zusammensetzung der Feststoffe verfolgt. Die Literaturauswertung zitiert sie mit der ausdrücklichen Feststellung, dass direkte Belege dafür, dass eine Enzymdosierung Krankheitserreger im Schlamm verringert, weiterhin fehlen – diese Arbeit belegt dies nicht.

  24. 357

    Toledo, M. & Muñoz, R. (2025). Odour prevention strategies in wastewater treatment and composting plants: A review. Journal of Environmental Management 375: 124402. DOI: 10.1016/j.jenvman.2025.124402Peer-reviewed

    Eine Übersichtsarbeit zu Strategien der Geruchsvermeidung in Kläranlagen und Kompostierungsanlagen. Hier vor allem zitiert, um eine Beleglücke zu kennzeichnen: Die gesichtete Literatur deckt Geruchsergebnisse, die sich spezifisch einer Enzym- oder Mikrobendosierung zuschreiben lassen, nur teilweise ab.

  25. 358

    SepticMind (2026). Septic tank treatment powder: does it actually work?. SepticMind.Vom Hersteller veröffentlicht

    Ein an Verbraucher gerichteter Webartikel, der argumentiert, dass bakterielle und enzymatische „Behandlungspulver“ eine intakte Kleinkläranlage wahrscheinlich nicht verbessern und die Abpumphäufigkeit nicht verringern, und damit die Skepsis der Behörden aufgreift. Eine populäre Einschätzung statt einer technischen Studie – nützlich als allgemein verständliche Zusammenfassung der Zweifel an Zusatzprodukten.

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Den Titel durchsuchen, nicht die ganze Arbeit

Die größte Einzelverbesserung für jede Suche: Beschränken Sie sie auf das Titelfeld. Eine Arbeit, die „activated sludge“ im Titel führt, handelt mit ziemlicher Sicherheit von Belebtschlamm; dieselben Wörter, versteckt im Text einer Arbeit über etwas anderes, tun das nicht. Verwenden Sie title.search in OpenAlex, [ti] in PubMed oder TITLE( ) in Scopus.

Den Zitaten folgen – in beide Richtungen

Sobald Sie eine gute Arbeit haben, verweist ihr Literaturverzeichnis rückwärts auf das, worauf sie aufbaut, und ihre „Cited by“-Links (deutsch: „Zitiert von“) verweisen vorwärts auf alles, was sie seitdem verwendet hat. Wer sich von einer soliden Übersichtsarbeit aus weiterhangelt – Wei und Kollegen (2003) zur Schlammminimierung oder das Buch von Foladori –, erschließt den Großteil eines Fachgebiets schneller als mit jeder Stichwortsuche.

Kontrolliertes Vokabular nutzen und den Arbeitsgruppen folgen

Die MeSH-Begriffe von PubMed („Sewage“, „Bioreactors“, „Bacteria“) finden Arbeiten, die Ihre genauen Suchwörter nie verwenden. Zudem liefert eine Handvoll Forschungsgruppen einen großen Teil der guten Arbeiten – darunter die Gruppen in Delft und Aalborg zur Schlammmikrobiologie. Richten Sie einen E-Mail-Alert für einen produktiven Autor oder eine gespeicherte Suche ein, dann kommen neue Arbeiten von selbst zu Ihnen.

Erst die Quelle gewichten, dann den Befund

Prüfen Sie, ob sich die DOI auflösen lässt, bevorzugen Sie indexierte Zeitschriften (prüfen Sie dazu DOAJ) und behandeln Sie eine Zahl aus einer Einzelstudie als vorläufig, bis sie durch eine weitere Studie bestätigt wird. Eine Fallstudie eines Anbieters ist Marketing, ganz gleich, in welcher Zeitschrift sie erscheint; ein begutachtetes Ergebnis ist ein Beleg, aber kein Beweis. Über Unpaywall und den korrespondierenden Autor erhalten Sie in der Regel ein legales PDF.

Drei Suchanfragen als Ausgangspunkt

OpenAlex-API – grundlegende Arbeiten zu einem Thema, nach Zitationen geordnet

api.openalex.org/works?filter=title.search:bioaugmentation sludge reduction&sort=cited_by_count:desc

Google Scholar oder Scopus – ein weites boolesches Netz

("activated sludge" OR "stabilization pond" OR lagoon) AND (bioaugmentation OR "sludge reduction") AND (protease OR lipase OR cellulase)

PubMed – kontrolliertes Vokabular plus ein Mechanismusbegriff

("Sewage"[Mesh] AND "Bacteria"[Mesh]) AND (hydrolysis OR "volatile solids")